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Regionalliga-Reform: Kritik an kurzfristigen Änderungen vor der Abstimmung

Дата публикации: 27-06-2026 13:33:00

Vereine von der 3. bis zur 5. Liga sollen am Montag, 29. Juni, über die Regionalliga-Reform abstimmen. Jetzt liegen plötzlich Änderungen auf dem Tisch.

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Wenige Tage vor der Abstimmung über die Regionalliga-Reform am 29. Juni kritisiert die „Aufstiegsreform“-Initiative zwei kurzfristige Änderungen. Sie betreffen das Kompassmodell, eine von zwei Varianten einer möglichen Regionalliga-Reform, und den Abstimmungsmodus.

Wie etwa der MDR/„Sport im Osten“ berichtet, wurde das sogenannte Kompassmodell kurzfristig verändert: Statt ursprünglich geplanter 20er-Staffeln soll die neue viergleisige Regionalliga nun nur noch 18 Teams pro Gruppe umfassen. Das bedeutet für die Vereine weniger garantierte Startplätze und ein höheres Abstiegsrisiko – ab Platz zwölf statt bisher 14 droht der Gang in die Oberliga. Das sei auf der Sitzung der Regionalliga-Träger und ihrer Verbandschefs am 2. Juni beschlossen worden, berichtet der MDR.

Kritik an geänderter Abstimmungsregel für Regionalliga-Reform

Die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ um Tommy Haeder (Chemnitzer FC) übt scharfe Kritik an diesem Vorgehen. Die späte Kommunikation kurz vor der Abstimmung sei weder transparent noch vertrauensbildend, da viele Klubs ihre Positionen monatelang auf Basis des ursprünglichen Modells entwickelt hätten. Unterstützung erhält die Initiative auch von prominenten Stimmen wie Trainerlegende Felix Magath (Viktoria Aschaffenburg), Marcus Uhlig (Rot-Weiß Oberhausen) sowie Markus Thiele (1. FC Saarbrücken), die alle die 20er-Staffel als sinnvollere und fairere Lösung verteidigen.

Zusätzlich sorgt eine weitere Absprache der Verbände für Unmut: Statt einer einfachen Mehrheit aller abstimmenden Vereine soll das Kompassmodell nun in allen fünf Regionalliga-Gebieten jeweils eine eigene Zustimmung erhalten – das bedeutet de facto ein Vetorecht für einzelne Regionen. Kritiker sehen darin eine Aushöhlung des demokratischen Prozesses, zumal die Regelung auch nicht mit den formalen DFB-Strukturen übereinstimmt, laut denen Anträge zur Reform unabhängig von einzelnen Verbänden gestellt werden können.

Wichtiger Schritt zur Regionalliga-Reform war Ende Mai gemacht worden

Der nächste Schritt zur (langwierigen) Reform der fünf Regionalligen im deutschen Fußball war Ende Mai gemacht worden. Erstmals hatte der DFB nun auch öffentlich benannt, welche Gremien über eine Reform entscheiden können. Er verwies dabei auf die Paragraphen 37 und 55b der DFB-Spielordnung, die die Rahmenbedingungen der vierten Liga und den Aufstieg in die 3. Liga regeln. Der DFB schrieb: „Die entsprechenden Bestimmungen müssten bei einer Strukturreform angepasst werden. Diese Beschlüsse müssten über den DFB-Vorstand oder DFB-Bundestag erfolgen.“

Der DFB-Vorstand besteht aus 52 Personen: Mitglieder des DFB-Präsidiums, Präsidenten der Landes- und Regionalverbände, Vertreter der Deutschen Fußball Liga (DFL) sowie zehn weitere Mitglieder aus verschiedenen Ausschüssen. Eine Entscheidung über den Vorstand gilt als deutlich einfacher, günstiger und weniger aufwendig als der Weg über den Bundestag – das Parlament des DFB, das alle drei Jahre tagt.

Regionalliga-Reform: Kompassmodell soll Favorit sein

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte betont: „Jeder Einzelne sieht den Reformbedarf bei der Regionalliga. Ja, Meister müssen aufsteigen!“ Laut Informationen der BILD sprechen sich Neuendorf und DFL-Chef Hans-Joachim Watzke für das sogenannte Kompassmodell aus. Es soll einen fairen Kompromiss zwischen allen fünf Regionalligen darstellen.

Aufstiegsreform der Regionalliga

Die Reform zum Aufstieg und weiterer Strukturen der Regionalligen im deutschen Fußball lässt weiter auf sich warten. © Hendrik Schmidt/dpa | Hendrik Schmidt

Bis zur Entscheidung liege die Verantwortung allerdings nicht beim DFB, sondern bei den fünf Regionalliga-Trägern – den Verbänden, die die jeweiligen Ligen organisieren. Diese trafen sich Anfang Juni und hatten dann letzte offenen Fragen zum Kompassmodell (insbesondere Trägerschaft, Zulassungsvoraussetzungen, Staffelstärke und Verteilung der Startplätze) diskutiert - mit den Ergebnissen, die jetzt auf Kritik der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ stößt.

Ursprünglich wollte man im Westen bereits Mitte Mai abstimmen – doch dieser Termin hatte sich auf frühestens Ende Juni verschoben. Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), kündigte gegenüber der BILD an: „Danach werde ich mich nach Abstimmung mit unseren Vereinen und den NOFV-Gremien dafür einsetzen, dass es auch zeitnah zu den entsprechenden Beschlüssen im DFB und zur Umsetzung kommt.“

Regionalliga-Reform im deutschen Fußball: Ein langer Weg

Der Nordosten würde damit voraussichtlich den offiziellen Antrag beim DFB-Vorstand stellen. Der Fahrplan ist konkret: Die Saison 2027/28 soll als Qualifikationssaison dienen. Ab 2028/29 soll das neue Modell dann in Kraft treten – und damit nach 14 Jahren Dauerstreit endlich für klare Verhältnisse im deutschen Fußball sorgen.

