Russlands Truppen rücken an die letzten befestigten Städte im Osten der Ukraine heran. In Kramatorsk beginnt bereits die Evakuierung von Zivilisten.
Russlands Truppen rücken an die letzten befestigten Städte im Osten der Ukraine heran. In Kramatorsk beginnt bereits die Evakuierung von Zivilisten.
Russische Truppen schieben sich an der Ostfront weiter auf Kramatorsk und Slowjansk zu. Die beiden Städte gehören zu den letzten stark befestigten Städten der Ukraine im Donbass. Nach Einschätzung des finnischen Analysten Pasi Paroinen könnte der Kampf um die Städte schon im Herbst beginnen. Spätestens bis Ende 2026 dürfte es dazu kommen, wenn die Ukraine ihre Kräfte dort nicht deutlich verstärkt, berichtet der finnische öffentlich-rechtliche Sender „Yle“.
In Kramatorsk warf Russland am 4. August laut ukrainischen Behörden zwei Gleitbomben ab. Dabei kam mindestens ein Mensch ums Leben und 27 weitere wurden verletzt.
Die Ukraine hat am Mittwoch mit der Evakuierung von Zivilisten aus Kramatorsk begonnen. „Slowjansk und Kramatorsk liegen klar innerhalb der Reichweite sehr starker russischer Drohnenangriffe“, sagt Paroinen laut „Yle“. Er ergänzt: „Ich bin besorgt, in welche Richtung sich diese Front im restlichen Sommer entwickeln wird“.
Der „Guardian“ schrieb bereits Anfang Juli, dass der sogenannte Festungsgürtel - eine strategische Linie von Städten und Orten, zu der auch Slowjansk und Kramatorsk gehören - für die ukrainische Verteidigung im Donbass entscheidend ist. Sollte diese Linie fallen oder aufgegeben werden, könnte sich aus ukrainischer Sicht langfristig ein Weg über die dünner besiedelten Ebenen in Richtung Dnipro, Charkiw und sogar Kiew öffnen.
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In Lyman, einem nördlichen Vorposten dieses Gürtels, sollen nur noch rund 1000 Zivilisten ausharren, vielfach ohne Strom, Gas und fließendes Wasser. In Kramatorsk und Slowjansk prägen beschädigte Wohnhäuser, Angriffe mit Drohnen und Raketen sowie Schutznetze über Straßen den Alltag, berichtet der „Guardian“.
Vor dem Krieg lebten in Kramatorsk mehr als 160.000 Menschen, in Slowjansk gut 110.000, berichtet „Yle“. Beide Städte sind schwer befestigt. Selbst wenn Russland den Druck weiter erhöht, könnte ein Durchbruch laut Paroinen mindestens das gesamte Jahr 2027 dauern. Neue ukrainische Verteidigungslinien hinter den Städten seien bereits vorbereitet.
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