Die EU stellte der Ukraine einen Kredit über 90 Milliarden Euro bereit. Trotzdem bleibt die militärische Unterstützung langfristig hinter früheren Jahren zurück.
Die EU stellte der Ukraine einen Kredit über 90 Milliarden Euro bereit. Trotzdem bleibt die militärische Unterstützung langfristig hinter früheren Jahren zurück.
Die Europäische Union hat der Ukraine für die Jahre 2026 und 2027 einen Kredit über 90 Milliarden Euro zugesagt. Wie der Ukraine Support Tracker des Kiel Instituts für Weltwirtschaft zeigt, wurden im Juni weltweit militärische Hilfen im Wert von 7,2 Milliarden Euro bereitgestellt. Das war der höchste Monatswert seit April 2024, als 9,04 Milliarden Euro erreicht wurden.
Der Anstieg im Mai und Juni wurde vor allem durch den neuen EU-Kredit getragen. Die europäischen Institutionen stellten in diesen beiden Monaten insgesamt fast 11 Milliarden Euro bereit. Davon entfielen 4,3 Milliarden Euro auf Militärhilfe und 6,7 Milliarden Euro auf finanzielle und humanitäre Unterstützung. Trotz des großen Pakets bleibt die Unterstützung hinter früheren Werten zurück.
Die Zahlen für 2026 zeigen kein dauerhaft höheres Unterstützungsniveau. Nach dem Ende der direkten US-Finanzierung im Februar 2025 sank die durchschnittliche monatliche Hilfe laut dem französischen Sender BFM TV von 3,45 Milliarden Euro auf 2,94 Milliarden Euro.
Zwar erreichte die Militärhilfe im ersten Halbjahr 2026 beinahe das Niveau des Vorjahres. Die finanzielle und humanitäre Hilfe lag jedoch im Monatsdurchschnitt 41 Prozent unter dem Wert von 2025, so das Kiel Institut.
Neben dem EU-Kredit stellten einzelne europäische Staaten zusätzliche Militärhilfe bereit. Deutschland sagte 700 Millionen Euro zu, Dänemark 600 Millionen Euro und die Niederlande 500 Millionen Euro.
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Für die Ukraine zeigt sich diese fehlende Unterstützung besonders deutlich beim Mangel an Abfangraketen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte laut BFM TV, sein Land habe in diesem Jahr „zweieinhalbmal weniger Abfangraketen als 2025“. Russland verfüge gleichzeitig monatlich über „doppelt so viele ballistische Raketen wie zuvor“.
Für Europa stellt sich damit eine langfristige Frage. „Entscheidend wird sein, ob Europa zuverlässige Alternativen zu den wichtigsten US-Verteidigungssystemen entwickeln und produzieren kann“, sagt Federico Mellace, leitender Analyst des Ukraine Support Trackers.
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