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Bereits am 25. März 2026 kam es zum letzten Treffen der DFB-Arbeitsgruppe zum Thema Regionalliga-Reform. Ihr Ziel war es, eine Lösung zu erarbeiten, die dem DFB-Bundestag zur mehrheitsfähigen Abstimmung vorgelegt werden kann. Eine endgültige gab es danach zwar noch nicht, die Gruppe hatte ihre Arbeit mit diesem fünften Treffen aber abgeschlossen. Das Ergebnis: „Die AG spricht sich einstimmig für eine viergleisige Regionalliga aus, damit künftig alle Regionalliga-Meister in die 3. Liga aufsteigen können.“

Das war die allgemeine Erwartungshaltung und eher ein Minimalkompromiss. Weiterhin war unklar, wie man aus den jetzt fünf Staffeln vier macht. Die Gruppe erarbeitete dazu zwei Lösungsmodelle.

Regionalliga-Reform: Das sind die beiden Modelle

  • Der erste Vorschlag ist das von vielen Clubs bevorzugte Kompassmodell. Hierbei würden die vier Staffeln in jeder Saison aus allen Regionalligisten im Grunde anhand der Entfernungen gebildet werden, Verbandsgrenzen würden dabei keine Rolle spielen.
  • Das zweite Modell nennt sich Regionenmodell. Hierbei würden aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln gebildet werden. Die Regionalligen West und Südwest würden in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben.

Das „Regionenmodell“ wäre relativ einfach umzusetzen und würde Privilegien der mitgliederstarken Verbände im Westen und Südwesten erhalten - so kommt zum Beispiel in jedem Jahr ein Drittliga-Aufsteiger aus dem Bereich des Westdeutschen Fußball-Verbands (deckungsgleich mit Nordrhein-Westfalen).

Auf der anderen Seite würde dadurch wohl die Regionalliga Nordost zerrissen, die den höchsten Zuschauerschnitt aller fünf Staffeln hat und mit vielen Ost-Traditionsvereinen als attraktivste Regionalliga gilt. Im Gegensatz zu NRW hätte Ostdeutschland dabei keinen festen Aufstiegsplatz in die 3. Liga.

„Die Diskussionen waren nicht einfach“

„Die Diskussionen waren intensiv und nicht einfach, aber immer konstruktiv. Wir wollten konkrete Lösungsvorschläge vorlegen, mit denen die zuständigen Gremien der Verbände arbeiten und umgehen können. Ich freue mich, dass uns das gelungen ist. Jetzt geht es in die weitere Entscheidungsfindung unter Einbeziehung der betroffenen Vereine“, sagte AG-Leiter Michael Vesper. Die Regionalliga-Reform wird also ein kontroverses Thema bleiben.

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Vom Tisch ist damit auch die Möglichkeit, dass schon die kommende Saison eine Qualifikationsspielzeit für die neue viergleisige Regionalliga wird. Ein neues Modell mit vier Regionalliga-Staffeln könnte bei entsprechendem Beschluss ab der Saison 2028/2029 umgesetzt werden. Qualifikationssaison wäre die Spielzeit 2027/2028.

Die Diskussion um eine Aufstiegsreform in den deutschen Regionalligen läuft seit Jahren. Das Kernproblem war dabei stets: Im aktuellen System mit fünf Staffeln (Nord, Nordost, West, Südwest, Bayern) haben nur die Meister der Ligen West und Südwest ein direktes Aufstiegsrecht in die 3. Liga. Die Titelträger der anderen drei Staffeln müssen sich ihren Platz in einer rotierenden Playoff-Regelung erkämpfen – oder bleiben trotz Meisterschaft in der Viertliga stecken. Ein Zustand, den in den vergangenen Jahren immer mehr Vereine, vom Fünft- bis zum Bundesligisten, kritisierten und sich zu einer Reform-Initiative zusammenschlossen.

Fußball-Regionalliga: Neues „Kompassmodell“ galt als Favorit – aber im DFB nicht unumstritten

Daher setzt der DFB im August 2025 schließlich eine Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform ein, besetzt mit Vereins- und Verbandsfunktionären aller Regionalligen, DFB-Vertretern sowie einem Vertreter der DFL. Als einer ihrer Lösungsvorschläge kristallisierte sich das sogenannte Kompassmodell heraus. Statt fünf soll es künftig nur noch vier Regionalliga-Staffeln mit je 20 Teams (Nord, Ost, Süd, West) geben. Die Zusammensetzung der Staffeln soll jährlich per künstlicher Intelligenz nach kürzesten Fahrzeiten neu berechnet werden.

Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), sitzt auf der Bühne während der: Sportbusiness-Konferenz Spobis im CCH Congress Center Hamburg.

Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hält sich aus der Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform heraus, steht prinzipiell aber Veränderungen eher offener gegenüber. © picture alliance/dpa | Marcus Brandt

Doch als einige schon dachten, dass dieses Konzept endlich konsensfähig sei, gab es Widerstand. Vor allem aus den Regionalverbänden West und Südwest. Mutmaßlich, weil es ihre Zuständigkeiten beschneidet und, aus ihrer Perspektive, manche Klubs geografisch schlechter stellen könnte. Die vierte Sitzung am 18. Februar 2026 endete ohne Ergebnis und machte die fünfte notwendig.

Mit dpa. Dieser Artikel erschien erstmals am 25. März 2026.

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