Als Wettermoderator von SRF Meteo wurde er in dreissig Jahren zum bekanntesten Fernsehgesicht. Er wurde verregnet, ausgezeichnet, kritisiert. Jetzt geht er in Pension.
Als Wettermoderator von SRF Meteo wurde er in dreissig Jahren zum bekanntesten Fernsehgesicht. Er wurde verregnet, ausgezeichnet, kritisiert. Jetzt geht er in Pension.

Thomas Bucheli gehört beim Schweizer Fernsehen zum Inventar, als Wettermann auf dem Dach wurde er zum bekanntesten Gesicht des Senders. Seit dem Jahr 1992 ist er fast täglich auf Sendung. Knapp 600 000 Menschen schauen zu, der Marktanteil liegt bei über 50 Prozent. Der Meteorologe Bucheli hat aus dem Wetter Entertainment gemacht, auch wenn er heute sagt: «Das war sicher nicht mein Ziel.»
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Als Letzter ist er vom Gründungsteam übrig geblieben, ein Besessener des Wetters, der kaum je richtig Ferien machte und auch noch bis am 26. August weitermacht, obwohl er eigentlich seit Ende Mai pensioniert wäre. Künftig wird er noch exklusive Reisen begleiten, etwa nach Spitzbergen. Und für die Swiss die Piloten in Meteorologie unterrichten. Es lässt ihn nicht los: das Wetter.
Herr Bucheli, macht die Hitze auch einen gut gelaunten Menschen wie Sie aggressiv?
Sehr.
Wie äussert sich das?
Letzthin, in einer schwülen Woche, ging ich mit dem Hund spazieren. Da hielt eine Nachbarin mit dem Auto an: «Wie geht’s?» Ich schnauzte sie an: «Ich be verruckt!» – «Wege was?» – «Wege de Hitz!» Ich bin nicht geeicht für heisse Tage. Meine Betriebstemperatur liegt bei 18 Grad, dann läuft das Motörchen gut. Zudem bin ich ein Nachtschattengewächs. Ich habe gerne kurze Tage.
Es ist wissenschaftlich belegt: Hitze macht die Leute aggressiver.
Das mag sein. Aber wenn ich die Sommereuphorie beobachte, denke ich manchmal: Es gibt tatsächlich Leute, die diese Affenhitze lässig finden.
Ist Ihnen auch als Meteorologe unwohl, wenn es so heiss ist wie in den letzten Wochen?
Es ist heftig. Nicht nur die Hitze, sondern auch die Trockenheit. Du gehst in den Wald, und in dem Bach, wo der Hund normalerweise trinkt, fliesst nichts mehr. Die Landwirtschaft leidet. Man könnte sagen: Das ist die Variabilität des Wetters, es kann einmal passieren. Nur passt es halt in die Klimaszenarien.
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Haben sich diese Fälle in den vergangenen Jahren gehäuft? Es heisst, das Wetter spiele immer verrückter.
Das beschäftigt die Leute. Ich antworte ihnen: Physik ist Physik. Aber ja, die globale Erwärmung hat mitunter ganz direkte Auswirkungen auf das Wetter. Wir haben mehr Extremereignisse. Aber ich muss noch etwas sagen.
Ja?
Ich bin mit der Klimaforschung in einem Clinch, weil wir Meteorologen in Wetterlagen denken. Jetzt haben wir Hochdrucklagen noch und nöcher. Aber die Klimaforschung kann nicht richtig sagen, wie sich die Wetterlagen hierzulande wegen der globalen Erwärmung verändern. Ganz subjektiv habe ich das Gefühl, dass Südwestlagen zugenommen haben. Das sind die mühsamsten Gewitterlagen, fast immer die Ursache der schlimmsten Unwetter. Und je heisser und feuchter, desto heftiger. Wehe, wenn das richtig ausschifft!

Bleiben Sie trotzdem optimistisch?
