Lastenrad, Fahrradanhänger oder Kindersitz – wo fahren Kinder am sichersten mit? Das sind die Vor- und Nachteile der Systeme und wichtige Sicherheitstipps für Eltern.
Im Alltag ist es oft praktisch, gleich zwei Kinder mit dem Fahrrad mitnehmen zu können. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig: Kinderfahrradsitze, verschiedenste Lastenrad-Typen, Fahrradanhänger oder ein angehängtes Kinderfahrrad. Nachfolgend bieten wir einen Überblick über die Vor- und Nachteile der Systeme.
Außerdem fassen wir die wichtigsten Ergebnisse aus einem Sicherheitstest des ADAC zusammen: Im Jahr 2021 hat der Automobilclub verschiedene Transportmöglichkeiten verglichen – etwa dahingehend, wie robust die Gurtsysteme sind und ob Kinder sich verletzen können. Teil der Prüfung war auch ein Crashtest, bei dem ein Pkw mit 30 km/h seitlich in das mit Dummies besetzte Fahrrad fuhr.
Hundertprozentig sicher fahren Kinder in keiner der Transport-Varianten. Eltern können aber selbst für mehr Sicherheit sorgen, wenn sie mit Kindern auf oder am Fahrrad unterwegs sind:
Komfortabel. Fahrradanhänger sind praktische Kindertaxis und oft auch als Buggy zu nutzen. © Sven Wied
Ein Fahrradanhänger ist die klassische Lösung für das Problem Kindertransport. Sie lassen sich meist schnell ans normale Fahrrad koppeln und können oft auch als Buggy-Ersatz für bis zu zwei Kinder dienen. In gefederten Anhängern ist der Mitfahrkomfort für Kinder vergleichsweise hoch, zumal sie guten Wetterschutz bieten.
Doch in unserem Fahrradanhänger-Test 2024 fanden wir bei allen zehn Modellen problematische Fluorsubstanzen (PFAS) in Sitzbezügen und Kabinenteilen. Darüber hinaus boten vier Modelle beim Überschlag zu wenig Kopffreiheit, bei einem Dauertest brach die Deichselkupplung.
Tipp: Mit dem Kauf eines gebrauchten Anhängers können Sie vermeiden, dass neue PFAS in die Welt gelangen. Kontrollieren Sie vor dem Kauf Bremsen, Reifen und Deichsel. Achten Sie auf Risse und Dellen.
Extra-Sicherheit durch ÜberrollbügelVon diesen Problemen abgesehen, überzeugten die Anhänger in einem Sicherheitstest des ADAC am meisten. Beim Seitencrash schnitten die Anhänger insgesamt okay ab. Zu empfehlen sind insbesondere Modelle, mit Überrollbügel, da die verhindern können, dass die Kinder mit dem Kopf auf die Fahrbahn krachen.
Fahrradanhänger: Pro und ContraDeutlich einfacher ist das Ziehen eines Anhängers natürlich mit einem E-Bike. Wir geben Tipps,worauf Sie achten sollten, wenn sie einen Fahrradanhänger mit dem Pedelec ziehen.
Fahrradkindersitze gibt es in drei Varianten: als Frontsitz, als Hecksitz für den Gepäckträger und als Hecksitz zur Montage am Rahmen. Frontsitze sind für Kinder bis 15 Kilogramm gedacht und werden zwischen Lenker und Erwachsenem montiert. Hecksitze tragen Kinder bis 22 Kilogramm und sind damit für Kinder bis etwa sechs Jahre geeignet.
Wer zwei Kinder mitnehmen möchte, kann einen Hecksitz mit einem Frontsitz oder einem Nachläufer kombinieren – das erfordert aber Übung und ein stabiles Fahrrad.
Sichere Sitzposition auf dem GepäckträgerIm Kinderfahrrradsitz-Test 2025 haben wir insgesamt 14 Fahrradkindersitze geprüft – und von kleineren Sicherheitsproblemen abgesehen, keine gravierenden Mängel festgestellt.
