Samsung baut seine Health-App für kommende Galaxy-Watches um. Doch eine neue Regelung sorgt für Kritik: Wer der Nutzung seiner Gesundheitsdaten für KI‑Zwecke nicht zustimmt, könnte gespeicherte Daten verlieren.
Wer künftig seine Gesundheitsdaten in der Samsung-Cloud sichern will, muss die Daten der KI überlassen.
Foto: COMPUTER BILD / Janina Carlsen
Samsung baut seine Health-App für kommende Galaxy-Watches um. Doch eine neue Regelung sorgt für Kritik: Wer der Nutzung seiner Gesundheitsdaten für KI‑Zwecke nicht zustimmt, könnte gespeicherte Daten verlieren.
Kurz vor dem Galaxy Unpacked am 22. Juli sorgt Samsung für Ärger: Wer seine Gesundheitsdaten in Samsung Health weiter mit dem Konto synchronisieren will, muss der Nutzung für KI-Training zustimmen. Wer ablehnt, verliert seine bisher gespeicherten Werte – von Schritten bis zu Zyklusdaten. Wir zeigen, welche Alternativen es gibt.
Wer in den vergangenen Tagen die Samsung-Health-App aktualisiert hat, findet ein neues Design vor. Wie wir bereits vor einigen Wochen berichtet haben, hängt das mit den Vorbereitungen auf die frische Galaxy-Watch-Generation zusammen. Das neue Design ist deutlich bunter, die Anordnung der Kacheln macht die App moderner. Zudem will Samsung mit der neuen Generation einen Gesundheitscoach integrieren, der unter anderem Trainingspläne erstellen und Schlafmuster analysieren soll. Doch es ist bekanntlich nicht alles Gold, was glänzt, und das scheint sich für das Samsung-Update zu bewahrheiten.
Denn immer mehr Nutzerinnen und Nutzer erhalten nach dem Öffnen der App die Aufforderung, der Nutzung ihrer Gesundheitsdaten für KI-Training zuzustimmen. Konkret lautete der Titel: "Einwilligung zur Nutzung von Gesundheitsdaten für KI-Training und Modellierung". Wer das nicht tut, so die
Benachrichtigung, verliert sofort alle bisher gespeicherten Gesundheitsdaten auf dem Samsung-Account. Dabei geht es längst nicht nur um die Schritte, sondern auch um weit sensiblere Daten wie Zyklusinformationen, Körpermaße und Medikamente.

Wer die Zustimmung entzieht, verliert die gespeicherten Daten komplett.
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Wer der Neuerung bereits zugestimmt hat und das rückgängig machen will, findet die Option dazu in den Einstellungen von Samsung Health. Dort wählen Sie den Unterpunkt "Datenschutz" und tippen dann auf den Regler neben Einwilligung zur Nutzung von Gesundheitsdaten für KI-Training.
Zuvor sollten Sie aber eine Sicherung der Daten vornehmen. Auch diese Möglichkeit findet sich in den Einstellungen. Dort wählen Sie ebenfalls im Bereich "Datenschutz" die Option Persönliche Daten herunterladen. Eine weitere Sicherungsmöglichkeit ist die Übertragung mittels Health Connect etwa zu Google Health. Google nutzt nach eigenen Angaben die Daten von Nutzerinnen und Nutzern aktuell nicht für das Trainieren von KI.
Reale Daten zu nutzen, um künstliche Intelligenz zu trainieren, ist ohnehin umstritten. Doch ein Punkt in den Nutzungsbedingungen von Samsung stößt Datenschützern besonders sauer auf: Samsung behält sich das Recht vor, dass auch menschliche Prüfer die Daten ansehen dürfen. Obwohl die Daten in diesem Fall meist anonymisiert sind, handelt es sich immer noch um besonders sensible Daten. Die sollten nicht in den Händen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern landen. Außerdem ist bei Nutzung in der EU zweifelhaft, ob das konsequente Löschen bei Ablehnung mit der DSGVO vereinbar ist. Denn eigentlich schreibt das Gesetz vor, dass eine solche Zustimmung freiwillig sein muss.
Das Vorgehen von Samsung in dieser Hinsicht überrascht besonders, weil sich der Hersteller in der Vergangenheit als besonders datenschutzfreundlich positionierte. Wenngleich eine
Überprüfung von Anwältenfür COMPUTER BILD auch in der Vergangenheit bereits einige verbraucherunfreundliche Klauseln in den Datenschutzbedingungen von Samsung fand.
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