Auf Bitten der USA hat die Ukraine Angriffe auf Öltanker eingestellt, die den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk nutzen. Medienberichten zufolge soll der Öl-Preis stabilisiert werden. Die Entwicklungen im Ticker.
Ukraine-News
Bericht: Washington bittet um Angriffsstopp gegen russische Tanker im Schwarzen Meervon MDR AKTUELL
Stand: 12.08.2026 20:18 Uhr
Russland will seine Exportströme aus der Schwarzmeerregion wegen logistischer Einschränkungen stärker auf alternative Routen verlagern. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sollen dafür unter anderem Häfen an der Ostsee, am Kaspischen Meer und im Fernen Osten sowie Überlandverbindungen genutzt werden.
Auch die Ukraine setzt für ihre Getreideexporte verstärkt auf Alternativen zu den Routen über das Schwarze Meer. Nach Angaben des ukrainischen Ministerpräsidenten Serhij Korezkyj haben sich die Ukraine und Moldau bis zum Jahresende auf einen Tarifnachlass von 50 Prozent für Schienengütertransporte geeinigt. Das moldauische Infrastrukturministerium bestätigte die Vereinbarung. Dadurch könnten bis Jahresende bis zu 600.000 Tonnen ukrainisches Getreide transportiert werden. (Quelle: Reuters)
UNO fordert Russland zur Aufhebung von Jabloko-Wahlausschluss aufNach dem Ausschluss der Anti-Kriegs-Partei Jabloko von der bevorstehenden Parlamentswahl in Russland haben die Vereinten Nationen Moskau aufgefordert, das Verbot aufzuheben. Das UN-Menschenrechtsbüro zeigte sich "zutiefst besorgt" darüber, dass eine der ältesten russischen Parteien nicht zu dem Urnengang zugelassen sei. "Wir fordern die Behörden auf, das Verbot rückgängig zu machen", hieß es in einer Erklärung. Jabloko-Parteichef Nikolaj Rybakow kündigte an, gegen die Gerichtsentscheidung in Berufung zu gehen. (Quelle: AFP)
Selenskyj meldet Befreiung von 26 OrtschaftenUkrainische Truppen haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in diesem Jahr 745 Quadratkilometer russisch besetztes Gebiet im Südosten des Landes befreit. Dies entspricht etwa der Fläche Hamburgs. Dabei seien 26 Ortschaften in den Regionen Dnipropetrowsk, Donezk und Saporischschja wieder unter die Kontrolle Kiews gebracht worden, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. Die Offensive sei genau nach Plan verlaufen. Der ukrainischen Beobachtergruppe DeepState zufolge befindet sich ein Großteil des Areals jedoch in einem Niemandsland, das von keiner Seite vollständig kontrolliert wird. (Quelle: Reuters)
Ukraine: Immer weniger Betrieb am Hafen von OdessaDer Betrieb am Hafen von Odessa hat ukrainischen Angaben zufolge wegen verstärkter russischer Angriffe deutlich nachgelassen. Im Juli hätten 159 Schiffe den Schwarzmeerhafen Hafen angelaufen, verglichen mit 400 im Vorjahresmonat, teilte der stellvertretende ukrainische Infrastrukturminister Andrij Kaschuba der Nachrichtenagentur Reuters mit. Er beruft sich auf Daten der ukrainischen Hafenbehörde. "Einige Schiffseigner und Verlader warten darauf, dass sich die Sicherheitslage verbessert", ergänzt Kaschuba. (Quelle: Reuters)
Russland: Ukrainische Angriffe treiben Getreidepreise nach obenRussland wirft der Ukraine vor, mit Angriffen auf die russische Agrarinfrastruktur die weltweiten Lebensmittelpreise in die Höhe zu treiben. Die ukrainischen Angriffe verschärften den Mangel an Getreide sowie Düngemitteln und dienten den Interessen bestimmter westlicher Staaten, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Die Ukraine hatte den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk angegriffen, woraufhin Getreideterminals den Betrieb einstellten. Nach den Angriffen auf Noworossijsk stiegen die Getreidepreise an den Rohstoffmärkten deutlich. (Quelle: Reuters)
Russland rationiert Benzin in der Region OrenburgIn der südrussischen Ural-Region Orenburg wird nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine Raffinerie der Kraftstoff rationiert. Die Lage vor Ort sei "schwierig", teilte Gouverneur Jewgeni Solnzew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Er führe deshalb Beschränkungen für den Verkauf von Benzin ein. In Russland kam es infolge ukrainischer Angriffe auf Ölraffinerien zuletzt immer wieder zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung. Auch andere Regionen haben ähnliche Beschränkungen wie die in Orenburg erlassen. (Quelle: Reuters)
Russland droht mit Angriffen auf HandelsschiffeRusslands droht nach dem Festsetzen mehrerer Schiffe seiner sogenannten Schattenflotte dem Westen mit "spiegelbildlichen Maßnahmen". Es gehe nicht nur um Gewässer, in denen russische Schiffe überfallen würden, "sondern dort, wo wir es für notwendig und zielgerichtet erachten", sagte der russische Präsident Wladimir Putin. Die Festsetzung seiner Schiffe ärgert Russland schon lange. Moskau spricht von Piraterie und hat auch schon wiederholt damit gedroht, seine Kriegsschiffe zum Schutz seiner Handelsschiffe einzusetzen. (Quelle: dpa)
