Die Bilder aus Ceuta beschäftigen die EU. Zudem gibt es Hinweise, dass der Ansturm politisch gesteuert sein könnte. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Düsseldorf, Brüssel, Rom, Washington. Zehntausende Migranten haben versucht, in die spanische Exklave Ceuta im Norden Marokkos zu gelangen. Seit Donnerstag kamen nach Angaben der spanischen Regierung 50.000 Menschen an.
Davon seien bis zum Freitagabend 48.300 freiwillig wieder nach Marokko zurückgekehrt. Hunderte weitere seien noch auf dem Rückweg. Die Regionalregierung von Ceuta sprach von etwa 60.000 angekommenen Migranten – das entspricht 70 Prozent der regulären Einwohnerschaft.
Die meisten Migranten sind auf das spanische Hoheitsgebiet geschwommen – mindestens 57 Menschen sind dabei gestorben. Andere kamen über den Landweg.
„Was gestern geschehen ist, war ein Angriff, eine Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“, sagte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Freitagmittag in Ceuta. Er sagte jedoch zugleich, dass es „eine sehr vernünftige Zusammenarbeit mit den Herkunfts- und Transitländern“ gegeben habe. Damit ist vor allem Marokko gemeint.
Das Handelsblatt gibt den Überblick: Was seit Donnerstag passiert ist – und wie die Reaktionen der EU und der Mitgliedsstaaten ausfallen.
Was war der Auslöser?In Spanien gilt ein Urteil des obersten Gerichtshofs Spaniens vom 29. Juni dieses Jahres als wahrscheinlicher Auslöser. Das Gericht stellte dabei klar, dass Migranten, die auf dem Seeweg in eine der beiden spanischen Exklaven Ceuta oder Melilla im Nordosten Marokkos kommen, nicht sofort wieder zurückgeschickt werden dürfen.