Neben Fleisch, Pommes und Dönersoße gibt es im Hayat-Grill in Neunkirchen seit einiger Zeit auch Content auf Social Media. Eine Liebeserklärung an seine Stadt hat viele Follower berührt.
Neunkirchen · Neben Fleisch, Pommes und Dönersoße gibt es im Hayat-Grill in Neunkirchen seit einiger Zeit auch Content auf Social Media. Eine Liebeserklärung an seine Stadt hat viele Follower berührt.
Sorgt mit seiner Liebeserklärung an Neunkirchen für viele Likes bei Instagram: Ur-Neinkerjer Adham Yesilmen
Foto: Carolin Merkel„Moin, moin, Neinkerje“ – so beginnt das Video, mit dem Adham Yesilmen auf Instagram Werbung für sein Grillrestaurant „Hayat“ macht. Das liegt in bester Lage in der Pasteurstraße – mitten in der Neunkircher Innenstadt, wo das Leben mal mehr und mal weniger pulsiert. Seit 2017 gibt es unter seiner Leitung dort Döner, Yufka, Lahmacun, aber auch Pizza, Schnitzel und Salat. Seit einiger Zeit macht der in Neunkirchen geborene 33-Jährige, dessen Eltern türkische Kurden sind, neben vollen Tellern auch „Content“. Ohne Social-Media, erklärt er, laufe heute nichts mehr. Doch dazu später mehr.
Auch Neunkirchens Bürgermeisterin Lisa Hensler folgt ihm
Mehr als 10.000 Nutzer haben vor einigen Wochen auf seiner Seite die wohl schönste Liebeserklärung an seine Geburtsstadt gesehen. Und so mancher dürfte sogar eine leichte Gänsehaut verspürt haben. Das Video ist eine Minute und zehn Sekunden lang – und war, wie er verrät, eigentlich so gar nicht geplant. Vielmehr habe ihn auf einmal die Spontanität überkommen. Herausgekommen ist ein flammendes Plädoyer für seine Heimatstadt. Kommentare zu dem überaus emotionalen Bekenntnis gab es unter anderem von der Neunkircher Bürgermeisterin Lisa Hensler. Und Adham Yesilmens Statement ist ein starkes, eins für seine Stadt, in der er geboren wurde, aufgewachsen ist, zur Schule ging, Fußball spielte, eine Familie gründete und Vater von drei Kindern wurde. Und wo er nun als Selbstständiger mitten in Neunkirchen Arbeit- und Gastgeber ist.
Flammendes Statement für seine Stadt
Im Gespräch mit unserer Zeitung stellt er beim Blick auf das leer stehende Kaufhofgebäude gleich gegenüber fest: „Leerstand gibt es überall, doch eine Stadt besteht doch nicht aus Gebäuden und Straßen, sondern aus Menschen. In jeder Stadt ist es heute schwierig. Doch, es ist wichtig, dass wir nicht Probleme sehen, sondern Lösungen suchen. Kämpfen gehört zum Leben dazu.“ Hierzubleiben und weiterzumachen, das sei er nicht zuletzt seinen Kindern, die so wie er auch in Neunkirchen groß werden sollen, schuldig. Dazu bekennt er sich in seinem Video: „Ich bin hiergeblieben, weil ich nicht einfach sagen will, in Neinkerje geht nix mehr. Ich will zeigen, doch, es geht etwas, wenn wir zusammenhalten, wenn wir lokale Geschäfte unterstützen, wenn wir unsere Stadt nicht nur einfach kritisieren, sondern auch etwas für sie tun.“
Adham Yesilmen, Inhaber des Hayat-Grill
Foto: Carolin MerkelTreffpunkt für alle
Mit den Gastronomen in seinem Umfeld, erzählt er, führe er viele Gespräche, man unterstütze sich gegenseitig. Gemeinsam kämpfen und sich motivieren war und ist Adham Yesilmens Devise. Leerstände im Umfeld, dazu der Abriss und Neubau der Schule habe ihn viel Laufkundschaft „trotz 1- A-Lage“ gekostet. „Dafür haben wir viele Stammkunden und liefern auch aus.“ Seine Kundschaft, erzählt er, vereine viele Kulturen – so sei er am Oberen Markt auch aufgewachsen. „Unser Grill ist ein Treffpunkt für alle, vom Bankdirektor bis zum Schüler.“ Er hofft auf die Rückkehr der Schüler, auf die Nutzung des Kaufhofs als Behörde. Und, wenn in Neunkirchen eine Veranstaltung sei, sagt er, merke er das sehr deutlich am Betrieb in seinem Restaurant.
Nicht perfekt – aber unsere Stadt
Werbung zu machen, das gehöre mittlerweile auch für ihn dazu. Auf dem Teller „mit guter Qualität und großer Auswahl“, mit einem positiven Gespräch bei seinen Kunden, aber auch in den sozialen Netzwerken. Seit seinem Statement für seine Stadt, das mit „Neinkerje ist nicht perfekt, aber Neinkerje ist unsere Stadt. Und solange Menschen hier anpacken und nicht aufgeben, glaube ich an diese Stadt“, endet, hat Adham Yesilmen den Menschen aus der Seele gesprochen. Und das, so zeigen die Kommentare seiner weiteren Videos, kommt an. Ein bisschen stolz ist er darauf, dass viele Gäste mittlerweile in sein Lokal kommen und ihn mit „Moin, moin, Neinkerje“ begrüßen. Damit hat er ein Markenzeichen gesetzt. „Und ich bleibe dran am Content“, verspricht der Inhaber des Hayat-Grills abschließend. (hek)
Kontakt: Hayat-Grill, Pasteurstraße 11, 66538 Neunkirchen, Instagram: hayat_grill