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Nach Uni-Skandal im britischen Cambridge: Ex-Professor Jason Arday tot aufgefunden

Дата публикации: 15-08-2026 06:41:00

Erst gefeiert, dann gestürzt: Der über eine Plagiatsaffäre gestolperte Akademiker Jason Arday ist tot. Seine Familie erhebt schwere Vorwürfe. mehr...

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Erst gefeiert, dann gestürzt: Der über eine Plagiatsaffäre gestolperte Akademiker Jason Arday ist tot. Seine Familie erhebt schwere Vorwürfe.

Das Bild zeigt Jason Arday Jason Arday (1985-2026)

Foto: Joe Giddens/PA Wire/dpa

afp/taz | Der vor einer Woche wegen einer Plagiatsaffäre zurückgetretene britische Star-Professor Jason Arday ist tot. Der Wissenschaftler der Elite-Universität Cambridge sei an einer Adresse im Süden Londons ohne Lebenszeichen entdeckt und von Rettungskräften für tot erklärt worden, berichteten am Freitagabend mehrere Medien. Später bestätigte die Universität den Tod des 41-Jährigen. Die Familie des schwarzen Akademikers erhob schwere Vorwürfe.

Die Polizei wurde nach eigenen Angaben vom Rettungsdienst alarmiert, nachdem ein Mann in einem Gebäude im Stadtteil Battersea nicht ansprechbar aufgefunden worden sei. „Leider wurde der 41-jährige Mann vor Ort für tot erklärt.“ Der Tod sei als unerwartet eingestuft worden. Es werde nicht von einem verdächtigen Hintergrund ausgegangen. Obwohl die Londoner Polizei wie üblich keine Namen nannte, war laut Medienberichten klar, dass es sich bei dem Toten um Arday handelte.

Dies bestätigte in der Nacht Ardays Familie, die mit Blick auf die Vorwürfe gegen den Akademiker von Mobbing und Schikane sprach. „Die Desinformationskampagne war einfach zu viel für Jason“, hieß es in einer Erklärung, die über seinen Verlag Simon & Schuster veröffentlicht wurde. „Er war ein sanftmütiger Mensch, der in jedem stets das Gute sehen wollte.“ Die Familie zeigte sich „zutiefst erschüttert über den Verlust dieses wunderbaren Vaters, Partners, Bruders, Onkels und Sohnes.“

Auch die Vizekanzlerin der elitären Universität, Deborah Prentice, zeigte sich „zutiefst betrübt über diese tragische Nachricht“. In einer kurzen Erklärung hieß es weiter: „Unser tiefstes Mitgefühl gilt der Familie und den Freunden von Jason Arday in dieser unglaublich schweren Zeit.“

Akademiker beklagte „rassistisch motivierte Kampagne“

Arday war 2023 als jüngster schwarzer Professor in Cambridge gefeiert worden, damals war er 37 Jahre alt. In der vergangenen Woche trat er mit sofortiger Wirkung sowohl von seiner Stelle als Professor für Bildungssoziologie an der Universität als auch als Fellow des Jesus College zurück, nachdem die Universität eine Untersuchung zu sich mehrenden Plagiatsvorwürfen hinsichtlich seiner Dissertation angekündigt hatte.

In einem online veröffentlichten Brief betonte Arday, dass seine Entscheidung nicht „als Zustimmung zu den Darstellungen, die mich umgeben, missverstanden werden“ dürfe.

Die Times hatte zuvor mehrere investigative Artikel über die Arbeit und das Privatleben des Soziologie-Professors veröffentlicht. In einem Interview mit der Zeitung räumte der Akademiker „Fehler“ in seiner wissenschaftlichen Arbeit ein, erklärte jedoch, er werde zu Unrecht „als Lügner, Fantast und wissenschaftlicher Betrüger dargestellt“. Zudem sprach er von einer „rassistisch motivierten Kampagne“, um ihn aus seinem Amt „zu entfernen“.

Die Universität Cambridge hat Untersuchungen über mögliche Unregelmäßigkeiten bei Ardays Berufung sowie über das Einstellungsverfahren von Professoren insgesamt angekündigt.

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