Ein geplatzter Immobilienkauf auf Mallorca endet für einen deutschen Käufer vor Gericht. Am Ende entscheidet eine Besonderheit des spanischen Rechts über einen millionenschweren Verlust.
Ein geplatzter Immobilienkauf auf Mallorca endet für einen deutschen Käufer vor Gericht. Am Ende entscheidet eine Besonderheit des spanischen Rechts über einen millionenschweren Verlust.
Ein geplatzter Immobilien-Deal auf Mallorca hat deutsche Gerichte beschäftigt. Zwei wohlhabende Deutsche stritten sich um eine Luxusvilla in einer exklusiven Wohnanlage in der Gemeinde Calvià. Am Ende musste ein Berliner Gericht über einen Fall entscheiden, der wegen einer Besonderheit des spanischen Immobilienrechts völlig aus dem Ruder lief. Über den Streit berichtet das „Mallorca Magazin“.
Ursprünglich sollte die Villa für 16 Millionen Euro verkauft werden. Der Käufer unterzeichnete einen sogenannten Arras-Vertrag und zahlte eine Anzahlung von einer Million Euro. Als die Immobilienpreise auf Mallorca stark anzogen, trat der Verkäufer vom Vertrag zurück, zahlte die doppelte Anzahlung zurück und bot das Anwesen erneut an – diesmal für rund 20 Millionen Euro. Laut „Mallorca Magazin“ fühlte sich der Käufer getäuscht und zog vor Gericht.
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Der Fall landete in Berlin, obwohl sich die Villa in Spanien befindet. Der Käufer wollte durchsetzen, dass der Verkauf trotzdem wirksam sei und ihm die Immobilie zustehe, wie das „Mallorca Magazin“ berichtet.
Zentraler Punkt des Verfahrens war die rechtliche Einordnung des Arras-Vertrags. Nach spanischem Zivilrecht handelt es sich dabei häufig nicht um einen verbindlichen Kaufvertrag, sondern um eine Kaufoption mit Rücktrittsrecht. Das Gericht folgte dieser Auslegung und wies die Klage ab. Der Verkäufer durfte die Villa behalten, der Käufer erhielt die zwei Millionen Euro zurück.
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Der Rechtsstreit zeigt, wie begehrt exklusive Immobilien auf Mallorca inzwischen sind. In besonders gefragten Lagen im Südwesten der Insel zahlen Käufer für Luxusvillen mit Pool, Meerblick und Sicherheitskonzept längst Summen im zweistelligen Millionenbereich – Tendenz steigend.
Ein auf Luxusimmobilien spezialisierter Makler schildert, dass viele Superreiche auf Mallorca abgeschottet leben, mit Smart-Home-Technik, großen Grundstücken und eigenem Personal. Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich, da Käufer im oberen Segment meist unabhängig von Finanzierungen agieren und Preissteigerungen kaum bremsen.
Der Boom im Luxussegment hängt auch mit der großen deutschen Auswanderer-Community auf der Insel zusammen. Nach Angaben von Marcel Remus sind offiziell rund 18.000 bis 20.000 Deutsche dauerhaft auf Mallorca gemeldet. Damit stellen sie die größte ausländische Bevölkerungsgruppe und gehören zu den wichtigsten Käufern hochpreisiger Immobilien.
Tatsächlich dürfte die Zahl deutlich höher liegen. Laut Marcel Remus Real Estate leben oder verbringen schätzungsweise mehr als 60.000 Deutsche mehrere Monate im Jahr auf der Insel, ohne dort offiziell registriert zu sein. Besonders in Regionen wie Palma und im Südwesten Mallorcas treiben deutsche Käufer die Nachfrage nach Villen und Luxusimmobilien seit Jahren spürbar an.