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15 Jahre DAB+ in Deutschland: Was gut lief und was eher nicht

Дата публикации: 01-08-2026 15:59:00

15 Jahre gibt es jetzt DAB+ in Deutschland. Inzwischen läuft beim digital-terrestrischen Radio vieles rund. Das war nicht immer so.

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Mit dem Start der ersten nationalen DAB+ Programm­platt­form, dem sogenannten "ersten Bundesmux" am 1. August 2011 begann in Deutschland offiziell eine neue ra des Hrfunks. 15 Jahre spter ist DAB+ immer noch immer der wichtigste Treiber der Hrfunk-Digi­tali­sierung - trotz Streaming und zunehmender non-linearer Audio­nutzung.

Was mit nur wenigen Sender­stand­orten und einer begrenzten Programm­auswahl begann, ist heute ein nahezu flchen­deckendes digitales Rund­funk­netz mit einer Programm­viel­falt, die aufgrund Frequenz­mangels ber UKW niemals mglich gewesen wre.

Das sind die Strken von DAB+

DAB+ verbindet die Strken des klassischen Radios, also die kostenlose Nutzung, die einfache Bedienung, eine hohe Reichweite und Krisen­festig­keit, mit klarem, digitalem Klang. Deutschland zhlt heute zu den erfolg­reichsten DAB+-Mrkten Europas. Radiosender, Netz­betreiber, Politik, Medi­enan­stalten und Ger­teher­steller haben gemeinsam die Voraus­setzungen dafr geschaffen, dass Millionen Menschen Radio heute digital ber Antenne hren.

Deutsch­land­radio: Pionier des digitalen Erfolgs

Eine Schls­selrolle in der Entwicklung von DAB+ kommt Deutsch­land­radio zu. Als nationaler Programm­anbieter hat man den Neustart des digitalen Radios von Beginn an mageblich untersttzt und war 2011 gemeinsam mit den ersten Privatradio-Pionieren Initiator der ersten bundes­weiten Programm­platt­form. DAB+-Radios stehen inzwischen in vielen Haushalten. DAB+-Radios stehen inzwischen in vielen Haushalten
Foto: TechniSat
Fr Deutsch­land­funk und Deutsch­land­funk Kultur schuf DAB+ die Voraus­setzung, ihren Auftrag als Infor­mations- und Kultur­programme flchen­deckend zu erfllen, da beide Programme ber UKW nur einen Bruchteil der Bevlkerung erreichen. Das dritte Deutsch­land­radio-Programm Deutsch­land­funk Nova wird ausschlie­lich digital verbreitet. Deutsch­land­funk Nova wre als bundes­weites, vor allem auf jngere Zielgruppen ausge­rich­tetes Angebot ber UKW nicht reali­sierbar gewesen. Heute erreichen die Deutsch­land­radio-Programme ber die nationale DAB+-Plattform mehr als 92 Prozent der Bevlkerung in Gebuden und ber 97 Prozent der Flche mobil.

Steigende Reichweite, Versorgung und Vielfalt

Whrend zum Start im Jahr 2011 bundesweit lediglich rund 27 Sender­stand­orte aktiv waren, umfasst allein das erste nationale DAB+ Netz inzwischen 184 Standorte; bis zum Ende des Jahres soll es auf bis zu 192 anwachsen. ber 78 Millionen Deutsche knnen die bundesweit verbrei­teten Programme zu Hause empfangen.

Bundesweit, regional und lokal stehen inzwischen unter­schied­liche Angebote mit weit ber 300 Radio­programmen digital-terres­trisch zur Verfgung. Mehr als 100 davon werden ausschlie­lich digital ausge­strahlt.

Privat­radios wollten DAB+ lange verhindern

Neben den Angeboten von ARD und Deutsch­land­radio nutzen heute zahlreiche private Radiomarken DAB+ fr ihre Verbreitung. Das war nicht immer so. Vor allem in den ersten Jahren DAB+ war der Privatfunk abseits weniger Pioniere sehr skeptisch. Man frchtete ein Zuviel an Konkurrenz und suhlte sich im vollen UKW-Band, das aufgrund eines Mangels an Frequenzen keine weiteren Mitbewerber mehr zulie. Es gab Versuche der kommer­ziellen Sender, DAB+ ber die Politik wieder zu Fall zu bringen, die aber allesamt klglich scheiterten.

