Dreirad-Rikschas erobern Delmenhorst: Das Verkehrsunternehmen Delbus startete vor 25 Jahren ein neues Angebot in der Innenstadt. An jedem Samstag bis Oktober konnten Fahrgäste die City erkunden.
Dreirad-Rikschas erobern Delmenhorst: Das Verkehrsunternehmen Delbus startete vor 25 Jahren ein neues Angebot in der Innenstadt. An jedem Samstag bis Oktober konnten Fahrgäste die City erkunden.
Ein Gag, der für Aufsehen sorgte: Im August 2001 schickte die Delbus erstmals zwei Rikschas durch die City. Eine fuhr Radsportler Carsten Harms (Foto). Martin Rospek
Mit der Rikscha durch die City. Was als Touristenattraktion in Tokio, Kalkutta oder Schanghai zum Stadtbild gehört, soll künftig in Delmenhorsts Innenstadt zu einem fernöstlichen Blickfang werden. Unter dem Slogan „Mit Holst Likscha fahlen“ – in Anlehnung an die Delbus-Symbolfigur Horst und weil viele Chinesen statt R ein L sprechen – hat sich das Verkehrsunternehmen ein amüsantes Angebot ausgedacht und schickt zwei Dreirad-Rikschas durch die Fußgängerzone. An jedem Sonnabend zwischen Mai und dem Kartoffelfest im Oktober werden sich die Delbus-Rikschas zwischen 10 und 14 Uhr ihren Weg durch die City bahnen. Die eine Rikscha-Linie verkehrt vom Tänzerbrunnen an der Ecke Lange Straße/Mühlenstraße bis zu „Männer Többens“ und die andere bedient regelmäßig die Strecke zwischen Markt und ZOB. Delbus-Kunden, die eine Zeitkarte oder einen Einzelfahrschein besitzen, fahren umsonst, ansonsten kostet das Rikscha-Vergnügen eine Mark. Das Geld will die Delbus einem Kindergarten oder Spielkreis spenden. „Durch pfiffige Werbeaktionen gewinnen wir mehr Fahrgäste“, ist Delbus-Betriebsleiter Carsten Hoffmann überzeugt und kündigt gleich einen weiteren Gag an: Massagen während der Rikscha-Fahrt. (8. August 2001)
Für das Handwerk waren die Kommunen schon immer ein wichtiger Auftraggeber. Damit das auch so bleiben möge, haben die Stadt Delmenhorst und die Kreishandwerkerschaft zur Bekräftigung jetzt einen Partnerschaftsvertrag geschlossen. Darin ist festgehalten, dass die Vergabe öffentlicher Aufträge an Generalunternehmer nur in Ausnahmefällen erfolgen dürfe. Auch zur Schwarzarbeit ist in dem Vertrag ein Passus enthalten. „Wir haben übereinstimmend festgestellt, dass die Bekämpfung der Schwarzarbeit eine vorrangige politische und gesellschaftliche Aufgabe ist, die nur auf der Grundlage gemeinsamer Anstrengungen und einer angemessenen Personal- und Sachausstattung erfolgen kann“, sagte Wirtschaftsausschuss-Vorsitzender Fred Cordes. (9. August 2001)
„Er ist ein bisschen das Herz von Düsternort, weil er so liebenswert ist“, lobt Sünje Sierks vom Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werks Lothar Riedel, den Pächter des Kiosks am Stadion. Den freundlichen Mann im weißen Kittel kennt so ziemlich jeder im Quartier und umgekehrt gilt das genauso. „Ich habe immer ein offenes Ohr für die Probleme der Leute“, sagt Riedel, der gerade 70 Jahre alt geworden ist. Egal, ob jemand mit seinen Rentenunterlagen nicht klarkommt oder andere Ratschläge benötigt werden, Lothar Riedel im Kiosk am Stadion hilft. Das wird er zusammen mit seiner Frau Lonny wohl auch noch, wenn zum Jahresende seine Tochter Birgit den Kiosk übernimmt. Der gebürtige Schlesier hatte bei Heinrich Nüstedt an der Stedinger Straße den Beruf des Kaufmanns erlernt. Später übernahm er dessen Geschäft. 1965 zogen Lothar und Lonny nach Düsternort um, kauften dort das Haus an der Breslauer Straße 40 und eröffneten darin einen Edeka-Markt. 1978 schufen sie sich mit dem Kiosk ein zweites Standbein, das inzwischen zur Haupterwerbsquelle geworden ist. Nachdem sie 1983 den Edeka-Markt aufgegeben hatten, kaufte vier Jahre später die islamische Mevlana-Gemeinde die Immobilie und richtete dort ihre Moschee ein. (10. August 2026)
Künftig werden die Wettervorhersagen für Delmenhorst und umzu genauer sein. Dafür sorgt eine Wetterstation auf dem Wasserwerkgelände in Annenheide, die jetzt von einer Fernseh-Prominenz eingeweiht wurde: Wetterfrosch Jörg Kachelmann. Der Meteorologe wird künftig auch auf die Messergebnisse aus Delmenhorst zurückgreifen, denn die Daten fließen in ein engmaschiges Netz ein, das Kachelmanns Firma Meteomedia als Berechnungsgrundlage für ihre Vorhersagen dient. Solch kleinräumige Wetterbeobachtung sei über Jahrhunderte gang und gäbe gewesen, sagte Kachelmann, erst vor gut 30 Jahren seien die Meteorologen dann dem Irrglauben verfallen, „alles mit Satelliten machen zu können“. Stadtwerkechef Waldemar Opalla erhofft sich von den Daten der Annenheider Wetterstation auch einen konkreten Nutzen für sein Unternehmen. Wenn künftig präzisere Vorhersagen für das Delmenhorster Gebiet möglich seien, könnten die Stadtwerke ihren Einkauf bei den Vorlieferanten besser abstimmen. (11. August 2001)
Tödlicher Streit am Sonntagmorgen. In Deichhorst ist eine 46-jährrige Frau von ihrem 41-jährigen Ehemann erstochen worden. Der Mann war gegen 9.30 Uhr auf der Polizeiwache am Marktplatz erschienen und hatte angegeben, seine Frau umgebracht zu haben. In der als Tatort angegebenen Wohnung an der Wildeshauser Straße fanden die Beamten seine leblose Ehefrau. Sie wies zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen auf. Wie der 41-Jährige später gestand, hatte er seiner Frau mit zwei Haushaltsmessern die tödlichen Verletzungen zugefügt. Laut Obduktionsbericht wurde die Aorta durch Stiche in den Hals aufgerissen, sodass die 46-Jährige verblutete. Als Hintergrund der Tat gelten familiäre Probleme, die von Polizeisprecher Heinz Stoffels jedoch nicht näher erläutert wurden. Der Täter war psychisch erkrankt und auf eigenem Wunsch seit dem 25. Juli im Landeskrankenhaus Wehnen behandelt worden. Die Therapie war zum Zeitpunkt der Tat schon so gut wie beendet. Die psychische Erkrankung des Mannes habe jedoch nicht in keinem unmittelbaren Zusammenhang zur Tat gestanden, betonte der Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes. (13./14. August 2001)
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