In Sicherheitstests des ADAC schnitten Fahrradkindersitze auf dem Gepäckträger eines Fahrrads besonders gut ab. Denn durch die hohe Sitzposition auf dem Gepäckträger wurden die Kinder-Dummys beim Aufprall des Autos nicht getroffen.
Nicht jeder Sitz passt an jedes RadVoraussetzung für die Sicherheit ist aber, dass ein der Sitz auf einem robusten Fahrrad montiert ist. In unserem Test zeigte sich: Nicht jeder Sitz passt an jedes Fahrrad. Gerade bei modernen E-Bikes mit dickeren Rahmenrohren kann die Montage zum Problem werden. Lassen Sie sich deshalb im Fachhandel beraten, welcher Sitz zu Ihrem Rad passt.
Lastenräder erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Denn damit lassen sich Großeinkäufe genauso transportieren wie mehrere Kinder. Aufgrund des hohen Gewichts verkaufen sie sich insbesondere in der E-Bike-Variante – zu hohen Preisen. Für Lastenräder mit Elektroantrieb müssen Käufer mehrere Tausend Euro hinlegen.
Sie sind in etlichen Varianten zu haben: Mit großer Transportbox, langem Radstand oder XXL-Gepäckträger, drei oder zwei Rädern. Der ADAC sowie andere unserer europäischen Partnerorganisationen haben bereits verschiedene Lasten-E-Bikes geprüft.
1. Dreirädrige Lastenfahrräder: Behäbige Kinder-KutschenBei dreirädrigen Lastenrädern sitzt eine Transportbox zwischen zwei Vorderrädern, sodass die Kinder während der Fahrt stets im Blickfeld sind. Mit Längen von rund 2 bis 2,5 Metern und Breiten von rund 0,7 Metern sind diese Lastenräder oft wuchtig, schwierig zu transportieren und nehmen viel Platz ein.
In Sicherheitstests des ADAC bot dieses System die beste Standsicherheit. Die Transportbox verhinderte im Crashtest einen direkten Zusammenstoß von Auto und Kinder-Dummys.
Aufgrund der glatten Oberfläche der Box rutschte das Rad nach dem Crash aber auf der Fahrbahn weiter − und könnte so im Ernstfall in den Gegenverkehr geraten. Außerdem haben sie einige Schwächen im Fahrverhalten, etwa beim Manövrieren und Ausweichen aus. Der ADAC hat solche Lastenräder mit Transportbox 2021 auch schon im Praxistest geprüft.
2. Longtail-Bikes: Kinder sitzen hintenEine wachsende Alternative zu klassischen Lastenrädern mit Vorderbox sind sogenannte Longtail-Bikes: Ihr verlängerter Gepäckträger bietet Platz für bis zu zwei Kinder oder umfangreiche Einkäufe – hinter dem Radfahrer statt vor ihm. Das macht sie schmaler, leichter und platzsparender als Boxen-Lastenräder.
Handhabung und Fahrverhalten dieser Lastenräder kommen einem normalen Fahrrad am nächsten. In Sicherheitstests des ADAC schnitt diese Variante insgesamt am besten ab: Durch die hohe Sitzposition wurden die Kinder-Dummys beim seitlichen Aufprall nicht getroffen.
Voraussetzung für Sicherheit ist aber, dass sichere Fahrradkindersitze auf dem Gepäckträger montiert werden. In unserem Test fanden wir gute Fahrradsitze ab 63 Euro. Nachteil dieses Lastenrad-Typs: Die Kinder sind nicht im Blickfeld, und die Kommunikation während der Fahrt ist eingeschränkt.
Unser belgisches Partnermagazin Testachat hat 2025 fünf solcher Longtail-Lastenräder getestet. Die besten sind auch in Deutschland erhältlich.
3. Long-John: Langer Radstand mit BoxDas „Long John“ ist ein Lastenrad-Typ mit je einem Rad vorne und hinten, wobei zwischen den Rädern ein großer Abstand besteht. Die Transportbox sitzt bei dieser Variante zwischen Lenker und Vorderrad. Diese Räder punkteten im Handling. Außerdem sind die Kinder unterwegs stets im Blickfeld.
