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Hausmusik bei Barbara Uhde: Dieses schöne, warme Leuchten!

Дата публикации: 13-08-2026 08:00:00




Barbara Uhde ist 86 Jahre alt und spielt in ihrer Seniorenresidenz täglich Klavier. Ihr Geheimrezept, damit alles funktioniert? Üben zum richtigen Zeitpunkt.



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Hausmusik bei Barbara Uhde Dieses schöne, warme Leuchten!

Barbara Uhde spielt immer noch täglich Klavier.

Barbara Uhde spielt immer noch täglich Klavier.

Foto: Georg Salzburg(salz)/Georg Salzburg

Serie | Salzburg · Barbara Uhde ist 86 Jahre alt und spielt in ihrer Seniorenresidenz täglich Klavier. Ihr Geheimrezept, damit alles funktioniert? Üben zum richtigen Zeitpunkt.

„Ich habe dein Klavier gefunden!“ An diesen Anruf ihrer Kollegin erinnert sich Barbara Uhde noch genau. In einem Düsseldorfer Klavierhaus stand ein Instrument der Firma Seiler, das ihr auf Anhieb gefiel: ein kleines Schmuckstück aus poliertem Mahagoni, warm schimmernd und mit zarten Blütenintarsien verziert. Im Januar 1992 kaufte Uhde den passenden Hocker gleich dazu, bezahlte in D-Mark und ließ das Klavier in ihre Wohnung im Düsseldorfer Zentrum liefern. Durchs Fenster musste es damals hereingehoben werden.

Drei Jahrzehnte später zog die ehemalige Vorstandssekretärin der Deutschen Bank in eine Seniorenresidenz im Süden der Stadt. Diesmal ging das Klavier über die Treppe nach unten. Eine Spezialfirma hatte zuvor kapituliert; schließlich schaffte es ein gewöhnliches Transportunternehmen – „ohne eine einzige Schramme“, wie Uhde sichtlich befriedigt erzählt.

Noch immer übt die heute 86-Jährige täglich etwa eine halbe Stunde, meistens kurz nach dem Frühstück. „Ich bin ein Tagmensch“, sagt sie. „Wenn ich bis zum Abend warte, wird das nichts mehr.“ Ihr Klavier kann sie stummschalten und dank technischer Umrüstung durch ihren früheren Klavierstimmer mit Kopfhörer spielen. Für den Besuch jedoch setzt sie sich gegen 16 Uhr ans Instrument und spielt ein Prélude von John Field, einem Zeitgenossen Chopins. Einmal in der Woche hat sie Unterricht bei einer Lehrerin aus Russland.

Sie genießt es, nun spielen zu dürfen, was ihr gefällt: Stücke von Francis Poulenc und Karol Szymanowski, Tangos von Astor Piazzolla und Musik aus der Welt der Oper – etwa die berühmte „Rache-Arie“ der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“ oder Offenbachs sanft wiegende „Barcarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“. Barbara Uhde ist Abonnentin der Rheinoper und verfolgt aufmerksam die Debatte um ihre Zukunft: um den abgesagten Neubau und die Sanierung des alten Hauses am Hofgarten. Über viele Jahre sang sie unter der Leitung von Franz Lamprecht im Oratorien-Chor Hilden; mit vielen Mitgliedern trifft sie sich weiterhin.

Mit leisem Schauder erinnert sich Barbara Uhde an die Sonatinen von Muzio Clementi, die sie als Kind einstudieren musste. Nicht Clementis Musik selbst scheint ihr verleidet gewesen zu sein, sondern der Zwang dahinter. „Mein Bruder und ich mussten Klavier spielen, das war eine Pflicht – vergleichbar mit der, in die Schule zu gehen“, erzählt sie. Wo die Freude fehlt, fehlt meist auch die Ausdauer. Mit 16 Jahren gab Barbara Uhde das Klavierspielen auf.

Ein Abschied für immer? Nein. Als Barbara Uhde 50 Jahre alt war, weckte ein Steinway-Flügel in einem Seminarraum der Deutschen Bank ihre Neugier. Sie setzte sich ans Instrument, probierte ein wenig – und plötzlich war das Interesse wieder da. „Ich konnte dort aber nicht ständig spielen, das hätte gestört“, sagt sie. Als die Bank den Flügel verkaufen wollte, hätte sie ihn am liebsten übernommen. In ihrer Wohnung war dafür aber kein Platz. Zum Glück begegnete ihr bald darauf das Seiler-Klavier.

Als sie bei der Musikschule „Subito“ anrief, dauerte es nicht lange, bis sie wieder Unterricht bekam. „Meine Lehrerin kann streng sein. Sie lässt mir nichts durchgehen“, sagt sie. Manche Stücke gefallen ihr auch heute nicht auf Anhieb. Doch je länger sie sich mit ihnen beschäftigt, desto stärker wächst ihre Zuneigung. Neue Stücke erarbeitet sie sich, indem sie rechte und linke Hand zunächst getrennt übt. Über steife Hände oder rheumatische Beschwerden klagt sie nicht. „Wenn etwas schmerzt, muss man es immer gut massieren. Das hilft sehr“, sagt sie überzeugt.

Barbara Uhde ist auch sonst beweglich geblieben. Sie macht Yoga und liest viel, gern auch englischsprachige Literatur. Drei Jahre hat sie in ihrer Jugend in Kanada gelebt. In der Seniorenresidenz besucht sie einen Literaturkurs. „Wir lesen hier gemeinsam“, erzählt sie. Als sie ihre Eigentumswohnung verkaufte und den Umzug in die Seniorenresidenz vorbereitete, musste sie vieles wegwerfen oder weggeben. Das Seiler-Klavier aber blieb. Es steht in ihrer sehr persönlich eingerichteten kleinen Wohnung an zentraler Stelle, gegenüber der Sitzgruppe. Sein Holz hat das schöne, warme Leuchten nicht verloren.

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Классификация: Культура. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 14.39. Источник: rp-online.de.