Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Ziemlich viel Arbeit

Дата публикации: 07-08-2026 13:04:20

Eine Entschuldigung des Kanzlers war angebracht. Aber hinter „Kinderbetreuung nicht als Arbeit zu sehen“, steht mehr als nur ein verunglückter Satz.

Основное содержимое страницы с новостью.

Man muss keine Mutter, man muss auch keine Frau sein, wenn man beim Lesen dieses Satzes vor Wut an die Decke gehen möchte: „Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen.“ So sagte es Kanzler Christian Stocker am Donnerstag bei einem Bürgergespräch in Salzburg. Und wäre es nur bei diesem – einen, empörenden – Satz geblieben, müsste man einen Absetzungsantrag für die Kanzlerschaft stellen.

Denn wer Kinderbetreuung nicht als Arbeit sieht – auch wenn sie meist unvorstellbar großes Glück bedeutet –, hat nie nächtens bei einem kranken Kind am Bett gesessen. Ist nie einem Einjährigen in absolut jeder Sekunde des Tages nachgelaufen, hat nie Nudeln für die Kids gekocht, Vokabeln abgeprüft, die Windeln gewechselt, Tonnen von Schmutzwäsche gewaschen und am Abend, wenn die Kleinen endlich eingeschlafen sind, angefangen, das Chaos zu beseitigen und aufzuräumen. Wer behauptet, Kinderbetreuung sei keine Arbeit, hat nie diese in den Knochen sitzende Erschöpfung gespürt, wenn man tagsüber alles für seine Kinder gegeben hat. Wer behauptet, all dies sei keine Arbeit, entwertet diese unschätzbare, tatsächlich unbezahlbare Leistung – ohne die unsere Gesellschaft, unsere Familien, unsere Zukunft zusammenbrechen würden.

Bei seiner – zugegeben ziemlich verunglückten – Antwort auf eine Frage zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf hatte Stocker allerdings nicht nur einen Satz geäußert, sondern versucht, ein Bild zu zeichnen. Eines von „gegenseitiger Verantwortung“, ein nicht in Geld aufzuwiegendes christliches, heiles Familienideal. Familie sei kein „Business-Modell“, meint der Kanzler. Zumindest darin hat er unbestreitbar recht.

Österreichs Regierungschef dürfte aber auch der irrigen Annahme anhängen, dass sich hierzulande die Idee schon durchgesetzt hätte, dass Familienväter mittlerweile genauso viele Pflichten, Arbeiten und Zeit für die Familie auf sich genommen haben wie deren berufstätigen Frauen. Schön wäre es. Das 50-50-Prinzip hat sich auch in den jungen Familien dieses Landes längst noch nicht durchgesetzt, und das hat nicht nur mit noch immer nicht ausreichenden Kinderbetreuungseinrichtungen zu tun.

Sondern mit einem aus der Zeit gefallenen Bild, wie viele Männer und leider auch nicht wenige Frauen noch die Welt der Familien sehen: als eine Aufgabe, die zu einem Großteil Frauen zufällt. Wenig bedankt. Kaum wertgeschätzt. Selbstverständlich. So wie es eben immer war. Der Kanzler hat sich mittlerweile für seine Wortwahl entschuldigt. Die Frage aber ist: Hätte eine Mutter, im Idealfall auch Kanzlerin, bei einer Frage von Vereinbarkeit von Familie und Beruf geantwortet mit „Kinderbetreuung ist keine Arbeit?“ Nie und nimmer.

kurier.at, dida  |  07.08.2026, 15:04

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Главком ВСУ извинился перед отправленным в отставку Федоровым0520-07-2026
2Путин: дети должны понимать, "на чем стоит земля русская"0029-05-2025
3Пашинян на митинге извинился перед народом "за ошибки властей"0001-03-2021
4Путин извинился перед вдовой бойца СВО за нерасторопность соцслужб0019-12-2025
5В Германии назвали «огромную ошибку» Зеленского-5318-07-2026
6Кандидат в канцлеры ФРГ Армин Лашет признал ошибки и небрежное цитирование в своей книге0030-07-2021
7Groß angekündigt, kaum geliefert: Für junge Menschen bleibt von dieser Steuerreform fast nichts-8602-07-2026
8Gebt Eltern mehr Urlaubstage!: Die Sommerferien sind regelmäßig der Betreuungs-GAU2608-07-2026
9Путин отметил важность работы тренеров, увлекающих детей и ведущих к результату0029-05-2025

Классификация: Международные. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 8.4. Источник: kurier.at.