Wer ein gebrauchtes E-Auto kauft, kann viel Geld sparen. Doch ein übersehener Akkuschaden oder fehlende Garantie können den vermeintlichen Deal schnell verteuern.
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Der Sprit wird wieder teurer, und es ist kaum davon auszugehen, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird. Viele Autofahrer stehen daher vor der Überlegung, ob das nächste Fahrzeug nicht besser ein E-Auto werden sollte. Neuwagen sind weiterhin sehr teuer, doch auf dem Gebrauchtwagenmarkt liegt der eigentliche Reiz.
Weil der Wertverlust bei E-Autos gerade in den ersten beiden Jahren besonders hoch ausfällt, bekommt man dort für das Budget eines Mittelklassewagens ein Fahrzeug, das neu einmal 70.000 Euro und mehr gekostet hat. Vor diesem Angebot lauern allerdings einige Fehler, die teuer werden können.
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Die wichtigste Frage für Neueinsteiger lautet: Wie gut ist der Akku? Die Antwort gibt ein Batteriezertifikat, das jeder ehrliche Händler für sein Fahrzeug vorlegen kann. Es weist den State of Health aus, also die verbliebene Restkapazität, und wird von unabhängigen Institutionen wie TÜV oder DEKRA ausgestellt. Als Faustregel gilt: Ein 24 Monate altes Auto sollte noch rund 95 Prozent Kapazität ausweisen.
Langzeittests verschiedener Magazine haben zudem ergeben, dass die Akkus weitaus länger halten als gedacht. Der ADAC testete einen VW ID.3 über fünf Jahre und 220.000 Kilometer. Am Ende des Tests lag die Restkapazität noch bei 89 Prozent. Wer über das Zertifikat hinaus fragen will, erkundigt sich nach der Ladehistorie. Ein Fahrzeug, das drei Jahre lang überwiegend am Schnelllader stand, altert schneller als eines, das nachts an der Wallbox hing.
Fehler 2: Die Akku-Garantie für selbstverständlich haltenDie Herstellergarantie auf den Akku gilt auch für Zweit- und Drittbesitzer. Die meisten Hersteller sichern acht Jahre oder 160.000 Kilometer zu. Voraussetzung ist allerdings, dass alle Wartungen erfolgt und dokumentiert sind. Ein genauer Blick ins Wartungsheft entscheidet damit darüber, ob die Garantie im Schadensfall überhaupt greift.
Fehler 3: Den Unterboden nicht prüfenTechnisch gibt es im E-Auto weniger Teile, die kaputtgehen können. Die Klassiker des Verbrenners, also Wasserpumpe, Zahnriemen oder Zylinderkopfdichtung, fehlen schlicht. Dafür gibt es ein Risiko, das der Verbrenner nicht kennt: das Batteriegehäuse im Unterboden. Wer einmal kräftig aufgesetzt hat, riskiert eine Beschädigung, die von außen kaum zu erkennen ist.
Und die Hersteller tauschen bei Verdacht auf einen Gehäuseschaden in der Regel die komplette Batterie. Damit wird aus einem Bordsteinkontakt ein wirtschaftlicher Totalschaden, denn eine neue Batterie kostet schnell mehr als 10.000 Euro. Ein Blick unter das Auto auf der Hebebühne kostet nichts und ist die wichtigste halbe Stunde des gesamten Kaufs.
Fehler 4: Die Verschleißteile des E-Autos übersehenAufpassen muss man bei den Antriebswellen, die wegen des hohen Drehmoments der Elektromotoren stärker belastet werden. Ebenso lohnt ein Blick auf die Bremsen, allerdings aus dem umgekehrten Grund: E-Autos verzögern zu einem großen Teil über die Rekuperation, bei der der Elektromotor als Generator arbeitet und Energie zurück in den Akku speist. Die Bremsen werden dadurch seltener genutzt und können Rost ansetzen.
Und dann ist da die Aufhängung. Vor allem die Querlenker leiden unter dem hohen Gewicht der Fahrzeuge. Hier lohnt der Blick auf die Gummibuchsen. Sind sie beschädigt, sollte der Händler sie austauschen oder einen deutlichen Preisnachlass gewähren. Bei jungen Leasingrückläufern ist das selten ein Thema, bei Fahrzeugen jenseits der fünf Jahre dagegen regelmäßig.
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Zwei Details entscheiden zudem über den Alltagswert. Erstens die Wärmepumpe, die im Winter über Reichweite und Ladeverhalten mitentscheidet und bei vielen Modellen aufpreispflichtig war. Zweitens die Frage, welche freischaltbaren Funktionen und Konnektivitätsdienste am Erstbesitzer hängen und mit dem Halterwechsel verfallen. Beides steht selten im Inserat.
Gebrauchte E-Autos von vertrauenswürdigen Händlern können ein echtes Schnäppchen sein. Man bekommt viel Auto und viel Luxus für vergleichsweise wenig Geld. Man sollte nur wissen, wo man hinschaut.
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