Immobilie finden: Wo Sie suchen, wie Sie Exposés richtig lesen und worauf Sie bei der Besichtigung achten müssen. Teil 2 der Hauskauf-Serie.
Portale allein reichen nicht. Wer ein Haus kaufen will, muss Exposés lesen können und wissen, was dabei fehlt. So geht die Suche richtig.
Wer zum ersten Mal ein Haus kauft, verbringt oft Wochen damit, Portale zu durchforsten. Das ist nicht falsch. Aber es reicht bei Weitem nicht aus. Die Suche nach der passenden Immobilie ist mehr als bloßes Scrollen – sie braucht Methode. Da der Markt schnelllebig ist, Angebote binnen Tagen verschwinden und Exposés selten die ganze Wahrheit verraten, müssen Sie vorbereitet sein. Das spart Zeit, Nerven und schützt vor teuren Fehlentscheidungen.
Dieser Artikel ist der zweite Teil einer fünfteiligen Serie für einen Hauskauf, nicht für einen Neubau. Er liefert Ihnen den Überblick, den Sie brauchen.
Die großen Portale sind der naheliegende Startpunkt. ImmoScout24, Immowelt und Kleinanzeigen decken den deutschen Markt weitgehend ab. Sie bieten Suchfilter, Preisvergleiche und Benachrichtigungen. Richten Sie sich sofort Such-Alerts ein, sobald Ihre Kriterien feststehen. Wer zuerst anruft, hat oft den entscheidenden Vorteil.
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Teil 1: So geht's wirklich: Der perfekte 5-Phasen-Plan fürs Eigenheim
Teil 2: Wo und wie Sie die passende Immobilie finden – und worauf Sie bei Exposés wirklich achten müssen
Teil 3: Kaufpreis verhandeln – wie Sie den richtigen Preis ermitteln und was Sie bei der Finanzierungszusage beachten müssen
Teil 4: Finanzierung und Notartermin – Kreditvertrag unterschreiben, Notar beauftragen, Kaufvertrag prüfen
Teil 5: Übergabe und Einzug – Übergabeprotokoll, letzte Zahlungen, Ummeldungen und was Sie in den ersten Wochen erledigen müssen
💡 Tipp von Birgit Weber, Baufinanzierungsexpertin:
„Die meisten Kaufinteressenten beginnen ihre Suche über die großen Immobilienportale, allen voran dem Marktführer Immobilienscout24. Allerdings versucht die Plattform zunehmend, ihre Marktstellung zu monetarisieren – beispielsweise durch kostenpflichtige Zusatzprodukte wie ‚MieterPlus‘ bzw. ‚Suchenplus‘ für Käufer oder steigende Preise für Verkäufer. Lassen Sie sich davon nicht einschränken. Viele Häuser erreichen den offenen Markt gar nicht, weil sie diskret innerhalb von Netzwerken oder per Mundpropaganda vermittelt werden. Streuen Sie Ihr Kaufinteresse daher so breit wie möglich und lassen Sie sich direkt bei ortsansässigen Maklern registrieren.„
Beschränken Sie sich also nicht nur auf das Internet. Lokale Makler haben oft Objekte „in der Schublade“, die diskret vermarktet werden. Auch der Direktkontakt im Zielgebiet lohnt sich: Manche Eigentümer verkaufen lieber ohne öffentliche Ausschreibung. Sprechen Sie mit Nachbarn, Handwerkern oder dem Bäcker um die Ecke – wer im Viertel bekannt ist, erfährt zuerst von Verkaufsabsichten.
Auch Zwangsversteigerungen sind eine Option. Der Einstiegspreis liegt häufig unter dem Marktwert. Allerdings ist das Risiko hoch, da Sie ohne Gewährleistung und oft ohne vorherige Innenbesichtigung oder vollständige Unterlagen kaufen. Für Einsteiger ist das selten der richtige Weg.
