Kilometerstand-Betrug: Nicht nur Diesel, auch E-Autos und Hybride sind betroffen. Diese Marken trifft laut Studie der Tacho-Schwindel am häufigsten.
Neue Studie zeigt: Nicht nur Diesel sind betroffen – auch Elektro- und Hybridautos werden immer häufiger manipuliert, mit teuren Folgen für Käufer. Die können das aber verhindern.
Wer einen Gebrauchtwagen kauft, verlässt sich meist blind auf die Kilometerangabe im Tacho. Zu Unrecht, wie eine aktuelle Studie des Kfz-Datenunternehmens carVertical zeigt: Kilometerstand-Betrug bleibt in Deutschland ein verbreitetes Problem und beschränkt sich längst nicht mehr auf Dieselfahrzeuge. Auch Hybrid- und Elektroautos geraten zunehmend ins Visier von Betrügern.
Für die Analyse wertete carVertical Fahrzeugberichte aus, die Firmenkunden zwischen Januar 2024 und März 2026 in Deutschland erworben hatten. Das Ergebnis: Je nach Antriebsart unterscheiden sich Betrugsquote und Ausmaß der Manipulation deutlich.
Am häufigsten betroffen sind laut Studie weiterhin Dieselfahrzeuge: Rund zwei Prozent der überprüften Diesel-Pkw wiesen einen manipulierten Kilometerstand auf. Der Grund liegt auf der Hand: Dieselautos erreichen im Schnitt die höchsten Laufleistungen aller Antriebsarten. Genau das macht sie für Betrüger lukrativ. Im Schnitt wurde der Tacho bei betroffenen Fahrzeugen um rund 84.000 Kilometer zurückgedreht.
Bei Benzinern liegt die Betrugsquote mit 1,7 Prozent etwas niedriger. Wurde hier manipuliert, drehten Verkäufer den Kilometerzähler im Schnitt um rund 50.000 Kilometer zurück – deutlich weniger als bei Diesel-Fahrzeugen.
Hybridfahrzeuge fallen mit einer Betrugsquote von 1,1 Prozent zwar seltener auf. Wird jedoch manipuliert, fällt der Eingriff heftiger aus: Im Schnitt wurde der Kilometerstand um rund 65.000 Kilometer zurückgedreht, etwa 30 Prozent mehr als bei Benzinern.
Am seltensten betroffen sind reine Elektroautos – sicher sind sie aber nicht. Bei rund einem Prozent der überprüften E-Autos war der Kilometerstand gefälscht, im Schnitt um etwa 43.000 Kilometer. carVertical-Experte Matas Buzelis warnt, dass selbst vergleichsweise junge Fahrzeuge betroffen seien und Käufer den Zustand jedes Autos vor dem Kauf genau prüfen sollten. Ein gefälschter Kilometerstand könne so zu einer Überzahlung von mehreren Tausend Euro führen und zusätzliche Probleme bei der Wartungsplanung nach sich ziehen.
Bei den Elektroautos liegt Renault mit einer Quote von 2,7 Prozent an der Spitze der am häufigsten manipulierten Marken. Dahinter folgen:
Im Hybridsegment führt Lexus mit 2,3 Prozent die Liste an. Es folgen:
Der Grund dafür ist laut Buzelis simpel: Je mehr Kilometer ein Elektroauto gelaufen ist, desto stärker leidet in der Regel die Batterie und damit sinkt die Reichweite. Genau das schreckt Käufer ab. Für unseriöse Verkäufer entsteht dadurch ein Anreiz, den Tacho zu frisieren und das Fahrzeug jünger und leistungsfähiger wirken zu lassen, als es tatsächlich ist.
Die Studie macht deutlich: Auch bei modernen Antriebsarten ist beim Gebrauchtwagenkauf Vorsicht angebracht. Wer ein E-Auto oder einen Hybrid kauft, sollte sich nicht allein auf die Tachoanzeige verlassen. Ein unabhängiger Fahrzeugbericht, ein Blick auf Wartungsnachweise und Vorbesitzerhistorie sowie eine Prüfung von Batterie und Verschleißteilen durch eine Fachwerkstatt helfen, teure Fehlkäufe zu vermeiden. Wer den Kilometerstand vor dem Kauf gegenprüfen will, hat mehrere Optionen: Ein Online-Fahrzeughistorienbericht wie von carVertical kostet meist zwischen 15 und 40 Euro und gleicht die Angaben mit Werkstatt- und Zulassungsdaten ab. Wer es genauer wissen will, lässt das Auto bei TÜV oder DEKRA technisch checken – je nach Umfang schlagen dafür etwa 50 bis 150 Euro zu Buche, ein unabhängiger Kfz-Sachverständiger kostet meist 100 bis 250 Euro. Kostenlos und als erster Schritt sinnvoll ist dagegen die Rückrufabfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt.
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„Manipulationen sind, wenn gut gemacht, kaum erkennbar”
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