Langlaufende Staatsanleihen geraten bei Investoren unter Druck. Dahinter stehen die Furcht vor einer Überschuldung vieler Industriestaaten – und härtere Konkurrenz um Bond-Investoren.
Morning Briefing Drei Gründe, warum die Märkte Schulden nun höher bepreisen vor 12 Min.
Abspielen 09:19Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
die Märkte haben am Dienstag Staatsanleihen hoch verschuldeter Industriestaaten und KI-lastige Tech-Aktien unter Druck gesetzt. Die Renditen 30-jähriger Staatsanleihen stiegen auf Dekaden-Höchststände, die der USA etwa mit 5,33 Prozent auf den höchsten Wert seit 2007. Die deutsche Bundesanleihe über 30 Jahre erreichte mit 3,78 Prozent den höchsten Stand seit 2011, ähnlich lief es in Frankreich, Großbritannien und Japan. Zeitgleich brachen die Kurse großer Tech-Konzerne ein, der US-Techindex Nasdaq 100 schloss 1,7 Prozent im Minus.

Händler an der Wall Street: Die Märkte für Staatsanleihen geraten zunehmend unter Druck. Foto: REUTERS
Drei Gründe befeuern die Entwicklung:
Und nun? Am besten brachte es gestern Nigel Green, Chef des Vermögensverwalters deVere, auf den Punkt:
Eine Regierung, die mehr als eine Billion Dollar im Jahr allein für den Schuldendienst zahlt, ist eine Regierung, der Anleihekäufer die Bedingungen diktieren.
Er sagte das mit Blick auf die US-Regierung, hätte aber auch deutsche Regierungspolitiker gemeint haben können. Auch wenn die Zinslast da noch geringer ist.

Sparkassenlogo einer Filiale: Nur etwa jede dritte Sparkasse macht ihre Vergütung transparent. Foto: Bloomberg/Getty Images
Zumindest diese Gruppe hat kein Problem mit Inflation: Die Vorständinnen und Vorstände von Sparkassen haben ihre Bezahlung 2024 im Median um 5,3 Prozent gesteigert, branchenübergreifend waren es bei öffentlichen Unternehmen 4,1 Prozent. Beim Niveau sind die Sparkassen ohnehin einsam vorne: 439.000 Euro Gesamtverdienst im Schnitt, mehr als das Doppelte aller anderen kommunalen Unternehmen, wie eine Studie der ZU Friedrichshafen zeigt.
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