💡 Wichtige Vorbereitung: Der digitale Vorab-Check
Bevor Sie die Suche starten, sollten Sie zwingend Ihr finanzielles Preislimit mithilfe eines Baufinanzierungsberaters festlegen. Erst dann lassen sich die Suchkriterien richtig wählen.
Sobald ein Objekt Ihr Interesse weckt, können Sie schon vor dem ersten echten Besichtigungstermin viele Details digital überprüfen:
Ein Exposé ist kein neutrales Datenblatt. Es ist ein Werbeprospekt. Der Makler oder Eigentümer möchte verkaufen – das sollten Sie bei jeder Formulierung im Hinterkopf behalten. Lernen Sie, die Maklersprache zu übersetzen:
Lesen Sie Exposés deshalb immer mit einem kritischen Blick. Was steht da nicht? Welche Angaben fehlen? Ein seriöses Exposé nennt Baujahr, Wohnfläche, Grundstücksgröße, Heizungsart, Energieeffizienzklasse, einen Grundriss und Informationen zur letzten Renovierung. Fehlt eines dieser Elemente, fragen Sie gezielt nach, bevor Sie einen Termin vereinbaren.
💡 Tipp von Birgit Weber, Baufinanzierungsexpertin:„Ein Exposé beleuchtet naturgemäß die Schokoladenseiten einer Immobilie – nicht ihre Schwächen. Wer klug über die Angaben hinaus recherchiert, beharrlich Unterlagen anfordert und das Objekt kritisch besichtigt – im Zweifel unter Hinzuziehung eines Bausachverständigen –, schützt sich effektiv vor bösen und teuren Überraschungen nach dem Kauf.“
Vorsicht bei Flächenangaben! Die im Exposé ausgewiesene Wohnfläche stimmt überraschend oft nicht mit der rechtlich anrechenbaren Wohnfläche überein. Dachschrägen, Kellerräume, Garagen, Wintergärten und Balkone fließen je nach Berechnungsmethode völlig unterschiedlich ein.
Fragen Sie den Verkäufer gezielt: Nach welcher Methode wurde die Wohnfläche berechnet? Nach der strengen Wohnflächenverordnung (WoFlV) oder nach der DIN 277 (Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken)? Der Unterschied kann viele Quadratmeter betragen – und da nach Quadratmetern bezahlt wird, geht es hier direkt um bares Geld.
Rechnen Sie damit, viele Objekte anzuschauen, bevor das richtige dabei ist. Zehn Besichtigungen sind beim ersten Hauskauf keine Seltenheit. Zwanzig auch nicht.
Das klingt nach viel Arbeit – und das ist es auch. Aber jede Besichtigung schärft Ihren Blick. Sie lernen, was Ihnen wirklich wichtig ist, welche Mängel Sie tolerieren können und was absolute Kriterien für einen Ausschluss (K.o.-Kriterien) sind. Zudem bekommen Sie ein echtes Gefühl für den Markt und die Preisstrukturen.
Zwei goldene Regeln für den Termin:
Bringen Sie zum Termin den ausgedruckten Grundriss mit und prüfen Sie die Immobilie systematisch:
10 Fragen, die Sie bei jeder Besichtigung stellen sollten
Teil 3 dieser Serie erscheint in Kürze: Kaufpreis verhandeln – wie Sie den richtigen Preis ermitteln und was Sie bei der Finanzierungszusage beachten müssen.
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Teil 1: So geht's wirklich: Der perfekte 5-Phasen-Plan fürs Eigenheim
Teil 2: Wo und wie Sie die passende Immobilie finden – und worauf Sie bei Exposés wirklich achten müssen
Teil 3: Kaufpreis verhandeln – wie Sie den richtigen Preis ermitteln und was Sie bei der Finanzierungszusage beachten müssen
Teil 4: Finanzierung und Notartermin – Kreditvertrag unterschreiben, Notar beauftragen, Kaufvertrag prüfen
Teil 5: Übergabe und Einzug – Übergabeprotokoll, letzte Zahlungen, Ummeldungen und was Sie in den ersten Wochen erledigen müssen
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