Die Ukraine verändert ihre Drohnenangriffe auf Russlands Energiebranche. Ziel sind nun Bauteile, deren Ausfall Raffinerien und Netze deutlich länger lahmlegt.
Die Ukraine verändert ihre Drohnenangriffe auf Russlands Energiebranche. Ziel sind nun Bauteile, deren Ausfall Raffinerien und Netze deutlich länger lahmlegt.
Die Ukraine richtet ihre Angriffe auf Russlands Energiebranche neu aus. Statt vor allem Brände in Raffinerien oder Tanklagern auszulösen, zielen die Drohnen nun laut einem Bericht der „Financial Times“ verstärkt auf kritische Bauteile. Diese sind schwer zu ersetzen. Das Ziel ist, Anlagen nicht nur zu beschädigen, sondern sie möglichst lange außer Betrieb zu halten und die Kosten für Moskau zu erhöhen. Dabei erhält die Ukraine wichtige Hinweise aus Frankreich und den USA.
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Nach Angaben ukrainischer Militärplaner, Drohnenpiloten und Energiespezialisten wählen die Einheiten ihre Ziele inzwischen viel genauer aus. Vor Einsätzen erhielten sie demnach Hinweise von Ingenieuren bezüglich Leitungen, Schächte, Verbindungen oder technische Knotenpunkte, die für den Betrieb einer Raffinerie unverzichtbar sind. Ein Mitglied einer ukrainischen Fernschlag-Einheit sagte der „Financial Times“, die Strategie sei „gezielt und koordiniert“.
Dieselben Anlagen werden teils mehrfach angegriffen, noch bevor Reparaturen abgeschlossen sind. Der frühere ukrainische Verteidigungsminister Andrij Sahorodnjuk sagte: „Wir treffen kritische Knoten immer wieder, bevor oder kurz nachdem sie wieder aufgebaut wurden.“
Ukrainische Planer beschrieben diese Angriffe als systemischen Krieg. Sie sehen Russland nicht als Sammlung einzelner Ziele, sondern als zusammenhängendes Netz aus Raffinerien, Umspannwerken, Transportwegen und Exportpunkten. Dadurch sollen schon relativ kleine Sprengköpfe großen Schaden im System auslösen.
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Ukrainische Vertreter sagen, Geheimdienstinformationen aus den USA und Frankreich hätten geholfen, russische Luftabwehrstellungen zu kartieren und Flugrouten für Drohnen zu finden. Auch bei der Auswahl besonders verwundbarer Ziele sollen diese Erkenntnisse eine Rolle spielen. Das ungarische Wirtschaftsportal „Portfolio“ hebt hervor, dass vor allem Paris starken Einfluss auf die Zielauswahl haben soll.
Der Kommandeur der ukrainischen Unbemannten Systeme, Robert Browdi, erklärte laut „Financial Times“, das Ziel sei klar: „Erstens die Quellen zu zerstören, die Putins Krieg finanzieren, also den Ölhandel, und zweitens den militärisch-industriellen Komplex.“ Er fügte hinzu, dass rund 80 Millionen Menschen im europäischen Teil Russlands inzwischen innerhalb der Reichweite solcher Angriffe leben.