Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

«Grenze offen» – in Social-Media-Gruppen mit Tausenden von Mitgliedern erhielten Migranten Falschinformationen vor der Eskalation in Ceuta

Дата публикации: 04-08-2026 03:30:00

Immer mehr Details werden bekannt zur Dimension der Online-Mobilisierung, die zum Ansturm auf die spanische Exklave führte. Derweil sind viele spanische Politiker wütend auf Marokko.

Основное содержимое страницы с новостью.

«Grenze offen» – in Social-Media-Gruppen mit Tausenden von Mitgliedern erhielten Migranten Falschinformationen vor der Eskalation in Ceuta

Immer mehr Details werden bekannt zur Dimension der Online-Mobilisierung, die zum Ansturm auf die spanische Exklave führte. Derweil sind viele spanische Politiker wütend auf Marokko.

Die allermeisten reisten vergebens: Migranten schlafen am Strand von Ceuta. Spanien hat 48 000 von ihnen wieder nach Marokko zurückgebracht.

Die allermeisten reisten vergebens: Migranten schlafen am Strand von Ceuta. Spanien hat 48 000 von ihnen wieder nach Marokko zurückgebracht.

Bernat Armangue / AP

Zu den Suchbegriffen gehörten «Grenze offen» oder «Ceuta ohne Papiere». Die Facebook-Gruppen hatten zum Teil Tausende von Mitgliedern. Die User teilten Videos und Tipps für die Reise nach Ceuta, Google-Maps-Screenshots sowie Empfehlungen für den Kauf von Neoprenanzügen.

Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen

NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.

Bitte passen Sie die Einstellungen an.

Für den Migrantenansturm auf Ceuta, bei dem vergangene Woche bis zu 60 000 Menschen in die spanische Nordafrika-Exklave strömten, ist offenbar in noch grösserem Ausmass auf Social Media mobilisiert worden als bisher bekannt. Tausende vor allem junge Menschen, mehrheitlich Marokkaner, reisten in Richtung Mittelmeerküste. In Autos, auf Motorrädern, in Lastwagen oder zu Fuss, so dass in der Nähe der Grenze Staus entstanden. Dann stiegen die meisten von ihnen ins Meer und schwammen über die Grenze nach Ceuta – in der Annahme, sie könnten von dort legal aufs spanische Festland reisen. Stattdessen haben die Behörden in Ceuta inzwischen gegen 50 000 Migranten zurück nach Marokko gebracht.

Jugendliche, die aus Ceuta zurückgeschafft worden waren, sagten gegenüber Journalisten, sie hätten auf Instagram oder anderen Plattformen Videos erfolgreicher Übertritte gesehen und sich daraufhin auf den Weg gemacht. Offenbar kursierten auch viele mit künstlicher Intelligenz generierte Videos und Falschinformationen. Ein häufig geteiltes Video zeigte einen marokkanischen Grenzbeamten, der angeblich ein Tor zu Ceuta öffnet. Das Video ist zwar echt, stammt aber vom Mai 2021.

Marokko: «boshafte Manipulation»

Die meisten Social-Media-Gruppen, in denen für die Reise getrommelt wurde, sind inzwischen gelöscht worden. Wer die Online-Welle in Gang gesetzt hat, ist noch unklar. Ebenso, ob koordinierte Netzwerke dahinterstanden und Bots eine wichtige Rolle spielten. Aber die Vorgänge in Ceuta zeigen die Schlagkraft, die soziale Netzwerke entfalten können.

Darauf hat auch die marokkanische Regierung verwiesen, die sich am Sonntagabend erstmals ausführlich zum Grenzsturm äusserte. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, «mehrere ineinandergreifende Faktoren» hätten den Ansturm von Zehntausenden Menschen verursacht: «die boshafte Manipulation des digitalen Raums, die Verbreitung von Falschinformationen, die Rolle von Schmuggelnetzwerken und die falsche Interpretation von rechtlichen und administrativen Informationen». Dies alles zusammen habe den Menschen, die nach Ceuta gereist seien, die Illusion verschafft, ohne rechtliche Folgen auf europäischen Boden gelangen zu können.

Migranten am Montag am Strand von Ceuta.

Migranten am Montag am Strand von Ceuta.

Bernat Armangue / AP

Die marokkanische Darstellung der Vorgänge in Ceuta deckt sich mit den Äusserungen der spanischen Regierung in den vergangenen Tagen. Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte bei einem Kurzbesuch in Ceuta am Freitag, kriminelle Schlepperbanden hätten auf Social Media gezielt die Falschinformation gestreut, die Grenze nach Ceuta sei offen.

Sowohl die marokkanische als auch die spanische Regierung verwiesen auf die zentrale Rolle, die offenbar ein Urteil des obersten spanischen Gerichtshofs von Ende Juni gespielt hatte. Die Richter entschieden, dass Migranten, die schwimmend nach Ceuta gelangten, nicht sofort zurückgeschafft werden dürften. Das Urteil verbot aber nur die sofortige Rückschaffung, nicht die Rückführung nach einem Expressverfahren.