In den Sicherheitstests des ADAC hatte das Long Johns ähnliche Probleme wie das zweispurige Lastenrad: Auch dieses Rad rutschte durch die glatte Oberfläche der Transportbox auf der Fahrbahn weiter.
Der ADAC hatte 2022 sechs solcher einspurigen E-Lastenräder geprüft. Vorn landeten das Muli E-Muli und das Urban Arrow Family.
Lastenräder: Pro und ContraÜber eine Kupplung wird ein Kinderfahrrad an das Fahrrad eines Erwachsenen angehängt. Ein zweites Kind lässt sich im Kinderfahrradsitz auf dem Gepäckträger transportieren. In dieser Kombination hat der ADAC den Nachläufer im Sicherheitstest geprüft.
Diese Variante ist besonders kompakt und günstig – wenn bereits ein Kinderfahrrad vorhanden ist. In puncto Sicherheit sieht der ADAC jedoch Probleme: Hüfte und Beine würden beim seitlichen Crash direkt getroffen, außerdem werde das Kind vom Kinderrad ungeschützt auf die Fahrbahn geschleudert.
Bei sogenannten Fahrradtrailern – einem halben Kinderfahrrad, das ans Erwachsenen-Rad angehängt wird – hatten wir in der Vergangenheit ebenfalls gravierende Sicherheitsprobleme festgestellt.
Nachläufer: Pro und ContraWenn Kinder alt genug sind, selbst zu radeln, ist das richtige Kinderfahrrad entscheidend für ihre Sicherheit. Im Kinderfahrrad-Test 2026 haben wir elf 14-Zoll-Kinderfahrräder für Drei- bis Fünfjährige geprüft. Fünf von elf Rädern sind mangelhaft, weil ihre Bremsen gefährlich stark oder zu schwach sind.
E-Lastenräder im Test Nur wenige Packesel überzeugen
Lastenräder mit E-Motor liegen im Trend. Doch sind die Räder sicher und alltagstauglich? Der ADAC hat insgesamt elf E-Lastenräder geprüft. Nur wenige sind gut.
20.07.2022
E-Bike-Unfälle So radeln Sie sicher mit dem Pedelec
Im Straßenverkehr kamen 2025 mehr Radfahrende ums Leben. Ein Grund: der E-Bike-Boom. Wer besonders gefährdet ist und wie Sie sicher mit dem Pedelec unterwegs sind.
28.04.2026
Elektrofahrrad Kinderanhänger am Pedelec – zu riskant?
Mit einem E-Bike ist das Ziehen eines Kinderanhängers deutlich entspannter als ohne Motor. Allerdings müssen Eltern beim Kindertransport mit dem E-Bike einiges beachten.
25.05.2023
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Fahrradurlaub planen: So wird die Radreise zum Traumurlaub | 0 | 18.59 | 26-03-2026 |
| 2 | Как организовать безопасное автопутешествие с детьми | 0 | 8.06 | 30-07-2026 |
| 3 | Как выбрать велосипед по росту ребенка. Полное руководство для родителей | 0 | 0 | 04-06-2025 |
| 4 | Поездка с детьми: что взять в дорогу и как сделать путешествие комфортным | 0 | 8.49 | 07-08-2026 |
| 5 | Viajes seguros en coche para los más pequeños | 0 | 4.76 | 09-06-2026 |
| 6 | Viajes seguros en coche para los más pequeños | 0 | 4.76 | 09-06-2026 |
| 7 | Hitze im Auto wird zur Gefahr, so schützen Sie sich | 0 | 11.07 | 18-06-2026 |
| 8 | Reisen mit Kindern: Ab zu den Piraten um die Ecke | 5 | 7 | 04-04-2026 |
| 9 | Детский лагерь: как выбрать безопасную смену и проверить лицензию | 0 | 8.3 | 31-07-2026 |
| 10 | How to keep babies safe when temperatures soar | 5 | 7 | 20-07-2026 |