Der Anschlag beim Berliner CSD macht deutlich, wie lückenhaft der Umgang mit Gefährdern ist. Das Denken der Politiker muss sich ändern. Doch schon jetzt können wir Islamisten ausbremsen.
Der Anschlag beim Berliner CSD macht deutlich, wie lückenhaft der Umgang mit Gefährdern ist. Das Denken der Politiker muss sich ändern. Doch schon jetzt können wir Islamisten ausbremsen.
Die Gefährder leben noch immer mitten unter uns. Unsere Sicherheitslage hat sich nicht verbessert. Nach der Mordfahrt beim Berliner CSD haben sich viele Entrüster zu Wort gemeldet. Sie fordern Maßnahmen, Konsequenzen, strengere Gesetze. Bisher ist nichts passiert.
Einige Maßnahmen sind sofort möglich. Die wichtigste, die zentrale Änderung muss in den Köpfen der Politiker stattfinden. Sie müssen aufhören, die Gefahren des Islamismus zu unterschätzen. Sie dürfen sich nicht wegducken aus Feigheit. Sie müssen sich für uns wehren, auch wenn ihnen linke Kreise das Totschlagwort „Islamophobie“ oder „AfD-Nähe“ an den Kopf werfen. Die Angst vor Islamisierung ist gerechtfertigt.
Sarah Tacke hat im ZDF verdienstvollerweise aktuelle Zahlen des Bundeskriminalamtes veröffentlicht. Die Sicherheitswächter haben in Deutschland 492 Gefährder ermittelt: 17 linksextremistische, 65 rechtsextremistische und 410 aus dem islamistischen Lager. Diese Fakten müssen jeden alarmieren.
Der als Gefährder registrierte Abdul Ballout hat demonstriert, wie er trotz Überwachung seine Terrorfahrt organisieren konnte. Gegen seine amtsbekannten Gesinnungsgenossen sind sofortige Maßnahmen möglich, ohne dass auf die parlamentarische Prozedur neuer Gesetze gewartet werden muss.
Typisch für die Geringschätzung der islamistischen Gefahr ist auch die Situation an deutschen Universitäten. Es gibt etwa 200 Lehrstühle, die sich mit Rechtsextremismus beschäftigen. Kein einziger kümmert sich um den politischen Islamismus. Wegen dieser Einseitigkeit lassen Talkshows einen Professor aus London einfliegen, wenn sie diese Position besetzen wollen.
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Immerhin gibt es Signale, dass deutsche Politiker aufwachen.
Eine Gruppe junger Abgeordneter aus der Union hat einen sinnvollen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt. Kanzler Friedrich Merz und ihren neuen Chef Thorsten Frei werden sie davon überzeugen können. Die SPD wird bremsen.
Kanzler Merz ist in ein Mediengewitter geraten. Donner und Blitz begleiten seinen Weg. Die negativen Bewertungen sind keine Überraschung. Die Anhänger von AfD, Grünen, Linken und SPD werden ihn nicht loben. Sie erreichen zusammen fast siebzig Prozent.
In der Medienkritik muss Merz unterscheiden zwischen sachlichen Vorwürfen und Grundgehässigkeit. Er sollte sich an Helmut Kohls Beharrungsvermögen orientieren. Der sagte mir einmal über die Hamburger Magazine: „Die Hunde bellen. Die Karawane zieht weiter.“
FOCUS-Gründungschefredakteur Helmut Markwort war von 2018 bis 2023 FDP-Abgeordneter im Bayerischen Landtag.