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Daueraufenthalt in Portugal wird für viele zur Geduldsprobe

Дата публикации: 05-06-2026 20:49:00

Portugal zieht viele Auswanderer an und die noch neue Behörde kommt bei der Bearbeitung kaum hinterher. Ergebnis: Termin-Chaos und überfüllte Ämter.

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Portugal zieht viele Auswanderer an und die noch neue Behörde kommt bei der Bearbeitung kaum hinterher. Ergebnis: Termin-Chaos und überfüllte Ämter.

Wer als EU-Bürgerin oder EU-Bürger in Portugal lebt, hatte es im Vergleich zunächst deutlich einfacher bei der Auswanderung als Menschen aus Drittstaaten: Man brauchte kein Visum, konnte die Ausländerbehörde komplett umgehen und bekam 5 Jahre einen temporären Aufenthalt genehmigt. Was nicht bedeutet, dass die Anmeldung im Land unkompliziert war – Bürokratie bleibt Bürokratie und ist selten leicht verständlich.

Doch nach diesen 5 Jahren müssen auch Menschen aus der EU sich um die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung kümmern, wenn sie weiterhin in Portugal leben und arbeiten wollen. Spätestens da kommt man also zum ersten Mal mit der portugiesischen Einbürgerungsbehörde in Kontakt. Genau dieser Schritt zeigt, dass Auswandern auch nach Jahren nicht einfach erledigt ist, sondern immer wieder neue bürokratische Anforderungen mit sich bringt.

Svenja Stapper ist 2021 nach Portugal ausgewandert und unterstützt heute vor allem Solo-Selbstständige dabei, den portugiesischen Bürokratie-Dschungel zu meistern. Sie ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.

Nach fünf Jahren beginnt der Behördengang erneut

Besonders deutlich wird das in Portugal an der zuständigen Behörde. Früher war der SEF (Serviço de Estrangeiros e Fronteiras) für diese Verfahren verantwortlich, heute ist es AIMA (Agência para a Integração, Migração e Asilo). Die neue Struktur sollte unter anderem deshalb geschaffen werden, weil der SEF mit den vielen Visa- und Aufenthaltsanträgen nicht mehr hinterherkam. In der Praxis ist der Übergang jedoch bis heute nicht sauber vollzogen. Für Betroffene ist oft nicht sofort klar, welche Stelle zuständig ist und wie der Prozess ist.

In meinem Fall war es so, dass ich auf E-Mails an den SEF immer eine Fehlermeldung bekam (unzustellbar, weil angeblich zu großem Inhalt der Mail) und die an AIMA blieben wochenlang unbeantwortet. Kein Wunder, wenn es nur eine einzige E-Mailadresse für ein ganzes Land gibt. Bei meinem Versuch persönlich nachzufragen, wie man an einen Termin kommt oder welche Unterlagen nötig sind, muss man sich in eine lange Schlange draußen stellen, nur um dann den Hinweis zu bekommen, dass man einfach immer weiter E-Mails schreiben soll, irgendwann meldet sich jemand.

Vom Termin bis zur Bürgerkarte: Was am Ende wirklich zählt

Auch wenn es sich frustrierend und nervig anhört, ist diese Situation für uns EU-BürgerInnen noch deutlich komfortabler als für Menschen aus Drittstaaten. Wir müssen nicht bangen, dass uns bei abgelaufenen Dokumenten eine Ausweisung aus dem Land droht. Das bedeutet im Ernstfall nicht nur mehr Unsicherheit bei diesen Menschen, sondern auch ganz konkrete Folgen wie hohe Reisekosten, mögliche Trennungen von der Familie oder den Verlust des Arbeitsplatzes. Deswegen darf man ruhig, geduldig und vor allem dankbar bleiben während dieses Prozesses.

Wer dann endlich herausgefunden hat, dass es ein Onlineverfahren gibt, und das Formular nach mehreren Versuchen tatsächlich funktioniert, bekommt im Idealfall nach einigen Monaten einen Termin zugewiesen. Je nach Verfügbarkeit liegt dieser Termin in der Nähe oder auch in einer ganz anderen Region Portugals. Für ein Gespräch von vielleicht 30 Minuten kann dann schnell ein kompletter Tag verloren gehen.

Der Termin ist einfach, das Warten beginnt danach

Gleichzeitig ist der eigentliche Termin wenig problematisch, wenn alle Unterlagen vollständig sind und man gut vorbereitet erscheint. Danach beginnt allerdings der nächste Prozess: warten, bis der Ausweis schließlich im Briefkasten landet – an dem, typisch portugiesisch, nie der Name der Bewohner steht.

Mein Fazit: Die Bürokratie bei der Auswanderung hört auch nach 5 Jahren nicht auf, doch das ist ein kleiner Preis, den man als EU-BürgerIn dafür zahlt, dass man sich aussuchen kann, wo man leben will. Ich bin auch nach 5 Jahren noch sehr glücklich in Portugal und nehme diese bürokratischen Hürden mit etwas Humor und viel Geduld.

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