Er wurde als jüngster schwarzer Professor in Cambridge gefeiert. Nun ist Jason Arday gestorben. Erst vor wenigen Tagen hatte er nach Plagiatsvorwürfen seinen Rücktritt erklärt.
Stand: 15.08.2026 • 06:54 Uhr
Er wurde als jüngster schwarzer Professor in Cambridge gefeiert. Nun ist Jason Arday gestorben. Erst vor wenigen Tagen hatte er nach Plagiatsvorwürfen seinen Rücktritt erklärt.
Der frühere Professor der Universität Cambridge, Jason Arday, ist tot aufgefunden worden. Entsprechende Medienberichte bestätigte die Universität, in der Nacht auch Ardays Familie.
Die Londoner Metropolitan Police teilte lediglich mit, ein 41-jähriger Mann sei im Südwesten Londons für tot erklärt worden. Zum jetzigen Zeitpunkt werde sein Tod als unerwartet eingestuft, es gebe jedoch keinen Grund zu der Annahme, dass ein Verbrechen vorliege, zitierte die Nachrichtenagentur PA die Polizei. Der Fall werde weiter untersucht. Die Polizei nennt in Großbritannien grundsätzlich keine Namen. Die Vizekanzlerin der Universität, Deborah Prentice, zeigte sich "zutiefst betrübt" über den Tod Ardays.
Rücktritt nach PlagiatsvorwürfenIn der vergangenen Woche war der Soziologe von seiner Professur zurückgetreten. Dies hatte in Großbritannien für große Aufregung gesorgt. Medien berichteten unter anderem über Plagiatsvorwürfe mit Blick auf die Doktorarbeit des Professors an der Liverpool John Moores Universität. Auch an der Glaubwürdigkeit von Teilen seiner Lebensgeschichte wurde öffentlich gezweifelt. Die Vorwürfe wies Arday in einem Schreiben zurück.
Plagiatsvorwürfe gegen Arday wurden erstmals im Juli von Nathan Cofnas erhoben, einem US-Wissenschaftler, dessen Forschungszugehörigkeit zu einem Cambridge-College im Jahr 2024 aufgrund von Rassismusvorwürfen beendet worden war. Der Skandal wurde von rechtsgerichteten Zeitungen und Kommentatoren aufgegriffen, die Arday als "Aushängeschild" für Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme (DEI) bezeichneten.
Universität in der KritikEine frühere Untersuchung der Uni in Liverpool stellte laut der PA kein wissenschaftliches Fehlverhalten fest. In seiner Stellungnahme hatte Arday mitgeteilt, der Rücktritt sei "der einzige Weg, dieses Kapitel zu beenden". Dieser solle nicht als "Zustimmung zu den Darstellungen verstanden werden".
Die Leiterin der Universität Cambridge, Deborah Prentice, hatte zuletzt mitgeteilt, eine Untersuchung rund um Arday werde "unabhängig durch hochrangige Wissenschaftler aus Cambridge und von außerhalb" durchgeführt. Die Universität war aufgrund des Falls stark in die Kritik geraten. Arday war 2023 zum jüngsten schwarzen Professor in der Geschichte der Uni Cambridge geworden.
Ardays Familie sprach mit Blick auf die Vorwürfe gegen den 41-Jährigen von Mobbing und Schikane. "Die Desinformationskampagne war einfach zu viel für Jason", hieß es in einer Erklärung, die über seinen Verlag Simon & Schuster veröffentlicht wurde. "Er war ein sanftmütiger Mensch, der in jedem stets das Gute sehen wollte." Die Familie zeigte sich "zutiefst erschüttert über den Verlust dieses wunderbaren Vaters, Partners, Bruders, Onkels und Sohnes."