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Trotz starker AfD sieht ARD ihre Wähler als seltene Exoten

Дата публикации: 14-08-2026 08:53:00

Die ARD staunt darüber, dass auch AfD-Wähler Freunde haben, in die Arbeit gehen und Fußball mögen. In die Reportage steckt dann aber die klare Botschaft: Diese Partei macht keine Politik für Malocher.

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Die ARD staunt darüber, dass auch AfD-Wähler Freunde haben, in die Arbeit gehen und Fußball mögen. In die Reportage steckt dann aber die klare Botschaft: Diese Partei macht keine Politik für Malocher.

Kann eine Partei, die es in Umfragen auf mehr als 40 Prozent der Stimmen bringt, noch exotisch sein? Für die ARD offensichtlich schon.

Mein Kumpel wählt AfD“, staunt das Erste und verspricht einen „Film über Arbeit, Politik, Freundschaft und Fußball“. Echt jetzt: Können auch AfD-Wähler Fußball lieben, in die Arbeit gehen und Freundschaften pflegen? Schauen wir uns an, was sich das Erste da so ausgedacht hat.

Früher wählten beide SPD – heute einer die AfD, der andere die Linke

„Dies ist die Geschichte von zwei Freunden und Schalke-Fans“, erfahren wir im ersten Satz. Und da sitzen sie dann schon blauweiß vor der Kamera: Andreas und Thomas. Andreas bekennt: „Ich hab‘ die AfD gewählt.“ Und Thomas? „Die Linke“.

Das klingt, als würde die beiden nicht nur die Liebe zum Verein verbinden, sondern eben auch eine Unzufriedenheit mit der Politik, die sie in zwei Extreme geführt hat. Früher haben beide SPD gewählt. Da sind sich die beiden schon wieder einig: Die SPD habe einfach zu wenig für Arbeiter getan. Chirurg Thomas: „Ich bin komplett enttäuscht.“

„Da muss ich ihm ein bisschen recht geben“

Unterschiede? „Die AfD ist in ihrem Programm absolut unsozial“, sagt der Arzt, „die Leute, die wenig haben, werden von ihrer Politik sogar noch benachteiligt.“

Andreas ist Gebäudereiniger, Fachgebiet Fenster. „Malocher“, nennt er sich. „Wer arbeitet und sein Geld selber verdient, kann gerne hier bleiben, egal was für eine Nationalität“, sagt er, „aber Schmarotzer? Sowas brauchen wir nicht.“

TV-Kolumne

Arbeiter und AfD wählen? „Da habe ich ein Eigentor geschossen”, lässt die ARD den Fensterputzer Andreas sagen. ARD

Arzt Thomas beklagt die fehlende soziale Gerechtigkeit und beklagt: „Da werden Leute gegeneinander aufgehetzt.“ Und mit Blick auf die deutsche Geschichte fügt er hinzu: „So, wie wir das schon einmal hatten.“ Malocher Andreas widerspricht nicht: „Wenn ich darüber nachdenke, muss ich ihm ein bisschen recht geben.“

Vom AfD-Programm profitieren vor allem die Einkommensstarken

Dazu spielt die ARD einen Redeausschnitt aus dem Bundestag ein. René Springer, AfD-Sprecher für Arbeit und Soziales, bemitleidet „immer mehr Väter und Mütter, die am Ende des Monats in ihr Portemonnaie schauen, und da ist kein Cent für Urlaub, kein Cent für ein Auto, kein Cent für ein Haus. Und in derselben Zeit schaukeln sich Ausländer, 2,4 Millionen Ausländer – und davon sehr viele, die das Bürgergeld missbrauchen – die Eier in Shisha-Bars.“

Ihn trifft das ARD-Team auch noch zum Interview. Was die wichtigsten Arbeiter-Interessen seien? René Springer zählt auf: „Heimat. Familie. Leistung.“

TV-Kolumne

AfD-Bundestagsabgeordneter René Springer will die Vermögenden steuerlich mehr entlasten: „Sie zahlen eben auch mehr Steuern.” ARD

Um die Politik für Arbeiter durch die AfD in Frage zu stellen, hat das Erste den Sozialwissenschaftler Floris Biskamp mit einer Studie beauftragt. Ergebnis: Die AfD sei eher „wirtschaftsliberal“. Eingespielt wird auch eine Leibniz-Studie. Nach der profitieren vom AfD-Programm vor allem die Einkommensstarken. Eine Familie mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen von 180.000 Euro würde nach der Berechnung 19.185 Euro Steuern sparen.

AfD-Wähler widerspricht AfD-Abgeordnetem

„Große Einkommen werden etwas stärker entlastet“, verteidigt AfD-Mann René Springer diese Politik, „weil sie eben auch mehr Steuern zahlen.“

„Das ist nicht okay“, sagt AfD-Wähler Andreas, „da sollte ich mich demnächst ein bisschen mehr damit beschäftigen.“ Und als Fußball-Fan lässt ihn das Erste noch einen Satz hinzufügen: „Im Prinzip ein Eigentor geschossen.“

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