Großbrand in einem Baumarkt in SaporischschjaIn der Nacht haben russische Luftangriffe trafen unter anderem die südukrainische Stadt Saporischschja getroffen. Dort brach nach Angaben der regionalen Behörden ein Großbrand in einem Baumarkt aus. Es kam zu Stromausfällen. (Quelle: dpa)
Nato verurteilt russische LuftraumverletzungenDie Botschafter der Nato-Staaten haben über die jüngsten Luftraumverletzungen in Polen und Rumänien sowie über Drohnen-Zwischenfälle beraten. Dies teilte das Bündnis mit. Die Nato-Mitglieder sichern den betroffenen Verbündeten ihre volle Solidarität und Unterstützung zu. Russland trage die volle Verantwortung für die Luftraumverletzungen. Diese seien gefährlich und inakzeptabel und zeigten eine zunehmende Risikobereitschaft Russlands. Die Nato baue ihre integrierte Luft- und Raketenabwehr im gesamten Bündnisgebiet weiter aus.
Die Alliierten unterstreichen zudem ihre Maßnahmen zur Stärkung der Verteidigung an der Ostflanke von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Die Nato sei bereit, jede Aggression abzuschrecken und abzuwehren. (Quelle: Reuters)
Jeweils zwei Tote bei Angriffen in Russland und in der UkraineBei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine sind Behördenangaben zufolge jeweils zwei Menschen getötet worden. In der südrussischen Region Krasnodar starben bei "mehreren hundert" ukrainischen Drohnenangriffen zwei Menschen, wie Gouverneur Wenjamin Kondratjew auf Telegram mitteilte. Acht Menschen seien verletzt worden, zwei weitere im Schwarzmeer-Urlaubsort Gelendschik.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums fing die Luftabwehr in der Nacht zum Mittwoch 502 ukrainische Drohnen über Russland und dem Schwarzen Meer ab. Die ukrainische Luftwaffe meldete zugleich russische Angriffe mit Raketen und 138 Drohnen, von denen 112 abgefangen worden seien. Betroffen gewesen seien vor allem die Regionen Odessa und Sumy. In Cherson seien nach Angaben des Bürgermeisters zwei Menschen bei russischen Drohnenangriffen getötet worden. (Quelle: AFP)
Russland: Ölraffinerie in Orsk stoppt BetriebDie Ölraffinerie Orsknefteorgsintez im russischen Orsk hat wegen Schäden durch ukrainische Dohnenangriffe ihre Produktion eingestellt. Berichten zufolge wurde die Ölverarbeitung am 11. August eingestellt. Das ukrainische Militär bestätigte einen Angriff.
Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf die russische Energie-Infrastruktur verstärkt, was in Russland zu einer Kraftstoffkrise führte. Die nun getroffene Anlage liegt rund 1.900 Kilometer östlich der Grenze zur Ukraine. Ihre Kapazität beträgt 5,76 Millionen Tonnen pro Jahr, das sind etwa 115.200 Barrel pro Tag. (Quelle: Reuters)
Russland hat bei jüngsten Angriffen auch ballistische Raketen aus Nordkorea eingesetzt. Das teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache mit. Demnach wurden in der Nacht zum 10. August aus mehreren russischen Regionen Raketen aus nordkoreanischer Produktion abgefeuert. Es habe Todesopfer und Verletzte gegeben.
Der Präsident betonte, dass die Lage in Saporischschja besonders schwierig gewesen sei. Darüber hinaus dauerten die russischen Drohnenangriffe auf Städte und Dörfer entlang der Frontlinie von Sumy bis Cherson an. (Quelle: Ukrinform)
Der Betrieb des Getreideterminals im russischen Hafen Noworossijsk ist nach ukrainischen Drohnenangriffen in der Nacht eingestellt worden. Der Eigentümer Demetra Holding bestätigte, dass das Terminal bei dem Angriff beschädigt worden sei, nannte aber keine Details.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte ukrainische Angriffe auf den Schwarzmeerhafen mit Drohnen, Marschflugkörpern und Seedrohnen. Es seien Stellungen der Flugabwehr sowie die Hafen-Infrastruktur getroffen worden. (Quelle: Reuters/dpa)
Russland hat nach eigenen Angaben den Hafen von Odessa im Süden der Ukraine angegriffen. Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurde ein Treibstofflager für die ukrainische Armee getroffen. (Quelle: Reuters)
Die Ukraine hat einem Medienbericht zufolge auf Bitten der USA ihre Angriffe auf Öltanker eingestellt, die den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk nutzen. Wie die "Financial Times" berichtet, hat US-Vizepräsident JD Vance bereits Ende Juli dazu Kiew informiert. Washington befürchte, dass die Ukraine durch den Beschuss die Ölmärkte weiter destabilisiere und US-Firmen schädige. Die Angriffe hatten Tankern gegolten, die über den Terminal in Noworossijsk Rohöl aus Kasachstan an Bord nehmen.