Reichweite bei den 30- bis 59-Jhrigen sehr hoch

Heute will davon kaum noch jemand wissen. Die Verhinderer von einst sind weitgehend im Ruhestand und die aktuelle Entwicklung zeigt, dass DAB+ weiterhin wchst. Nach der jngsten Media Analyse (ma Audio 2026 II) hat sich DAB+ als relevanter Verbrei­tungsweg im Audiomarkt etabliert. Im Weitesten Hrerkreis (WHK) nutzen 35,6 Prozent der Bevlkerung DAB+. Besonders stark ist die Reichweite bei den 30- bis 59-Jhrigen, in dieser Zielgruppe erreicht DAB+ 43,1 Prozent innerhalb der letzten vier Wochen. Ihre tgliche Verweil­dauer liegt bei 167 Minuten.

Das groe Ziel, den UKW-Hrfunk komplett abzulsen, hat DAB+ aber bis heute verfehlt. Noch immer ist die analoge Technik der meist­genutzte Weg zum Radiohren in Deutschland. Das Blatt wendet sich aber, denn UKW verliert langsam an Relevanz. In Bayern haben digitale Verbrei­tungs­wege UKW in diesem Jahr erstmals berholt.

Gertemarkt: Vom Nischen­produkt zum Massenmarkt

Der Erfolg von DAB+ spiegelt sich deutlich im stetig wachsenden Ger­tean­gebot wider. Verbraucher knnen inzwischen aus mehreren Hundert Modellen whlen, die im Einzel­handel und online verfgbar sind. Immer mehr davon verfgen bereits ber den kommenden DAB+-Sicherheits-Service "Automatic Safety Alert" (ASA), viele Modelle dienen auch als Bluetooth-Speaker oder haben parallel einen Zugang zu einem Inter­netradio-Portal eingebaut.

Digi­talradio-Pflicht als Motor

Ein wichtiger Wachs­tums­treiber ist das Auto. Seit der Umsetzung der euro­pischen Digi­talra­diopflicht Ende 2020 mssen Neuwagen, die mit einem Radiogert ausge­stattet sind, DAB+ empfangen knnen. Dadurch verfgt heute ein stetig wachsender Teil des Fahr­zeug­bestands ber Digi­talradio. Bereits rund jeder vierte Pkw hat ein DAB+ Autoradio.

Einige sehen das aber auch kritisch, denn allein aus dem Markt heraus htte DAB+ niemals die aktuelle Durch­drin­gung erreicht. In den Anfangs­jahren hatte sich kaum jemand wegen innovativer, neuer Radio­programme ein DAB+-Radio gekauft oder die Digi­talradio-Option in Fahrzeugen geordert. Es war vielmehr umgekehrt: Heute erfolg­reichen digitalen Radiomarken wie Radio Bob!, sunshine live, 80s80s, 90s90s, Rock Antenne oder Absolut Radio verhalf die Digi­talradio-Pflicht in Fahrzeugen und vielen Heim­empfn­gern erst zum Erfolg.

Nachhaltige Perspektive fr die Radio­verbrei­tung

Auch unter Nach­haltig­keits­aspekten spielt DAB+ eine wichtige Rolle. Die gemeinsame Verbreitung vieler Programme ber eine gemeinsame Programm­platt­form, einen sogenannten Multiplex, ermglicht eine effiziente Nutzung von Frequenzen und Infra­struktur. Gleich­zeitig profitieren Programm­anbieter von einer wirt­schaft­lichen digitalen Verbreitung, whrend Hrerinnen und Hrer kostenlose Inhalte ohne Daten­verbrauch nutzen knnen. Bei einer vergleich­baren Versorgung ist der Ener­giever­brauch bei der Ausstrah­lung eines Programms ber DAB+ deutlich geringer als bei der Ausstrah­lung ber UKW.

Gemeinsam die Zukunft des Radios gestalten

Der Erfolg von DAB+ ist das Ergebnis eines einzig­artigen Schul­terschlusses innerhalb der Branche. ffentlich-rechtliche und private Veran­stalter, Netz­betreiber, Ger­teher­steller, Handel, Medi­enan­stalten sowie Bundes- und Landes­politik haben in den vergangenen 15 Jahren die Digi­tali­sierung des Hrfunks mageblich voran­getrieben. Getragen wird dies insti­tutio­nell vom Digi­talradio Deutschland e.V., in dem sich ARD, Deutsch­land­radio, private Veran­stalter, Ger­teher­steller und Netz­betreiber ber ihre Kommu­nika­tions- und Marke­ting­akti­vitten informieren.

Auch interessant: Telestar hat ein Notfall­radio zu einem uerst gnstigen Preis vorgestellt. Wir verraten, was das DAB+/UKW-Radio alles kann.

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