Es ist schlichter Pragmatismus. Auch die weltweit führenden Klimaforscher mussten akzeptieren, dass die globale Erwärmung nicht umkehrbar ist und dass wir uns vor allem vor den Folgen schützen müssen. Es ist keine Reparatur des heutigen Zustands, sondern eine Vorwärtsstrategie. Schwierig genug.
Wir hatten diesen Sommer mehrfach Temperaturen von fast 40 Grad. Ist das die neue Normalität?
Im Prinzip ja. Es muss aber viel zusammenkommen, dass es verbreitet um die 39 Grad werden. Doch der Trend ist klar: Die Sommer werden trockener, mit häufigeren und heftigeren Gewittern. Dafür werden die Winter feuchter, bei gleichzeitig immer weiter steigender Schneefallgrenze.
Neulich haben Sie in einer Sendung gezeigt, wie sich die Hitzetage in Luzern seit Messbeginn gehäuft haben. Machen Sie das, weil die Leute manchmal sagen: «Es war früher schon heiss»?
Mich regt es auf, wenn es heisst: Früher gab es das auch. Ja, gab es, aber nicht so häufig. Diese Fakten wollte ich zeigen.
Seit wann ist das Wetter politisch?
Das war ein schleichender Prozess. Man redet schon länger von der globalen Erwärmung, die Ursachen sind klar. Aber es gibt Leute, die für jedes Unwetter, egal in welchem Kontext, den Klimawandel verantwortlich machen. Und andere, die jeden Zusammenhang negieren. Ich merkte irgendwann: Wenn wir in der Sendung das Wort «Klima» in den Mund nehmen, schrecken die Leute auf: «Was hat er jetzt gesagt!?» Die einen finden, ich müsste noch viel mehr übers Klima reden. Die anderen finden, das sei linkes Zeug.
Über das Wetter zu reden, war lange unverfänglich. Ist das Wetter kein gutes Smalltalk-Thema mehr?
Man hat schon immer übers Wetter geschnödet. Wenn man auf dieser Ebene bleiben kann und es nicht zum Klima macht, bleibt es ein gutes Thema. Ich merke, dass die Leute sehr gern über das Wetter reden, das sie in ihrer Gegend haben.
Die Wetterkarten, die Sie zeigen, werden immer dunkelroter. Ist das nicht Angstmacherei?
Diese Kritik ist absolut lachhaft. Die Farben Rot und Blau sind gegeben. Je röter, umso heisser. Und dass man die Farbskala den saisonalen Mitteltemperaturen anpasst, ist wohl klar. Gehen Sie einmal in einen Kartografiekurs, dann lernen Sie, wie man so etwas darstellt, damit es lesbar und intuitiv verständlich daherkommt. Politik hat hier nichts zu suchen!
Sie sind ein Nebelkind, aufgewachsen in Hitzkirch im Luzerner Seetal. War das Wetter immer wichtig für Sie?
Nein, nicht dass ich wüsste. Ich spielte als Kind nicht mit einer Wetterstation. Der Vater hatte einen Elektrobetrieb, die Mutter war Hausfrau. Wetter hat uns nicht interessiert: Wenn es schiffte, wurde man halt nass und musste irgendwo unterstehen.
Sie sagen gerne, Nebel sei Ihr liebstes Wetter.
Ich habe geniale Erinnerungen an die Nebeltage im Seetal. Als Kind rannte ich dem Bruder mit wenigen Schritten davon, um mich im Nebel zu verstecken. Das war möglich! Auf einer Autofahrt mit der Familie sah der Vater am Steuer nur knapp die Linie in der Mitte, wir waren im Schritttempo unterwegs. Es war ein Abenteuer, ich fühlte mich geborgen.
Wie kamen Sie zum Wetter?
Der Horizont ging mir im Geografieunterricht am Gymnasium auf. Ich wäre gerne als Naturforscher im 18. Jahrhundert geboren worden: einfach losziehen! Mit 17 Jahren machte ich die fliegerische Vorschulung, da war Wetterkunde Pflicht. Wir hatten Prüfungen über die Stabilität der Luftmasse, Frontentheorie, Hochs und Tiefs – alles bestanden. Aber verstanden habe ich vom Wetter noch nichts.