Was in den Äusserungen der beiden Regierungen fehlte, war die mögliche Mitverantwortung Marokkos dafür, dass Zehntausende von Migranten ins Meer stiegen und bisher mehr als 80 Personen dabei starben. Spaniens Regierung weiss, dass sie auf Marokko angewiesen ist, um die Migrationsbewegungen in Richtung Spanien zu kontrollieren. Sie übt deshalb diplomatische Zurückhaltung.

In den letzten Tagen wurde darüber spekuliert, ob Marokkos Regierung den Ansturm bewusst angefacht haben könnte. Als mögliche Motive gelten eine im Juli erfolgte Annäherung zwischen Spanien und Marokkos Erzrivalen Algerien sowie ein Gesetzesentwurf im spanischen Parlament, der älteren Bewohnern der von Marokko besetzten Westsahara das spanische Bürgerrecht ermöglichen will. Die Westsahara ist ein ehemaliges spanisches Kolonialterritorium. Selbst ein Streit darüber, ob der Final der nächsten Fussball-Weltmeisterschaft in Madrid oder der marokkanischen Metropole Casablanca stattfindet, wurde in Medien als möglicher Faktor genannt. Spanien und Marokko richten das Turnier 2030 gemeinsam aus.

Grenzzaun in Melilla – der zweiten spanischen Enklave in Marokko.

Grenzzaun in Melilla – der zweiten spanischen Enklave in Marokko.

EPA

Auch von der Leyen kritisiert Marokko

Anders als die regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Sánchez gaben politische Akteure an verschiedenen Enden des politischen Spektrums Marokko eine Mitschuld am Grenzsturm. Die Partei Más Madrid, Mitglied des Linksbündnisses Sumar und eigentlich Teil der Regierungskoalition, warf Marokko eine «politische Destabilisierungsaktion» vor. Der Parteichef der rechtspopulistischen Partei Vox, Santiago Abascal, sagte, Pedro Sánchez unterwerfe sich Marokko.

Auch der Bürgermeister von Ceuta, der Konservative Juan Jesús Vivas, sagte in einem Interview mit der Zeitung «El País»: «Marokko hat bewiesen, dass es nicht verlässlich ist.»

Und selbst die EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen schien am Montag Marokko zu kritisieren. «Versuche, die irreguläre Migration als Druckmittel zu verwenden, sind inakzeptabel», schrieb sie in einem Brief an Pedro Sánchez. Gleichzeitig sagte von der Leyen, die technische und finanzielle Hilfe für Marokko müsse ausgebaut werden. Marokko erhält bis jetzt jährlich im Schnitt gegen 100 Millionen Euro aus Brüssel und Madrid für die Grenzsicherung.

In den vergangenen Jahren hatte die Zusammenarbeit zwischen Spanien und Marokko eigentlich gut funktioniert. Seit 2022 sind etwa die Ankünfte irregulärer Migranten aus Marokko auf den Kanarischen Inseln – dem wichtigsten spanischen Tor für afrikanische Migranten – stark zurückgegangen.

Aber das Potenzial für einen Sturm wie jenen von vergangener Woche schlummerte in Marokko weiterhin. Ein Drittel aller jungen Erwachsenen ist arbeitslos. Die Verzweiflung vieler junger Marokkanerinnen und Marokkaner führte im September 2025 zu Protesten der Generation Z, bei denen die Polizei des autoritär regierten Königreichs mehr als 2000 junge Menschen verhaftete.

Es sind grösstenteils Angehörige derselben Generation, die nach Arbeit suchen und demonstrieren, die nun die Aufrufe auf Social Media sahen und nach Ceuta aufbrachen. Weil die Grenze nach Europa angeblich offen stand. Auch diesmal war die Hoffnung vergebens.

Mitarbeit: Jessica Eberhart und Corin Baurmann

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Alarmzustand in den spanischen Exklaven: Migranten strömen unkontrolliert nach Ceuta011.3831-07-2026
2Massenansturm auf Ceuta: Rund 49.000 Menschen sollen Grenze überwunden haben - zahlreiche Tote09.6931-07-2026
3Nach Andrang auf Ceuta: 25.000 Menschen bereits wieder nach Marokko zurückgekehrt010.7231-07-2026
4«Angriff auf Spaniens territoriale Integrität»: der Regierungschef Sánchez und eine Exklave im Ausnahmezustand012.9831-07-2026
5Crise à Ceuta : Contenu généré par IA, vidéos retouchées ou recyclées… Gare à la désinformation09.7803-08-2026
6Thousands of migrants swarm Spanish border (VIDEOS)011.530-07-2026
7СМИ: около 40 тысяч мигрантов могли попасть в Испанию из Марокко010.431-07-2026
8«Sie sind einfach eingefallen»: Nach dem Ansturm auf Ceuta kämpfen die Bewohner mit dem Kontrollverlust – Tausende Migranten sind immer noch in der Stadt06.4603-08-2026
9МВД Марокко: Миграционный кризис в Сеуте вызван дезинформацией и испанским судом07.3702-08-2026
10За сутки в Испанию из Марокко проникли около 49 тысяч мигрантов010.9931-07-2026

Классификация: Международные. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 11.99. Источник: www.nzz.ch.