China will Altbatterien aus E-Autos digital verfolgen. Bis 2030 könnten jährlich mehr als eine Million Tonnen anfallen.
China muss den nächsten Teil seiner E-Auto-Revolution lösen: Millionen alte Batterien. Digitale Kennungen sollen Recycling sichern und illegale Verwertung stoppen.
Chinas Elektroauto-Boom bekommt eine unbequeme zweite Seite: die Entsorgung alter Batterien. Wie „Ecoticias“ berichtet, rechnen chinesische Behörden damit, dass bis 2030 jedes Jahr mehr als eine Million Tonnen ausgedienter Batteriepacks aus Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeugen anfallen. Damit wächst ein Markt, der wertvolle Rohstoffe zurückgewinnen kann, aber auch erhebliche Umwelt- und Sicherheitsrisiken birgt.
Das Wichtigste in Kürze:
China zieht nun regulatorisch nach. Nach vorläufigen Vorgaben des Industrieministeriums und fünf weiterer Behörden müssen Batterien von Elektrofahrzeugen seit dem 1. April 2026 digital rückverfolgbar sein. Jede Batterie erhält dafür eine eigene Kennung.
Sie soll erfassen, wer die Batterie produziert, in welches Fahrzeug sie eingebaut, wann sie ersetzt und wie sie später verwertet wird. So will Peking verhindern, dass Batterien in inoffizielle Kanäle verschwinden.
Der Grund ist wirtschaftlich wie ökologisch. Altbatterien enthalten Lithium, Nickel, Kobalt, Mangan, Kupfer und Aluminium. Diese Metalle sind teuer und strategisch wichtig.
Werden sie fachgerecht zurückgewonnen, sinkt der Bedarf an neuen Rohstoffen. Werden sie unsachgemäß zerlegt, drohen Brände, giftige Rückstände und Umweltverschmutzung.
Nicht jede Batterie muss sofort recycelt werden. Manche Packs verlieren zwar Reichweite für den Einsatz im Auto, können aber noch als Stromspeicher für Gebäude oder erneuerbare Energien dienen.
Diese zweite Nutzung ist jedoch kein Selbstläufer. Schwache oder beschädigte Zellen müssen erkannt werden, sonst wird aus einem Klimanutzen ein Sicherheitsrisiko.
Eine Studie im Fachjournal „One Earth“, auf die Ecoticias verweist, zeigt die Dimension: Ohne strengere Vorgaben könnten nach 2030 fast die Hälfte der ausgedienten Batterien außerhalb zugelassener Recyclingbetriebe landen.
Wenn Hersteller stärker für Rücknahme und Verwertung verantwortlich gemacht werden, könnten langfristig mehr als 92 Prozent der Altbatterien in zugelassenen Betrieben recycelt werden. Laut der Studie ließen sich dadurch auch Umweltschäden deutlich verringern.
China steht damit vor einem Test, der über die eigene Industrie hinausweist. Das Land dominiert die Produktion von Elektroautos und Batteriezellen. Funktioniert das digitale Kontrollsystem, könnte es zum Modell für andere Märkte werden. Scheitert es, zeigt sich: Die Verkehrswende endet nicht an der Ladesäule, sondern erst beim letzten Rohstoff im Akku.
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