Seit 2024 findet die Veranstaltung jedes Jahr statt. Dann wird aus dem Ort eine Festmeile. Die Resonanz darauf sei positiv, sagen ein Initiator und eine Initiatorin. Was Besuchende erwarten können.
Kaum einen Platz auf den Bänken ließen die Besucher beim ersten Familienstraßenfest 2024 frei.
Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)Mönchengladbach · Seit 2024 findet die Veranstaltung jedes Jahr statt. Dann wird aus dem Ort eine Festmeile. Die Resonanz darauf sei positiv, sagen ein Initiator und eine Initiatorin. Was Besuchende erwarten können.
Sie ist abwechslungsreich und international. Dennoch fristet dieser Teil der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Marienplatz und Wilhelm-Schiller-Straße immer noch ein Schattendasein in der Rheydter Innenstadt. An diesem Zustand etwas zu ändern, das haben sich Anwohnende, Gewerbetreibende und Mitarbeitende öffentlicher Einrichtungen vorgenommen. Daher haben sie das Friedrich-Ebert-Straßen-Fest ins Leben gerufen. In diesem Jahr findet es bereits zum dritten Mal statt, dieses Mal am Samstag, 5. September, zwischen 12 und 18 Uhr.
Laut der Stadtteilkoordinatorin Leah Blank ist das Straßenfest Teil der Aktion „Rheydt geht rund“. An dem Samstag bildet es die vierte Säule der Aktion, an der auch Wochenmarkt, Flohmarkt und der Wein- und Kulturgarten beteiligt sind. „Es ist also viel los in Rheydt“, sagt Blank. Und: „Das Friedrich-Ebert-Straßen-Fest rundet das Besuchserlebnis in Rheydt ab.“ Das dazugehörige Programm soll auf zwei Bühnen an den beiden Enden des Festbereichs stattfinden.
Norbert von Dahlen ist einer der Ideengeber. Ebenso wie die Mitgründerin Karin Boeker-Mahr freut er sich über die Resonanz, die die Initiative gefunden hat. „Dabei spielt nicht nur die Teilnahme am Fest eine Rolle, wichtig ist, dass der Zusammenhalt und der Gemeinschaftssinn im Viertel gewachsen sind“, sagt Boeker-Mahr. Inzwischen seien viele neue Bekanntschaften geknüpft und Netzwerke entstanden. „Wir sind ein Nachbarschaftsfest“, betont von Dahlen. Die Nachbarn sollen miteinander, aber auch mit Besuchern ins Gespräch kommen.
Norbert von Dahlen (2.v.r.) und Karin Broeker-Mahr (3.v.r.) organisieren zum dritten Mal das Fest auf der Friedrich-Ebert-Straße, hier mit einigen der Mitstreiter.
Foto: Kurt LehmkuhlStraßenfest widmet sich auch ernsten Themen
Dabei ist die Friedrich-Ebert-Straße laut Blank schon aktuell ein belebter Ort. „Hier haben wir weniger Leerstände als in anderen Bereichen des Rheydter Einkaufsbereichs“, sagt sie. Das mag daran liegen, dass sich zum Teil ungewöhnliche Geschäfte breitgemacht haben, die gemeinsam mit den verschiedenen gastronomischen Angeboten für Vielfalt sorgen.
An dem Samstag im September sind auf der Straße Organisationen wie Caritas und die Arbeiterwohlfahrt, aber auch die Volkshochschule (VHS) vor Ort. Das Ziel: „Wir nutzen die Gelegenheit, mit Nachbarn ins Gespräch zu kommen und sie zu beraten“, sagt VHS-Zweigstellenleiter René Penke. „Neben Spaß und Freude gibt es also auch eine ernste Seite beim Straßenfest“. So werde mit Anwohnenden mit Migrationshintergrund gesprochen, die beispielsweise nicht wissen, wie ihre Berufsabschlüsse in Deutschland anerkannt werden können.
Kulturelle Vielfalt wird gelebt
Während des Straßenfestes findet laut der ehemaligen Lehrerin des Hugo-Junkers-Gymnasiums, Angelika de Clerque, außerdem eine Premiere statt. In Zusammenarbeit mit der Stadtteilbibliothek hat de Clerque unter dem Motto „Das einer des anderen Sprache versteht“ eine bilinguale Lesung vorbereitet. Dabei werden Geschichten in verschiedenen Sprachen vorgelesen und jeweils ins Deutsche übersetzt. „Das ist ein Symbol für die kulturelle Vielfalt unseres Viertels“, sagt sie.
Die Diversität schlägt sich auch in vielen Musikbeiträgen nieder. Es treten die städtische Musikschule und ein ukrainischer Chor auf. Ebenso leisten bulgarische und türkische Tanzgruppen einen Beitrag. In einer weiteren Aktion beteiligen sich die Niederrheinischen Sinfoniker, bei denen Musiker aus aller Welt spielen. Sie haben für das Straßenfest ein „internationales“ Holzbläserquintett zusammengestellt.