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The Heat is on: Ferraris neuer Roadster im Test

Дата публикации: 05-08-2026 13:14:00

Wenn das Basismodell einer Automarke ein Spider mit V8-Motor ist, weiß man, dass es etwas exklusiver zugeht. FOCUS online testen den offenen Ferrari Amalfi.

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Wenn das Basismodell einer Automarke ein Spider mit V8-Motor ist, weiß man, dass es etwas exklusiver zugeht. FOCUS online testen den offenen Ferrari Amalfi.

Athen im Hochsommer ist kein entspanntes Pflaster für Autos – erst recht nicht für einen Spider mit Frontmotor-V8. Die Hitze strahlt von der Straße ab, die Luft über dem Asphalt flimmert und die Versuchung, sich unter einem geschlossenen Dach klimatisieren zu lassen, ist nur verständlich. Doch für den Ferrari Amalfi Spider fühlte sich die Gluthitze beinahe schon magisch an: gleißendes Licht, Küstenstraßen, warme Luft und ein satt tönender V8 aus Maranello, während nichts zwischen einem selbst und dem Himmel liegt.

Der Amalfi ist Ferraris Einsteiger-Modell

Schon die Coupé-Version hatte bei den Testfahrten einen beeindruckenden Eindruck hinterlassen, als es vor Monaten entlang der portugiesischen Küste ging. Der Amalfi ist leicht, direkt, unmittelbar und rundum überzeugend – ein Zusammenspiel aus Biturbo- V8, Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe und einer durchdachten Steuerungsphilosophie. Die Bezeichnung Einstiegsmodell mag etwas irritieren, doch innerhalb der exklusiven Ferrari-Modellpalette geht es tatsächlich erst mit dem Amalfi los – ganz nach Gusto mit festem Dach oder Stoffmütze. Wie unterscheidet sich nun der Amalfi Spider von seinem Coupé-Bruder? Bleibt die Magie an Bord?

Zwischen Himmel und Hitze

Zwischen Himmel und Hitze Ferrari Amalfi Spider / Bild: Ferrari
Ferrari Luce ist in diesem Auto fast vergessen

Wie sich die Zeiten ändern können, denn zwischenzeitlich gab es für den erfolgsverwöhnten Sportwagenbauer aus Maranello ein Mediendesaster. Internet, Zeitungen und Fernsehsender diskutierten ausgiebig über das polarisierende Elektromodell namens Luce, während der 12Cilindri Manuale für deutlich positivere Schlagzeilen sorgte – selbst wenn die Funktionsweise seines Getriebes etwas erklärungsbedürftig ist. Vor diesem Hintergrund wirkt der Amalfi Spider fast beruhigend. Er ist weniger umstritten, leichter zu erfassen und gerade deshalb nicht weniger besonders.

Sportlich und schnell

Bei der Beurteilung eines Spiders, Roadsters oder Cabriolets ist die Grunderwartung simpel: Das Fahrgefühl sollte dem des Coupés so nahe wie möglich kommen. Zusätzlicher Fahrspaß ist willkommen, doch unerwünscht sind Einbußen durch Karosseriezittern, eine zu weiche Abstimmung oder sonstige Kompromisse. Im Gespräch mit den Ferrari-Ingenieuren wurde deutlich, wie viel Arbeit in die Umsetzung dieses Ziels fließt. Kalibrierung und Feinabstimmung sind dabei entscheidend. Das Stoffverdeck des 4,66 Meter langen Amalfi Spider öffnet sich in 13,5 Sekunden, lässt sich bei Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h bedienen und faltet sich zu einem nur 220 mm flachen Paket zusammen. Zudem sorgt eine fünfschichtige Konstruktion für eine effektive Schall- und Wärmedämmung bei kühlen Temperaturen.

Zwischen Himmel und Hitze

Zwischen Himmel und Hitze Ferrari Amalfi Spider / Bild: Ferrari

Auf der Straße zeigt sich das Wichtigste: es lassen sich keine nennenswerten fahrdynamische Einbußen feststellen. Der Amalfi Spider fährt sich phänomenal, wirkt agil und – was am wichtigsten ist – nach wie vor leichtfüßig. Genau dieses Gefühl der Unmittelbarkeit bei den primären Bedienelementen ist charakteristisch für die Art und Weise, wie moderne Ferraris mit dem Fahrer kommunizieren. Lenkung, Bremspedal, Gasannahme und Getriebe müssen sich anfühlen, als sprächen sie dieselbe Sprache – und genau das tun sie hier.

