Zum ersten Mal hilft die Ukraine einem EU-Staat über den EU-Katastrophenschutzmechanismus. 70 Einsatzkräfte unterstützen Frankreich im Kampf gegen schwere Waldbrände.
Zum ersten Mal hilft die Ukraine einem EU-Staat über den EU-Katastrophenschutzmechanismus. 70 Einsatzkräfte unterstützen Frankreich im Kampf gegen schwere Waldbrände.
Die Ukraine unterstützt Frankreich im Kampf gegen die schweren Waldbrände im Südwesten des Landes. Nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzes ist es das erste Mal, dass die Ukraine im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus einem Mitgliedstaat hilft. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem historischen Schritt.
Laut ukrainischen Angaben entsandte die Ukraine ein gemeinsames Team aus 70 Einsatzkräften und 15 Spezialfahrzeugen für Waldbrände nach Frankreich. Der Einsatz erfolgt auf Anweisung von Präsident Wolodymyr Selenskyj und im Rahmen des europäischen Hilfemechanismus. Die Retter sollen im besonders betroffenen Département Gironde arbeiten, also in der Region um Bordeaux.
Der ukrainische Katastrophenschutz teilte mit, die Kräfte hätten sich nach ihrer Ankunft mit der örtlichen Feuerwehr SDIS 33 und Vertretern des Emergency Response Coordination Centre (Koordinierungsstelle für Notfallmaßnahmen) abgestimmt. Danach seien sie in das Brandgebiet aufgebrochen, um das Gelände zu erkunden und die ersten Einsatzabschnitte festzulegen.
Nach Angaben des stellvertretenden Einsatzleiters von SDIS 33, Aurélien Petit, hat das Feuer in Gironde rund 42.000 Hektar erfasst. Das Feuer erstrecke sich über etwa 240 Kilometer.
Den Einsatz wertete Ursula von der Leyen als historischen Schritt. Sie erklärte, es sei „zum ersten Mal in der Geschichte“, dass sich die Ukraine als Hilfegeber am EU-Katastrophenschutzmechanismus beteilige. Wörtlich schrieb sie: „Jeden Tag zeigt die Ukraine, dass ihr Platz in der EU ist.“ Außerdem betonte sie: „Indem sie sich gegen Russlands Aggression verteidigt, hilft die Ukraine auch dabei, Menschenleben in ganz Europa zu schützen.“
Nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzes lobten französische Stellen ausdrücklich die Erfahrung der ukrainischen Spezialisten. Sie sollten in den schwierigsten Gebieten eingesetzt werden, weil ihre praktische Erfahrung „einzigartig“ sei, so das polnische Portal „Fakt“.
Nach Angaben von „New Voice of Ukraine“ registrierten die Behörden wegen Hitze, Dürre und starkem Wind mehr als 1.400 Brände. Frankreich und Spanien seien besonders schwer betroffen. Mehr als 300.000 Bewohner und Touristen hätten ihre Orte vorübergehend verlassen müssen.
Das ukrainische Fachportal „Militarnyi“ berichtet, dass die Lage in Südfrankreich seit dem 22. Juli besonders angespannt ist. Demnach wurden in Gironde etwa 220.000 Menschen evakuiert und rund 240 Häuser zerstört.