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Thyssenkrupp & Co. produzieren wieder mehr Stahl

Дата публикации: 21-07-2026 12:40:42

Stahlproduktion ist im ersten Halbjahr kräftig gestiegen, Elektrostahlwerke schwächeln aber weiter. Kritik an EU-Plänen für öffentliche Aufträge.

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Die deutsche Stahlindustrie hat im ersten Halbjahr 2026 wieder mehr produziert als in den krisenhaften Vorjahren. Von Januar bis Juni verließen insgesamt 18,6 Millionen Tonnen Stahl die Werkstore von Thyssenkrupp, Arcelor Mittal, Salzgitter & Co. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl (WVS) tritt jedoch auf die Euphoriebremse: Von einer nachhaltigen Trendwende könne noch keine Rede sein. Denn hochgerechnet auf das Gesamtjahr käme Deutschland auf eine Rohstahlproduktion von rund 37 Millionen Tonnen - und bliebe damit weiter unter der Marke von 40 Millionen Tonnen, die für eine rentable Auslastung erforderlich sei.

Am stärksten zugelegt hat zuletzt der klassische, mit Kohle als Hauptenergieträger über die Hochofenroute erzeugte Stahl: Er legte im Juni um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Dagegen fiel die Steigerung beim Elektrostahl mit 3,5 Prozent deutlich geringer aus - und das von einem ohnehin zuletzt gesunkenen Niveau. Den Elektrostahlproduzenten machen nach wie vor insbesondere die hohen Strompreise zu schaffen. Der für dieses Jahr geschaffene Industriestrompreis soll helfen, er kann aber erst nachträglich ab 2027 beantragt werden.

Deutsche Autoindustrie bestellt zu wenig Stahl

Was der Branche Sorgen bereitet, ist die nach wie vor schwache Inlandsnachfrage: Die WVS spricht von einem „weiterhin außergewöhnlich niedrigen Niveau der Stahlnachfrage in Deutschland“. Die Bauwirtschaft, Maschinen- und Anlagenbau sowie die Automobilindustrie stecken als Hauptkunden der Stahlkonzerne selbst in einer Nachfragekrise und bestellen entsprechend weniger.

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„Die Produktionszahlen gehen aufwärts, echte Erholung beginnt aber erst, wenn auch die reale Stahlnachfrage zurückkehrt“, erklärt Kerstin Maria Rippel, WVS-Hauptgeschäftsführerin. „Die steigende Produktion darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Stahlindustrie weiterhin in einer schwierigen Lage befindet. Die Zuwächse sind vor allem Ausdruck einer technischen Gegenbewegung, etwa durch wieder aufzufüllende Lagerbestände.“

Die EU-Zollpolitik mit Strafzöllen auf chinesischen Billigstahl gehen für die Branche in die richtige Richtung. Unzufrieden ist man dagegen mit den Leitmärkten für heimische Industriegrundstoffe. Beim Stahl sind etwa künftige Grünstahlquoten für öffentliche Aufträge nicht zwingend mit der Produktion in Europa verbunden.

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„Wer Steuermittel in Milliardenhöhe investiert, darf nicht allein den günstigsten Anbieter aus Fernost im Blick haben“, warnt Rippel. Das Vergaberecht müsse von Brüssel und Berlin so ausgestaltet werden, dass neben dem Preis auch Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und lokale industrielle Wertschöpfung berücksichtigt werden. „Ein verbindliches Made-in-EU-Kriterium ist dafür von zentraler Bedeutung“, fordert die Stahllobbyistin.

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Ausdruck der Krise sind nach wie vor die Pläne für massenhaften Stellenabbau: Thyssenkrupp Steel Europe will 5000 Arbeitsplätze streichen und 6000 weitere auslagern, die Belegschaft der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) von derzeit noch 2700 Stellen auf rund 1000 schrumpfen.

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Классификация: Экономика. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 14.35. Источник: www.nrz.de.