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Ohne ausländische Arbeitskräfte droht Wohlstandsverlust im Osten: „Substanzielle Lücken an den Arbeitsmärkten“

Дата публикации: 14-08-2026 08:18:59

In Ostdeutschland wird gewählt und die AfD macht Politik gegen Zuwanderung. Doch sind nicht gerade diese Bundesländer von Menschen aus dem Ausland abhängig?

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Ohne ausländische Arbeitskräfte droht Wohlstandsverlust im Osten: „Substanzielle Lücken an den Arbeitsmärkten“

Stand: 14.08.2026, 10:18 Uhr

Von: Katja Thorwarth

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In Ostdeutschland wird gewählt und die AfD macht Politik gegen Zuwanderung. Doch sind nicht gerade diese Bundesländer von Menschen aus dem Ausland abhängig?

Magdeburg – Die AfD in Sachsen-Anhalt um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund macht Politik gegen Zuwanderung – gerade auch im Hinblick auf den Arbeitsmarkt. Zu den Fakten: Sachsen-Anhalt ist das Bundesland mit den im Durchschnitt ältesten Einwohnern; hinzu kommt, dass gerade junge Frauen zunehmend abwandern. Arbeitskräfte gibt es entsprechend nicht im Überfluss, doch Siegmund will mit Familienpolitik nachbessern: Bekommen deutsche Frauen mehr Kinder, brauche es keine Zuwanderung.

Eine Pflegekraft schiebt einen Pflegebedürftigen im Rollstuhl

Dem Osten Deutschlands könnten die Pflegerinnen ausgehen. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa/dpa-tmn

Auch wenn sich die Frauen vor Ort darauf einließen, ist das ein recht langes Zeitfenster, mit dem die AfD dort plant. Und schaut man auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), drohen dem Osten Deutschlands bereits jetzt ohne Zuwanderung immer größere Lücken auf dem Arbeitsmarkt.

Im Osten drohen Arbeitskraftverluste durch Ruhestand

Wie ein Kurzbericht des IW zeigt, haben zwischen 2023 und 2025 die Ost-Bundesländer rund 141.000 Beschäftigte mit deutscher Staatsangehörigkeit verloren; allerdings stieg die Zahl der Beschäftigten ohne deutschen Pass gleichzeitig um 90.000. Studiengrundlage sind die ostdeutschen Länder inklusive Berlin. Künftig drohten weitere Arbeitskraftverluste durch in Rente gehende Beschäftigte, aber auch durch Menschen, die abgeschoben oder „zurückwandern“ würden.

Zwischen Ende 2023 und Ende 2025 habe der Rückgang der Beschäftigung Deutscher in den Ost-Ländern 2,5 Prozent betragen, der Rückgang der Gesamtbeschäftigung 0,8 Prozent. Deutschlandweit stieg die Beschäftigung insgesamt laut IW dagegen leicht um 0,2 Prozent, wobei die der Deutschen insgesamt um 1,4 Prozent zurückging. 

Entsprechend warnen die Studienautoren vor den Folgen von verstärkter „Rückwanderung“ nach Polen und in andere, überwiegend osteuropäische, Länder, da „substanzielle Lücken an den Arbeitsmärkten“ entstehen könnten. Daher müsse die Zuwanderung von Arbeitskräften aus Drittstaaten gestärkt werden – sonst „könnte sich das sehr negativ auf den Wohlstand auswirken“, betont das IW: „Damit einhergehend könnte sich auch die Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen, etwa im pflegerischen Bereich, verschlechtern.“ 

Immer mehr Menschen wandern aus Ostdeutschland ab

Seit 2024 sei eine zunehmende Rückwanderungsbewegung in die seit 2004 der EU beigetretenen Länder zu beobachten. Demnach habe Ostdeutschland bereits 7800 Beschäftigte bis Dezember 2025 verloren, berichtet IW mit dem Quellenhinweis auf die Bundesagentur für Arbeit und eigene Berechnungen. 

Der Anteil der nichtdeutschen Staatsangehörigen an der Beschäftigung in Ostdeutschland stieg von 4,8 Prozent 2015 auf 13,3 Prozent 2025. 845.000 ausländische sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gab es Ende 2025 in Ostdeutschland, darunter mit 16,2 Prozent die meisten aus Polen, gefolgt von 7,4 Prozent aus der Ukraine. 

Die acht außereuropäischen Hauptherkunftsländer Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien machen 12,7 Prozent aus. „Hier zeigt sich im letzten Jahr ein starker Rückgang der Zuzüge“, die das IW mit der radikalen Migrationspolitik von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), aber ebenso mit dem Machtwechsel in Syrien begründet. (Quelle: dpa, IW) (ktho)

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