Der THW Kiel zog nach der schlechtesten Spielzeit seit mehr als 20 Jahren nach Saisonende die Reißleine und ersetzte Cheftrainer Filip Jicha durch Börge Lund. Eine Entscheidung, die dem Handball-Rekordmeister offenbar nicht leicht gefallen ist. Aufsichtsratsboss Kai Kruse erklärte in einem Interview nun, warum der Trainerwechsel dennoch unumgänglich war.

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Der THW Kiel zog nach der schlechtesten Spielzeit seit mehr als 20 Jahren nach Saisonende die Reißleine und ersetzte Cheftrainer Filip Jicha durch Börge Lund. Eine Entscheidung, die dem Handball-Rekordmeister offenbar nicht leicht gefallen ist. Aufsichtsratsboss Kai Kruse erklärte in einem Interview nun, warum der Trainerwechsel dennoch unumgänglich war.
"Viktor Szilagyi, Marcus Ahlm und ich hatten ein langes Gespräch mit Filip Jicha, das sich fast über einen kompletten Tag erstreckte", verriet Aufsichtsratschef Kai Kruse im Gespräch mit den "Kieler Nachrichten". "Wir haben die vergangene Saison analysiert und wie wir in die neue Saison gehen. Danach war ich zu 80 Prozent überzeugt, mit Filip eine neue erfolgreiche Saison spielen zu können."
Das sei aber nicht genug gewesen, um am ehemaligen Weltklasse-Handballer festzuhalten. "Wir wollten aber 100 Prozent. Deswegen haben wir uns für den Wechsel entschieden. Die fehlenden 20 Prozent waren der Rucksack der Vergangenheit. Die Sorge, wieder in die gleichen Muster zu verfallen", legte der Betriebswirt nach, der seit Dezember 2025 als Aufsichtsratsvorsitzender des Handball-Rekordmeisters tätig ist.
Handball: THW Kiel peilt den Europapokal anDie Schuld an der Katastrophen-Saison ohne Qualifizierung für das internationale Geschäft trägt der Cheftrainer aber nicht alleine. "Filip ist nicht der Alleinverantwortliche für den sportlichen Misserfolg der vergangenen Saison, da gibt es noch viele andere Gründe. Es ist unübersehbar, dass die Liga aufgerüstet hat. Der THW Kiel ist wirtschaftlich nicht mehr dominant. Von der einstigen finanziellen Dominanz sind wir weit entfernt", erklärte Kruse.
Von den Erfolgen früherer Tage war der THW Kiel zuletzt weit entfernt. Dennoch: "Die Historie des THW Kiel soll kein Ballast mehr sein, sondern die Wurzel, aus der wir Kraft für eine neue Erfolgsgeschichte schöpfen. Jeder Weltklassespieler muss weiterhin beim THW Kiel spielen wollen. Sportlich sehen wir uns mit dem neuen Trainer und den vier Neuzugängen stark aufgestellt."
Ein Ziel für die neue Spielzeit formulierte der Klub-Boss auch. "Wir gehen demütig in die Saison. Aber wir wollen alle gemeinsam die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, um wieder international spielen zu können. Wir wollen sportlich auf die Überholspur, neue Stärke entwickeln und neue Freude bereiten. Wir wollen im Umfeld wachsen und einen neuen Teamgeist in der Mannschaft entfachen. Im ganzen Umfeld erlebe ich eine große Bereitschaft dazu", so Kruse.
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