Zwischen der Mondlandung und der Reise zum Mars kann man schon einen Trip nach Mallorca packen. Jedenfalls in Spiesen-Elversberg, jener Gemeinde im Saarland mit gerade mal knapp 13.000 Einwohnern, die sportlich von sich reden macht. Aber warum Mond und Mars? Nicht dass sie in der 15 Kilometer von Saarbrücken entfernten Kommune im Landkreis Neunkirchen nach dem Bundesliga-Aufstieg des Ortsteils Elversberg nun völlig abdrehen würden. Den Erdtrabanten und den Nachbarplaneten in der Milchstraße hat Trainer Vincent Wagner lediglich bemüht, um seine Gefühle nach der Fußballsensation der vergangenen Saison zu beschreiben.
Zwischen der Mondlandung und der Reise zum Mars kann man schon einen Trip nach Mallorca packen. Jedenfalls in Spiesen-Elversberg, jener Gemeinde im Saarland mit gerade mal knapp 13.000 Einwohnern, die sportlich von sich reden macht. Aber warum Mond und Mars? Nicht dass sie in der 15 Kilometer von Saarbrücken entfernten Kommune im Landkreis Neunkirchen nach dem Bundesliga-Aufstieg des Ortsteils Elversberg nun völlig abdrehen würden. Den Erdtrabanten und den Nachbarplaneten in der Milchstraße hat Trainer Vincent Wagner lediglich bemüht, um seine Gefühle nach der Fußballsensation der vergangenen Saison zu beschreiben.
Genauer gesagt verglich der 40-Jährige den ersten Aufstieg ins deutsche Fußball-Oberhaus mit einer Mondlandung. Und nun warte die „Reise zum Mars“, sagte der Coach gegenüber einer deutschen Zeitung und fügte hinzu: Das habe noch kein Mensch geschafft. Und mit Elversberg den Klassenerhalt zu schaffen, sei eben wie die Reise zum Mars.
Davor also Mallorca, nicht nur geografisch mit rund 1.900 Kilometern näher, sondern auch sportlich im wahrsten Sinne eine andere Liga als die Bundesliga. Vor allem nach dem Abstieg des RCD Mallorca in die zweite spanische Liga. An diesem Samstag (8. August) treffen die beiden Vereine zum ersten Mal in ihrer Geschichte aufeinander. Für beide ein wichtiges Testspiel innerhalb der Vorbereitung auf die jeweilige Saison, die sowohl für Elversberg als auch für den RCD unter besonderen Vorzeichen steht, die vor allem aber eine Reise ins Unbekannte darstellt.
Der Star ist die MannschaftFür Elversberg ist der Aufschlag auf Mallorca vielleicht der größere Schritt, wenn man sich vor Augen führt, in welcher Welt der Club bisher zu Hause war: Karlsruhe, Bielefeld, Magdeburg, Braunschweig , Holstein Kiel, Greuther Fürth, Dynamo Dresden und wie die Zweitligisten sonst noch heißen, mit denen man sich gemessen hat. Wohingegen Mallorca es die letzten Jahre mit Hochkarätern wie Real Madrid, FC Barcelona, Villareal oder Atlético Madrid zu tun hatte – in einer der stärksten Ligen Europas. Das ist erst einmal Schnee von gestern.
Aber zurück zu Elversberg. Was ist das für ein Verein, der zum ersten Mal seine Visitenkarte in Palma hinterlässt? Im Gegensatz zu Real Mallorca ein Team, das mit einer erstaunlichen Kontinuität aufwartet, wohingegen sich die Bermellones, die Zinnoberroten von der Insel, wie sie auch genannt werden, nahezu völlig neu aufstellen mussten und weiter müssen. Das harte Los des Absteigers. Ganz anders die Situation beim Testspielgegner Elversberg.

Auch gegen den französischen Erstligisten Racing Straßburg konnte das Team aus dem Saarland überzeugen. / privat
Dieser wartet mit einer Eingespieltheit des Kaders auf. Hauptgrund ist, dass die meisten Spieler aus der bisherigen Startelf in der zweiten Bundesliga nach wie vor mit dabei sind. Kein Wunder, dass Trainer Vincent Wagner auf den nächsten Entwicklungsschritt der Mannschaft im zweiten Jahr setzt. Aber es gibt auch punktuelle Verstärkung für die Herausforderung Bundesliga. Etwa Luca Sirch, ein Innenverteidiger, der aus Kaiserslautern kam.
Hoffnungsvolle Nachwuchstalente verpflichtetWas sonst auffällt: Viele Neuverpflichtungen sind Spieler, die als hoffnungsvolle Nachwuchstalente gelten. Maurice Krattenmacher etwa, ein 20-jähriger Mittelfeldspieler und deutscher Junioren-Nationalspieler, kam von Bayern München; oder Noah Darvich (19), Offensivmann im Mittelfeld, der vom VfB Stuttgart ins Saarland wechselte und über Spanien-Erfahrung verfügt: Als 16-Jähriger wechselte er 2023 zum FC Barcelona und kam dort unter anderem in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Aus Leverkusen kam der 19-jährige Mittelfeldspieler Francis Onzeka, ein mehrfacher Junioren-Nationalspieler. Last but not least Cole Campbell, ein US-amerikanischer-isländischer Spieler. Der 20-Jährige stieß aus Dortmund zu Elversberg, nachdem er bislang an die TSG Hoffenheim verliehen war.
Wie lässt sich der Bundesliga-Neuling generell charakterisieren? Vor allem ist es ein Team ohne nennenswerte Stars. Klar, es gibt Leistungsträger wie Torwart Nicolas Kristof oder Verteidiger Lukas Pinckert. Ansonsten aber steht das Kollektiv im Vordergrund. Als großer Pluspunkt gilt die mannschaftliche Geschlossenheit. Dazu kommen ein mutiger Offensivfußball, taktische Disziplin, die erwähnte Kontinuität im Kader und eine akribische Vorbereitung auf den jeweiligen Gegner, um ein paar der bekannten Stärken zu nennen. Damit kam der Dorfclub bekannterweise erstaunlich weit.
Und auch die Vorbereitungsphase verläuft bislang positiv. Aktuellstes Beispiel ist der jüngste deutliche 5:2-Sieg gegen den französischen Erstligisten Racing Straßburg. Nicht auszuschließen, dass der Underdog in Zukunft für Überraschungen sorgt. Das Testspiel im Stadion Son Moix gegen Real Mallorca am Samstag (8.8.) beginnt um 21 Uhr.
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