Was lernt man über die Welt, wenn man sich mit dem Wetter beschäftigt?
Das geht von Grund auf bis in die hohen Atmosphärenschichten, es ist raumfüllend.
Sie wollten eigentlich Pilot werden. Dann erlebten Sie den grössten Absturz Ihrer Karriere, einen Fast-Unfall als Militärpilot.
So sah es Oberst Revaz, aus meiner Sicht war es das nicht. Bei einem Trainingsmanöver flog ich am untersten Limit. Für mich war es ein Zeichen. Ich merkte in der RS, dass ich das Feuer fürs Fliegen verloren hatte. Nach diesem Flug sagte ich: «Herr Oberst, ich höre auf.»
Und daraus folgte der berufliche Aufstieg zum Meteorologen?
Ich hatte immer Glück. Nach dem Studium ging ich zu Meteo Schweiz, der Forschungsanstalt des Bundes. Da gab es Kurzmoderationen für das Radio, ich machte das noch gerne. Plötzlich hiess es, das Schweizer Fernsehen wolle eine eigene Wettersendung, mein Name sei gefallen. So fing es an.
Wir haben Ihre allererste Sendung vom 5. September 1992 angeschaut. Das war ziemlich bieder.
Mein Gott. Wie viele Versuche wir da gestartet haben! Ich hatte vom Fernsehen keinen Schimmer. Ich redete ohne Emotionen – ich fand meine Rolle erst, als wir die Sendung auf das Dach verlegten. Ich bin einer, der viel gestikuliert, das kommt im Studio nicht an.
Heute sind Sie eine Identifikationsfigur. In der Schweiz heisst es teilweise nicht: «Morgen regnet’s.» Sondern: «De Bucheli hät Räge.»
Darauf bilde ich mir gar nichts ein. Ich bin seit dreissig Jahren fast täglich im Fernsehen, da geht es fast nicht anders.
Zahlen Sie einen Preis dafür, dass Sie bekannt sind?
Wer mit öffentlichen Geldern finanziert ist, hat eine Verpflichtung. Das sehen beim Fernsehen nicht alle so. Ich habe mich nie abgeschottet, und mir ist das nie schwergefallen: Ich bin in einem Dorf aufgewachsen, wo alle wussten, wer wer ist und was macht. Jetzt ist das Dorf halt grösser geworden. Ich musste nur lernen, auch einmal Stopp! zu sagen, etwa wenn ich mit der Familie im Restaurant sitze, die anderen schon essen und ich ausgefragt werde. Ich bin ja Luzerner, ein höflicher Typ.
Wir staunten, dass Ihre Handynummer bei Telsearch zu finden ist. Rufen nicht ständig Leute an, um sich zu beklagen: «Sie haben Regen vorausgesagt, und jetzt sitze ich bei schönstem Wetter daheim . . .»
Doch, letzthin hat wieder einer auf die Combox gesprochen. Ein Bauer aus Thunstetten, dem es ins Öko-Heu geregnet hat. Hören Sie, hier! (Er spielt es ab.)
Er klingt aber sehr freundlich.
Absolut. Es gibt aber auch andere.
Werden Sie oft fürs Wetter verantwortlich gemacht?
Es gibt Leute, die ganz bestimmte Erwartungen ans Wetter haben. Wenn diese nicht erfüllt werden, sind wir Meteorologen die Sündenböcke. Wenn es im Mai und Juni eher feucht und kühl ist, werden einige unleidig. Es muss jetzt Sommer sein! Je länger es nicht richtig Sommer wird, desto aggressiver werden die Mails. Oder wenn Gewitter angesagt sind und es bei ihnen dann doch nicht regnet. Das finden einige total daneben. Ich habe einen ganzen Ordner solcher Fanpost.

Sie gelten als Wetterfrosch der Nation. Stört Sie das?
Nur wenn es despektierlich gemeint ist. Es gibt Leute, die meinen, ich käme um 19 Uhr 30 ins Studio und verlese um 20 Uhr den Wetterbericht. Da sage ich mir: Gut, ich weiss auch nicht, wie ein Kondukteur arbeitet. Könnte ja sein. Manchmal sage ich Kritikern auch: Wissen Sie was, kommen Sie einmal vorbei. Dann habe ich bereits gewonnen.
