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Wie die Hitze den Gemüsegärtnern auf der Insel Reichenau Probleme macht

Дата публикации: 03-08-2026 08:03:07

Die heißen Temperaturen und das wärmere Bodenseewasser erschweren die Arbeit der Reichenauer Gemüsegärtner - auch wenn die Bewässerung durch den Bodensee sichergestellt ist.

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Die Gärtner der Genossenschaft Reichenau-Gemüse dürfen bei Hitze zwar unbegrenzt Wasser aus dem Bodensee entnehmen. Trotzdem setzen sie seit Jahrzehnten auf ein Wassersparsystem. Sie nutzen Tröpfchenbewässerung. Das verhindert Pilzbefall und spart Pflanzenschutzmittel. Was zunehmend zum Problem wird, ist aber die Sonneneinstrahlung in den Gewächshäusern, denn auch Tomaten kriegen Sonnenbrand. Hier helfen Systeme zur Beschattung. Das ist wichtig, denn Gemüse, das Schäden hat, kann nicht vermarktet werden.

Ausreichendes Bewässerungssystem auf der Insel Reichenau

Auf der Insel Reichenau gibt es vier Pumpwerke, sagt Christian Müller, stellvertretender Geschäftsführer der Reichenau-Gemüse-Genossenschaft. Ein Pumpwerk befinde sich im Gnadensee, drei Pumpwerke im Seerhein. Die Anlage sei vor Jahrzehnten von den Gärtnern selbst gebaut worden. Auf der Insel Reichenau haben sie rund 60 km Rohrleitungen verlegt. Circa 1.500 Entnahmestellen versorgen die Betriebe der rund 40 Gemüseerzeuger. Von der Wasserversorgung profitierten aber auch die Gemeinde, die Weinbauern, die Zierpflanzengärtner und die Privathaushalte auf der Insel, so Müller.

Für uns gibt es ausreichend Wasser.

Laut Christian Müller entnimmt die Reichenau-Gemüse 800.000 bis 1.000.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr. "Das höre sich zwar viel an", sagt Müller, "aber diese Menge werde in Sipplingen für die Trinkwasserversorgung aus dem Bodensee an zwei Tagen entnommen". Aktuell sei der Wasserstand trotz historischen Tiefs noch hoch genug. Die Wassersaugkörbe befänden sich noch mindestens ein Meter unter der Wasseroberfläche.

Gefahr von Sonnenbrand und Hummeln weniger aktiv

Stefanie Wehrle ist in vierter Generation Gemüseerzeugerin auf der Insel Reichenau. Sie pflanzt in ihren Gewächshäusern Tomaten, Gurken, Paprika und Salate an. "Die Tomaten vertragen die Hitze eigentlich ganz gut", sagt Stefanie Wehrle. Allerdings könne es bei Tomatenkulturen, die nach ganz oben wachsen, zu Verbrennungen kommen. Verbrannte Tomaten seien leider Abfall.

Sonne ja. Wir brauchen das Licht. Die hohen Temperaturen brauchen wir nicht - 25 bis 28 Grad wären völlig ausreichend.

Außerdem gebe es bei den Tomaten Probleme bei der Befruchtung. Denn die Hummeln würden bei den heißen Temperaturen weniger arbeiten. Bei Rispentomaten würden dadurch nicht alle Blüten bestäubt. Die Rispe entwickle sich dadurch nicht immer schön gleichmäßig. In diesem Jahr hat Stefanie Wehrle zum ersten Mal für Schatten auch bei ihren Tomaten gesorgt. Davon profitierten Mitarbeiter und Pflanzen.

Die Hitze stellt die Gemüsegärtner vor einige Herausforderungen

Schatten für Pflanzen und Mitarbeitende spenden die sogenannte Energieschirme. Das sind ausziehbare Sonnenschutztücher. SWR Kalkfarbe als Hitzeschutz

Als Hitzeschutz gibt es neben Schatten spendenden Rolltüchern, sogenannten Energieschirmen, auch Kalkfarbe auf den Gewächshausdächern. Stefanie Wehrle hat die umweltfreundliche Kalkfarbe mit einer Drohne auf die Glasdächer spritzen lassen. So werde die direkte Sonneneinstrahlung reduziert, sagt Christian Müller von der Reichenau Gemüse Genossenschaft. Die Farbe werde im Herbst mit einem speziellen Reinigungsmittel abgewaschen.

Die Hitze stellt die Gemüsegärtner vor einige Herausforderungen

Die transparente Kalkfarbe auf den Gewächshausdächern reduziert die Sonneneinstrahlung. SWR Wärmeres Wasser: mehr Algen und Muscheln in den Wasserleitungen

Die Pflanzen bekommen ihr Wasser über Tröpfchenbewässerung aus dem Bodensee. Die Menge und Häufigkeit berechne der Computer etwa nach der Lichtmenge. Probleme bereite dabei das immer wärmer werdende Wasser, so Stefanie Wehrle. In den Leitungen bildeten sich verstärkt Algen und Muscheln. Sie verstopften die Filter, die nun öfter gereinigt werden müssen, sonst lasse der Wasserdruck nach, so Wehrle.

Außerdem kämen durch die generelle Erwärmung auch noch neue Schädlinge aus dem Süden auf die Insel Reichenau, die es so bisher noch nicht gegeben habe. Die zunehmende Hitze und Trockenheit machten ihr schon Sorgen.

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