Manche Banken informieren Kunden per E-Mail über Kontobewegungen. Aber E-Mails sind kein sicherer Kommunikationsweg. Haben Sie das schon erlebt? Bitte schreiben Sie uns!
Ein Kontoauszug enthält eine Fülle sensibler Informationen: Kontostand, einzelne Umsätze, Empfänger von Überweisungen, regelmäßige Zahlungseingänge. Es handelt sich um hochsensible personenbezogene Daten. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schreibt deshalb vor, dass Unternehmen „geeignete technische und organisatorische Maßnahmen“ zum Schutz solcher Daten ergreifen müssen (Art. 32 DSGVO). Was als „geeignet“ gilt, bemisst sich unter anderem am Stand der Technik – und dieser hat sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt.
E-Mail ist keine sichere PostDas Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hält in seinem Faktencheck zur E-Mail-Sicherheit fest: E-Mails sind nicht so sicher, wie viele Nutzerinnen und Nutzer annehmen. Ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gleicht eine E-Mail eher einer Postkarte als einem verschlossenen Brief – sie ist auf dem Übertragungsweg grundsätzlich für Dritte lesbar. Hinzu kommen weitere Risiken: Gehackte E-Mail-Konten oder schlichte Fehladressierungen können dazu führen, dass Fremde ungewollt Einblick in persönliche Finanzdaten erhalten.
Schreiben Sie uns!
Haben Sie von Ihrer Bank Auszüge mit Beträgen oder als Dateianhang per E-Mail erhalten? Gab es eine Absicherung (Passwort, separater Log-in)?
Gab es Vorfälle: falsche Empfänger, verdächtige Zugriffe? Bitte nennen Sie Bank und Vorgang, Screenshots sind auch sehr willkommen.
Schreiben Sie bitte an: bankpost@stiftung-warentest.de. Oder per Brief: Stiftung Warentest Finanzen, „Bankpost“, Lützowplatz 11-13, 10785 Berlin
Dabei gibt es längst sichere Alternativen: Nahezu alle Banken bieten ein geschütztes Postfach im Online-Banking an, das nur nach Log-in und Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zugänglich ist. Eine schlichte Benachrichtigung per E-Mail – „Ihr Kontoauszug steht bereit“ – ohne jede sensible Information wäre technisch problemlos umsetzbar und datenschutzrechtlich deutlich unbedenklicher.
Phishing-Schutz wird ausgehebeltDas Problem belegt eine repräsentative Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) aus dem Jahr 2024: 38 Prozent der Befragten hegten selbst bei echten Bank-Mails einen Betrugsverdacht – während viele eine gefälschte E-Mail nicht erkannten. Das ist mutmaßlich eine Folge der hier zur Debatte stehenden Praxis: Wer es gewohnt ist, Kontoauszüge als Anhang von seiner Bank zu erhalten, dem fällt es schwer, eine täuschend echte Phishing-Mail zu erkennen. Banken, die auf diese Weise kommunizieren, untergraben damit die Schutzempfehlung, Anhänge aus unerwarteten E-Mails grundsätzlich nicht zu öffnen.
Der Redaktion liegen erste Hinweise vor: Lesern zufolge verschickt die Advanzia Bank Kontoauszüge per E-Mail; auch von der BBVA sowie von Yapi Kredi und TF Bank liegen entsprechende Berichte vor. Diese Fälle sind jedoch zu vereinzelt, als dass wir das Ausmaß des Problems verlässlich einschätzen und betroffene Institute systematisch mit konkreten Fragen konfrontieren könnten. Deshalb bitten wir um Ihre Hilfe: Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit.
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