Was sind die populärsten Irrtümer über das Wetter?
Hm.
Dass es Kopfweh gibt bei Föhnlage?
Da bewegen wir uns in einem Graubereich. Man müsste Wetterfühligkeit einmal genau untersuchen. Bei den Gewittern sagen viele: Wo wir wohnen, zieht nie eines durch – weil es am Hügel vor uns zerschellt. Ich warne in meinen Vorträgen immer davor, subjektive Empfindungen zu einem Naturgesetz umzudeuten. Das Wetter ist komplexer. Viele kommen auch mit ihren Tieren . . .
. . . mit ihren Tieren?
Sie erzählen, ihr Hund zeige an, wie das Wetter werde. Der SRF-Biologe Andreas Moser sagte mir einmal: «Dummes Zeug, Tiere reagieren auf zwei Dinge. Wo gibt es zu fressen? Und wo ist das Männchen oder das Weibchen?» Man hat in der Forschung alles versucht, um das Wetter im Innersten zu verstehen, über Planeten, Asteroiden, mit langjährigen Messungen. Es hat nichts gefruchtet. Ein Tier kann höchstens so wetterfühlig sein wie der Mensch. Auf ein, zwei Stunden hinaus. Höchstens!
Es ist schon erstaunlich, dass der Mensch zwar ins Weltall fliegen kann, aber bei der längerfristigen Wetterprognose scheitert.
Scheitert?!
Sie schauen richtig entsetzt.
Die Meteorologie hat langsam, aber stetig ihre Prognosen verbessert. Damit ist die Erwartung der Leute ebenfalls langsam, aber immer weiter gestiegen. Was heute im Vergleich zu meinen Anfängen möglich ist, diese Genauigkeit auf mehrere Tage hinaus: grossartig! Das könnte man anerkennen. Aber wie sagte Robert FitzRoy, Meteorologe und Kapitän von Darwins Forschungsschiff «Beagle»: «Es ist die natürliche Neigung des Menschen, das zu unterschätzen, was er nicht versteht.»
Das gilt ganz besonders für das Wetter?
Beim Wetter wollen alle mitreden. Das Problem ist, dass die meisten ihre Wetter-Apps auf dem Handy nicht richtig lesen können. Sie sehen nur ein Symbölchen, eine Sonne mit Wolken zum Beispiel. Aber was soll das heissen? Viele glauben auch, dass sie einer 16-Tage-Prognose trauen können. Ich sage allen: Vergesst es! Wer eine solche App benutzt, muss dazu mindestens den allgemeinen Wetterbericht lesen. So kann man zumindest erahnen, wie das Symbol zu deuten ist.
Dringen Sie damit durch?
Schon. Ich erzähle meistens die Geschichte meiner Frau, die auch so auf diese Apps abfährt. Sie sagt zu mir: «Thomas, lass uns erst um halb vier am Nachmittag mit dem Hund laufen gehen, es regnet jetzt dann gleich.» Ich schaue nach draussen: Nein, wird es nicht! Die Genauigkeit, die uns die Apps anzeigen, fast auf die Minute, gibt es nicht, obwohl wir in der Schweiz inzwischen jeden Kilometer einen Messpunkt haben. Gerade Gewitter sind extrem dynamisch: komplexe physikalische Phänomene, dazu auch noch sehr kleinräumig und an die Topografie gebunden.
Was ist die beste App fürs Wetter?
Windy. Dort gibt es mehrere Modelle, die man miteinander vergleichen kann. Ich empfehle generell: Schauen Sie mehrere Apps an! So kommen Sie der Realität am nächsten. Aber auch so können Sie Gewitter nicht auf die Minute vorhersehen.
Gewitter sind für Sie zum Verzweifeln?
