US-Finanzminister Bessent hält ein Ende der Hormus-Blockade schon morgen für möglich. Das treibt die Kauflaune an der Wall Street noch weiter an und sorgt für neue Höchststände.
New York. Die Kursgewinne an der Wall Street setzen sich am Dienstag fort. Nachdem die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu neuen Verhandlungen mit dem Iran den Dow Jones auf einen neuen Rekordstand gehievt hat, treiben am Folgetag erneut Nahost-Hoffnungen die Kurse. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte mit Blick auf die Straße von Hormus in einem CNBC-Interview an, eine Vereinbarung könne am Dienstag oder Mittwoch erzielt werden.
„Wir sind in Gesprächen mit den Iranern, und ich denke, es besteht die Chance, dass wir heute oder morgen eine Einigung erzielen, um die Meerenge zu öffnen und in diesem Konflikt zu einer normaleren Lage überzugehen“, sagte Bessent. Anlegerinnen und Anleger nehmen ihn beim Wort und kaufen zu.
Bessents Aussagen ließen die Ölpreise weiter fallen, was die Kursgewinne bei Aktien angetrieben haben dürfte. Die Referenzsorte Brent kostete zur Lieferung im Oktober noch 79,44 Dollar pro Barrel und damit 5,2 Prozent weniger. Die US-Sorte WTI mit Liefertermin im September verbilligte sich um mehr als fünf Prozent auf 75,90 Dollar pro Fass. Damit erreichen sie den tiefsten Stand seit drei Wochen.
Trumps Absage an neue Angriffe auf den Iran hatte die Preise für Rohöl schon am Montag deutlich fallen lassen.
Je höher der Preis für Energie, desto stärker der Druck auf die Inflation. Sinken die Preise für Öl und Gas, sinkt in der Regel auch die Erwartung, dass die Notenbanken als Reaktion auf einen verstärkten Preisdruck die Zinsen anheben. Das drückt im Allgemeinen die Anleiherenditen und lässt die Aktienkurse steigen.
Quartalszahlen überwiegend positiv bewertetNeben der Geopolitik bewegen auch Geschäftsberichte die Märkte. Zahlreiche US-Firmen haben am Dienstag Zahlen vorgelegt:
Today Palantir: Rekordquartal lässt Aktie steigen – das sollten Anleger wissen vor 4 Std.
Abspielen 27:36Fed: Wie stark ist der US-Arbeitsmarkt?Abseits der Quartalszahlen blicken Anlegerinnen und Anleger in dieser Woche vordergründig auf Daten vom Jobmarkt. Am Freitag wird die monatliche Arbeitsmarktstatistik bekannt gegeben.
Der Nasdaq hat die Verluste der Vorwoche wettgemacht, Dow Jones und S&P 500 haben neue Höchststände erreicht. Sinkende Renditen langlaufender US-Staatsanleihen seien „einer der treibenden Faktoren für die nächste Phase der Rally“, sagt Markus Koch.
Der Arbeitsmarkt gilt als wichtigstes Abbild der konjunkturellen Entwicklung. Da das Mandat der US-Notenbank Fed neben Preisstabilität auch Vollbeschäftigung umfasst, ist die neue Statistik unmittelbar relevant dafür, wie sich Zinserwartungen entwickeln.
Die Zahl der offenen Stellen verringerte sich im Juni um 178.000 auf 7,359 Millionen, wie das US-Arbeitsministerium am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Für diesen unter dem Kürzel „Jolts“ bekannten Bericht hatten von Reuters befragte Experten einen Rückgang auf 7,40 Millionen erwartet.
Deep Read Warshs schwierige Mission – Die Fed und ihr Kampf um die wahre Inflation
Die Fed hat in der vergangenen Woche die Zinsen zum wiederholten Mal auf ihrem derzeitigen Niveau belassen. Der Leitzins in den USA liegt in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Je stärker der Arbeitsmarkt ist, desto eher könnte die ohnehin robuste US-Konjunktur noch höhere Zinsen vertragen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung dürfte mit soliden Arbeitsmarktdaten deshalb steigen.
Experten rechnen damit, dass in den USA im Juli außerhalb der Landwirtschaft 57.000 neue Jobs entstanden sind. Bei der Arbeitslosenquote erwarten sie einen leichten Anstieg auf 4,3 Prozent.
Weitere Einzelwerte im FokusChipaktien: Im Sog der Palantir-Gewinne legen auch die Titel von Chipherstellern zu. AMD, Micron und Intel gewinnen zwischen acht und zehn Prozent.
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PalantirNike: Die Titel des Sportartikelherstellers fallen nach einer Herabstufung. Die US-Bank JP Morgan hat Nike von „neutral“ auf „underweight“ herabgestuft und das Kursziel von 47 auf 40 US-Dollar gesenkt. Finanzielle Belastungen aus der Ende 2024 begonnenen Strategie „Win Now“ könnten sich noch bis in das Jahr 2028 hinziehen, schrieb Matthew R. Boss in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Die Aktien fallen um 2,5 Prozent.
Chipotle: Die Furcht der Anleger vor einem neuen Lebensmittelskandal belastet die Aktien der US-Restaurantkette Chipotle. Die Papiere der Burrito-Kette rutschen an der Wall Street um neun Prozent ab. Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, wegen eines Salmonellen-Ausbruchs in einigen Filialen Jalapenos aus dem Verkauf genommen zu haben.
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