Am Hafen von Noworossijsk befindet sich das größte russische Ölterminal am Schwarzen Meer. Außerdem ist der Hafen ein wichtiger Marinestützpunkt. (Quelle: Reuters)
Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen Dutzende Tanker im Schwarzen Meer mit Drohnen attackiert. Über den Hafen und das Terminal in Noworossijsk wird etwa ein Drittel der russischen Öl-Exporte verschifft. (Archivbild)
Die russische Schwarzmeerküste ist nach Behördenangaben in der Nacht massiv von ukrainischen Drohnen angegriffen worden. Hauptziel war dabei die Hafenstadt Noworossijsk, wie der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, auf Telegram mitteilte.
Berichten russischer wie ukrainischer Telegramkanäle zufolge wurden in Noworossijsk der Marinehafen, der Handelshafen und das Ölverladeterminal getroffen. An diesen Stellen zeigte auch das Brandmeldesystem Firms der US-Raumfahrtbehörde Nasa Feuer. (Quelle: dpa)
Russland plant nach ukrainischer Darstellung eine neue Mobilisierungsoffensive für die Streitkräfte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verwies auf geheimdienstliche Informationen, laut denen nach der Parlamentswahl in Russland im September Hunderttausende neue Soldaten rekrutiert werden sollen. Damit wolle der Kreml auch "den Anschein erwecken, dass die Russen angeblich den Krieg unterstützen".
Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hatte im vergangenen Monat erklärt, Russland benötige keine neue Mobilmachung, da in diesem Jahr bereits 200.000 Freiwillige Verträge unterzeichnet hätten. Bei der großen "Teilmobilisierung" kurz nach dem Überfall auf die Ukraine 2022 waren rund 300.000 Männer eingezogen worden. (Quelle: Reuters)
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind am Dienstag mindestens elf Menschen getötet worden. In Saporischschja kamen nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj sechs Menschen ums Leben. 19 weitere wurden verletzt. Im Gebiet Dnipropetrowsk meldeten die Behörden drei Tote, im Gebiet Odessa zwei weitere. Auch Kiew wurde angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland unter anderem ballistische Raketen, Anti-Schiffsraketen und 120 Drohnen ein.
Video: Mindestens neun Tote bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine (1 Min)
Die Ukraine griff ihrerseits Ziele weit im russischen Hinterland an. Das ukrainische Militär erklärte, eine Ölraffinerie in Orsk im Gebiet Orenburg getroffen zu haben. Dort brach nach Angaben des Gouverneurs ein Feuer in einem Industriebetrieb aus. Im Gebiet Woronesch gerieten bei einem ukrainischen Drohnenangriff große Lagerhallen in Brand. Nach Angaben des Gouverneurs wurde ein Mann getötet. Zwei weitere Menschen wurden verletzt.
Selenskyj zufolge hat die Ukraine den USA Vorschläge für ein Ende des Krieges übermittelt. Washington könne unter anderem mit zusätzlicher Flugabwehr und stärkerem Druck auf Moskau helfen. Einzelheiten zu den Vorschlägen nannte er nicht.
Ukraine-News am Mittwoch, 12. August 2026Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.
Hintergründe
Der russische Angriff auf die Ukraine
Am 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine überfallen. Doch die ukrainische Armee kann sich halten und konnte Gebiete zurückerobern, der Westen unterstützt sie. Aktuelle Nachrichten und Hintergründe.
Audio | MDR AKTUELL
Was tun, Herr General? – der Podcast
Krieg in Europa. Welche Strategie verfolgt die russische Armee, wie stehen die Chancen der ukrainischen Verteidiger? Einschätzungen der militärischen Lage und der Kriegsfolgen vom früheren NATO-General Erhard Bühler.
Podcast-Reihe
Putins Krieg – die Hintergründe
Russland führt Krieg gegen die Ukraine - Zerstörung, Leid und Flucht. In diesem Podcast bündeln wir Interviews und Berichte rund um den Krieg, seine Folgen für die Welt, Europa und in Deutschland.
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