Ja, wenn sich für den Abend ein Gewitter ankündigt, können wir am Morgen höchstens ansatzweise Gebiete umreissen. Das Potenzial ist klar, aber wo und wann es sich entlädt, sehen wir nur sehr kurzfristig. Deshalb kann es sein, dass lokal bereits eine Zelle reingekommen ist, wenn die Wetterdienste erst gerade die Warnung herausgeben.
Ein Kollege aus dem Wallis sagte uns vor dem Interview: Fragt den Bucheli, wieso für Graubünden immer viel besseres Wetter angesagt wird als für das Wallis.
Das ist jetzt genau so eine pauschale Aussage, viel Gefühl, wenig Fakten. Wenn mich jemand höflich fragt, gebe ich gerne Auskunft. Aber es braucht schon ein paar Belege: Welche Sendung, wann, wie, wo. Dann ist meistens Funkstille.
Hat sich nicht Wallis Tourismus einmal bei Ihnen beschwert?
Es war der Bündner Tourismusverband. Da bin ich auf die Palme gestiegen. Ich rief den damaligen Direktor an, richtig emotional: «Sie bringen keine einzige Statistik, Sie behaupten einfach etwas. Das ist Verunglimpfung!»
Wie ging es weiter?
Wir sassen zusammen, die Bündner gaben eine unabhängige Studie in Auftrag. Und siehe da: Die Prognosen von SRF Meteo waren mit Abstand am genauesten!
Noch mehr auf die Palme gebracht hat Sie die Auseinandersetzung mit einem «Weltwoche»-Autor, der aufdeckte, dass SRF Meteo für einige Küstenorte am Mittelmeer viel zu hohe Temperaturen angegeben hatte.
Mit den Bündnern konnte man vernünftig reden. Aber dieser Journalist war nicht willens, von mir etwas aufzunehmen. Gopferdeckel, das hat mich wirklich getroffen.
Es stimmte aber. Die Werte auf den SRF-Wetterkarten waren zu hoch.
Das bestritten wir auch nicht, es gab einen Algorithmusfehler. Wir fälschen doch nicht aus politischen Gründen unsere Wetterkarten, wie behauptet wurde! Die Geschichte zog im Sommerloch immer weitere Kreise. Es macht mich jetzt noch hässig.

Gab es auch Fehlprognosen, über die Sie heute lachen?
Ich bekam einmal einen Anruf aus Bern, ein Chefbeamter kündigte an: Bundesrat Ogi melde sich am Sonntag bei mir, er wolle eine Wetterprognose für einen Ausflug am Montag. Ich machte mich schlau und sah gleich: eine Scheisswetterlage, sehr volatil, schwierig einzuschätzen. Als Ogi anrief, sagte ich: «Herr Bundesrat, es ist leider gerade ziemlich komplex.» Er meinte: «Herr Bucheli, dir düet entscheyde!» Ich riet schliesslich: Wagen Sie es! Nachts um vier bin ich aufgewacht, weil es so schiffte. Ogi nahm’s mit Humor. Eine Woche später wollte er wieder eine Prognose – das kam dann gut.
Eine «Scheisswetterlage» werden Sie in dreissig Jahren ab und zu gehabt haben. Wie steigt man da aufs Meteo-Dach?
Mit einem ganz schlechten Gefühl. Das ist einige Male im Jahr der Fall. Da bin ich nervös, habe keine Vorstellung, wie das Wetter kommen wird, aber moderieren muss ich trotzdem. Man versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Ich bin leidenschaftlicher Jasser: Auch dort will ich mit immer neuen Karten die maximale Punktzahl herausholen.
Sie haben sich ein ganzes Berufsleben lang mit dem Wetter beschäftigt. Hat sich das gelohnt?
Als es auf die Pensionierung zuging, habe ich mich oft gefragt, welche Träume ich als Junger hatte. Ich hatte nie ein klares Ziel. Was ich tat, sollte mir Spass machen. Ich habe diesem Job so viel zu verdanken, das Wetter ist nur ein Teil davon. Ich konnte etwas aufbauen, mit einem kleinen Team, ohne Bürokratie, heute unvorstellbar. Es war eine super Zeit.