Ausgewogen und dynamisch

Der 3,9 Liter große V8-Biturbo leistet 470 kW / 640 PS bei 7.500 U/min und liefert ein Drehmoment von beeindruckenden 760 Nm zwischen 3.000 und 5.750 U/min. Ferrari gibt den Sprint von 0 auf 100 km/h mit 3,3 Sekunden, von 0 auf 200 km/h mit 9,4 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit mit 320 km/h an. Doch mehr noch als die reinen Zahlen ist es das Ansprechverhalten, das den Charakter des Wagens prägt. Der Motor wirkt scharf, ohne nervös zu wirken, und kraftvoll, ohne dabei an Feingefühl einzubüßen. Das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe präsentiert sich genau so, wie es sein sollte: schnell, präzise und intelligent genug, um dezent im Hintergrund zu bleiben, bis man es aktiv in das Fahrvergnügen einbeziehen möchte.

Das Fahrwerk überzeugt in jedem Betriebszustand. Wie das Coupé setzt der Amalfi Spider auf Brake-by-Wire, ein ABS der neuesten Generation, Side Slip Control 6.1, eine elektronische Diffenrenzialsperre und Ferraris neueste Logik zur Haftungsabschätzung. Das Ergebnis ist ein Auto, das sich zugänglich anfühlt, ohne dabei seinen Charakter zu verlieren oder gar zu steril zu wirken. Das ist entscheidend, denn der Reiz des Amalfi liegt nicht darin, dass er einschüchtert, sondern einen einlädt. Im Sportmodus bietet er jene Schärfe und Energie, die man von einem Sportwagen mit Ferrari-Signet erwartet, wirkt dabei aber nie unkomfortabel oder störrisch. Im Race-Modus gewährt er mehr Freiheit, ohne das grundlegende Sicherheitsgefühl zu opfern.

Zwischen Himmel und Hitze

Zwischen Himmel und Hitze Ferrari Amalfi Spider / Bild: Ferrari
Im Fond sitzen: Taschen

Das neue Windschott funktioniert im Alltag hervorragend: Es reduziert Windverwirbelungen ohne die optische Eleganz durch herkömmliche Netzkonstruktionen zu beeinträchtigen. Es ist in die Rückenlehne der Rückbank integriert, wirkt robust und dürfte sich daher als langlebig erweisen. Bei geschlossenem Verdeck wäre ein direkter Vergleich nötig, um etwaige Unterschiede im Geräuschniveau gegenüber dem Coupé präzise zu beurteilen – was für sich genommen schon Bände spricht. Im Innenraum zählt der Amalfi weiterhin zu den überzeugendsten modernen Ferrari-Cockpits. Das Dual-Cockpit-Layout, die physischen Tasten am Lenkrad, die Rückkehr des Startknopfs aus Aluminium sowie das digitale Kombiinstrument, das Zentraldisplay und der Beifahrerbildschirm wirken modern, ohne das besondere Flair eines solchen Fahrzeugs zu verlieren. Auch das 2+0-Sitzkonzept erhöht die Alltagstauglichkeit, wenngleich die Rücksitze eher als Ablage für Taschen oder zusätzliches Gepäck dienen sollten – für Personen sind sie kaum geeignet - es sei denn, diese würden zuvor ihre Beine hinter den eigenen Kopf legen.

Im dynamischen Fahrbetrieb beeindruckt am meisten die Kompromisslosigkeit. Der Amalfi Spider verlangt nicht, dass man für das Offenfahren ein verwässertes Fahrerlebnis in Kauf nimmt. Er wirkt genauso leistungsfähig, kompetent und mitreißend wie das Coupé, bietet jedoch ein intensiveres Erlebnis, mehr Sound und eine größere emotionale Bandbreite. Es ist ein Ferrari mit Front-V8- Motor, wunderschönen Proportionen, einem absolut alltagstauglichen Dach und beeindruckender Fahrdynamik. Keine Kompromisse, einfach nur mehr Fahrfreude.

Zwischen Himmel und Hitze

Zwischen Himmel und Hitze Ferrari Amalfi Spider / Bild: Ferrari
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Von Zaid Hamid

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