Slate will mit einem günstigen Elektro-Pick-up den US-Markt erobern. Jeff Bezos gehört zu den frühen Geldgebern.
Ein Elektro-Pick-up ohne Touchscreen, Stereo und elektrische Fensterheber: Das von Jeff Bezos unterstützte Startup Slate will den US-Markt mit radikalem Minimalismus aufrollen.
Das von Jeff Bezos unterstützte US-Startup Slate nennt erstmals konkrete Preise für seinen kleinen Elektro-Pick-up. Wie Business Insider berichtet, soll das Basismodell mit zwei Sitzen bei 24.950 Dollar (rund 22.000 Euro) starten. Die SUV-Version mit fünf Sitzen soll ab 29.950 Dollar (rund 26.400 Euro) kosten. Erste Auslieferungen sind bis Ende 2026 geplant.
Slates neuer Elektro-Pick-up:
Slate versucht, eine Lücke im US-Automarkt zu besetzen: günstige, einfache Fahrzeuge. Während viele Hersteller ihre Pick-ups immer größer, teurer und technischer machen, setzt Slate auf Minimalismus. Eine Strategie, die Amazon-Gründer Jeff Bezos unterstützt.
Nach Recherchen von TechCrunch ist Bezos über sein Family Office als früher Investor beteiligt. Eine genaue Summe ist nicht bekannt. Slate hat insgesamt rund 1,4 Milliarden Dollar eingesammelt, zuletzt 650 Millionen Dollar in einer von TWG Global geführten Finanzierungsrunde.
Das Basismodell hat Kurbel-Fenster, klassische Schalter und eine sehr reduzierte Ausstattung. Damit will das Unternehmen Produktionskosten senken und preissensible Käufer erreichen.
Der zweite Teil der Strategie ist Individualisierung. Kunden sollen zunächst ein einfaches Fahrzeug kaufen und es später erweitern können. Mehr als 200 Zubehörteile sind geplant, darunter zweite Sitzreihe, Dachträger, Sitzbezüge, Audiosysteme und Folierungen in mehr als 100 Farben. Das macht Slate eher zu einer Plattform als zu einem klassischen Autoangebot.
Technisch bleibt der Truck bewusst bescheiden. Die Reichweite wird auf rund 205 Meilen geschätzt, also etwa 330 Kilometer. Die Nutzlast liegt bei rund 703 Kilogramm, die Anhängelast bei bis zu rund 907 Kilogramm.
Auch die Größe fällt für amerikanische Verhältnisse klein aus: Mit rund 4,44 Metern Länge liegt der Slate näher an einer Limousine wie dem Toyota Camry als an einem Ford F-150.
Trotzdem ist der Marktstart heikel. Als Slate sein Fahrzeug 2025 präsentierte, gab es in den USA noch eine staatliche Elektroauto-Förderung von 7500 Dollar. Diese ist inzwischen weggefallen. Zugleich bringen Hersteller wie Rivian, Toyota und Lucid günstigere Elektro-Modelle auf den Markt.
Bezahlbare Neuwagen sind in den USA kaum noch zu finden. Laut Edmunds kosteten 2025 nur 4,7 Prozent der verkauften Neuwagen weniger als 25.000 Dollar.
Die zentrale Frage lautet nun, ob Käufer wirklich ein einfaches Auto wollen – oder sich längst an teurere, besser ausgestattete Modelle gewöhnt haben. Ob Bezos mit seiner Investition den richtigen Riecher hatte, muss sich noch zeigen.
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