Die Frickenhofer Straße in Gschwend ist marode. Nun entscheidet der Gemeinderat über eine günstige Sanierung oder einen nachhaltigen Vollausbau.
Stand: 20.07.2026, 09:01 Uhr
Von: Anke Schwörer-Haag

Die Frickenhofer Straße in Gschwend ist marode. Nun entscheidet der Gemeinderat über eine günstige Sanierung oder einen nachhaltigen Vollausbau.
Gschwend. Sparversion oder Vollausbau? Das ist die Frage, die der Gemeinderat diesmal zu beantworten hat – und zwar streng genommen rein unter finanziellen Gesichtspunkten. Denn dass die Frickenhofer Straße von der Einmündung aus Schlechtbach bis zum Kreisel beim Badsee richtig kaputt ist, sieht jeder Fußgänger und spürt jeder Autofahrer sofort.
Zwei Varianten mit deutlichem KostenunterschiedBleibt die Entscheidung zwischen geschätzten Gesamtkosten von 667.100 Euro für eine reine Deckensanierung oder 1,979 Millionen Euro für einen Vollausbau inklusive Gehwegen.
Bürgermeister wirbt für nachhaltigen VollausbauWiewohl er in dieser Legislatur auch noch die Schulsanierung auf seiner To-do-Liste habe, wirbt Bürgermeister Jochen Ziehr für den Straßenvollausbau auf rund 3800 Quadratmetern. Inbegriffen sind dabei nicht nur die Gehwege, sondern auch der Umschluss von fünf Kanalhausanschlüssen auf den neuen Hauptkanal DN800 sowie der Neubau der Wasserleitung auf einer Länge von rund 330 Metern.
Am wichtigsten ist dem Schultes aber, dass bei dieser Variante nicht nur der schadhafte Asphalt abgefräst und erneuert wird. Wie von Ingenieur Frank Biekert vom Büro LKP beschrieben, werden auch die Randsteine gerichtet sowie die alte Tragschicht erneuert und der Schotter von 35 auf eine Stärke von 45 Zentimetern zur Straße aufgestockt.
Vollausbau soll die Straße für Jahrzehnte sichernDas sei nötig, um den Belastungen gewachsen zu sein, hatte der Fachmann erläutert. „Wenn wir die Straße im Vollausbau richten, wird die nächsten 30 bis 40 Jahre nicht mehr groß angefasst werden müssen. Und wenn es Reparaturen geben sollte, sind diese auf jeden Fall günstiger. Wir würden damit nachhaltige Politik machen“, erklärt Ziehr, denn die Kosten würden nicht auf die kommende Generation verlagert.
Gschwend prüft Fördermöglichkeiten für die SanierungWas die Fördermöglichkeiten betrifft, wird Gschwend im kommenden Januar Mittel aus dem Ausgleichsstock beantragen – auch wenn für das Land der Straßenbau derzeit nicht oberste Priorität habe und mit einem großen sechsstelligen Betrag nicht zu rechnen sei. Außerdem könnte es für diese die L1080 Geld über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGvfG) geben.
Und nicht zuletzt könnte Gschwend für dieses Vorhaben ebenso wie für die Grundschulsanierung und die ebenfalls ziemlich marode Welzheimer Straße seinen Anteil aus dem Sondervermögen Infrastruktur verwenden, das der Bund für die Gemeinden ausschüttet. „Den Haushalt wollen wir so wenig wie möglich belasten, auch wenn ordentliche Kosten im Raum stehen“, beschreibt der Bürgermeister die Strategie.
Land beteiligt sich an Kosten der LandesstraßeKarl Altvater erhält die Information, dass sich das Land auch anteilig an den Kosten für die Fahrbahndecke beteiligt, da es sich um eine Landesstraße (L1080) handelt. Das sei bereits im Juli 2025 abgeklärt worden. Matthias Gaugel, Robin Kellndorfner und Ralf Kronmüller erfahren, dass die Anwohner einbezogen werden – sowieso wenn es um Kanal- und Hausanschlüsse geht, aber auch während der Bauzeit. Sicher sei das eine Belastung, die man aber so angenehm wie möglich gestalten wolle.
Gemeinderat gibt grünes Licht für die Planung„Können wir uns das noch leisten“, hinterfragt Ralf Kronmüller den Vollausbau. „Stand heute würde es funktionieren“, antwortet der Bürgermeister – verbunden mit dem Vorteil, dass damit wieder ein Projekt aus dem Sanierungsstau abgearbeitet sei. Zuletzt entpuppt sich das Gremium einstimmig als Befürworter des Mehrwerts, zumindest was die Planung angeht. Denn die Verwaltung erhält den Auftrag, die Planung für den Vollausbau in Gang zu setzen.
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