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„Eine Katastrophe, furchtbar“: Zehntausende fliehen in Frankreich vor Waldbränden

Дата публикации: 24-07-2026 09:01:00

An der französischen Atlantikküste breiten sich Waldbrände unkontrolliert aus. Zehntausende Menschen werden evakuiert. Die aktuelle Lage.

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Die Waldbrandlage an der französischen Atlantikküste spitzt sich zu. In der bei Urlaubern beliebten Region wüteten in der Nacht zum heutigen Freitag zwei heftige Flächenbrände unkontrolliert weiter. Inzwischen hat auch die Evakuierung der Halbinsel Cap Ferret begonnen.

Insgesamt sind rund 63.000 Menschen auf der Flucht. An der Küste bei Bordeaux, wo bereits 20.000 Menschen vor allem von Campingplätzen und Ferienanlagen evakuiert wurden, müssen weitere 20.000 Menschen zehn am Becken von Arcachon gelegene Orte verlassen, sagte Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez. Auch Menschen aus einem Sommerlager und einem Pflegeheim mussten ihre Unterkunft verlassen. Der Innenminister spricht von „größten Feuern der Saisons“.

Waldbrand in Lège-Cap-Ferret: Hunderte fliehen per Boot vor den Flammen

Am Vormittag flohen Hunderte von der Halbinsel Cap Ferret per Boot. Bei den gefährlichen Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann durch die Explosion einer Gasflasche verletzt. „Es ist eine Katastrophe, es ist furchtbar“, sagte Jean Gonçalves, 54, der seit 30 Jahren in Lège-Cap-Ferret lebt und sein Zuhause überstürzt verlassen hat, der AFP. Weitere Menschen sollen bisher nicht verletzt worden sein. 80 Häuser sollen durch die Flammen beschädigt und 50 zerstört worden sein.

Auslöser des Brandes war vermutlich ein Fahrzeug, mit dem Böschungen gemäht werden sollten. Etwa 200 Feuerwehrfahrzeuge und acht Löschflugzeuge waren im Einsatz. Mittlerweile sind wegen des Waldbrandes auf der Halbinsel Cap Ferret 1.500 Einsatzkräfte im Einsatz – mit dem Ziel, Menschenleben und Gebäude zu retten, so der Innenminister.

Brände in Frankreich

Urlauber aus Lege-Cap-Ferret bei ihrer Ankunft per Boot in Arcachon während einer Evakuierungsaktion der gesamten Halbinsel Cap-Ferret im Südwesten Frankreichs. © Romain Perrocheau/AFP/dpa | Romain Perrocheau

Macron bittet EU um Löschflugzeuge und Unterstützung

Weiter südlich brannten in der Nähe des Ortes Biscarrosse mehr als 2500 Hektar ab. Dort hatte ein Lieferwagen Feuer gefangen und die Flammen griffen schnell auf die Natur über. 1200 Hektar Fläche brannten bis zum späten Donnerstagabend bereits nieder und 5000 Menschen wurden evakuiert.

Insgesamt ist die Zahl der evakuierten Menschen in dieser Region mittlerweile auf 23.000 gestiegen. Auch hier sind vor allem Campingplätze und Urlaubsquartiere betroffen. 100 Häuser wurden durch den Brand beschädigt. 700 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

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Präsident Emmanuel Macron bat die Europäische Union um Hilfe. „Wir werden bald auf Verstärkung zählen können“, erklärte Macron im Onlinedienst X. Unter anderem sollten Löschflugzeuge und Schwerlast-Hubschrauber aus Kroatien, Portugal, Tschechien und der Slowakei die französischen Einsatzkräfte unterstützen.

Großbrand bei Arcachon: Hunderte Feuerwehrleute kämpfen gegen Flammen

Der Brand war am Mittwoch in der Nähe des Beckens von Arcachon bei der Ortschaft Saumos ausgebrochen und hat sich erst auf den Ort Le Porge und dann auf Lège Cap-Ferret zubewegt. Wegen der extrem ungünstigen Wetterbedingungen werde der Brand mit einem Großaufgebot von 500 Feuerwehrleuten, vier Löschflugzeugen und 150 Einsatzfahrzeugen bekämpft, hieß es am Mittwochabend von der Präfektur.

 Anwohner blicken am frühen Morgen in Le Porge im Südwesten Frankreichs in den von Waldbränden erhellten Himmel.

 Anwohner blicken am frühen Morgen in Le Porge im Südwesten Frankreichs in den von Waldbränden erhellten Himmel.© AFP | Romain Perrocheau

Zwei Feuerwehrmänner starben in ihrem Fahrzeug

Bereits am Mittwochnachmittag hatte die Präfektin des Departements Gironde am Nachmittag umfangreiche Evakuierungen angeordnet. Rund 700 Bewohner mussten zwei Stadtteile des Ortes Le Porge verlassen, der dortige Campingplatz „La Grigne“ mit rund 3500 Urlaubern wurde geräumt. Die Betroffenen wurden zum nahegelegenen Urlaubsort Lacanau dirigiert.

Auch ein Strand von Le Porge, wo sich rund 600 Fahrzeuge befanden, wurde evakuiert. Die Evakuierungsmaßnahmen und Straßensperrungen wurden von rund 90 Beamten der Gendarmerie koordiniert.

Wegen heftiger Waldbrände im Südwesten Frankreichs mussten bereits knapp 40.000 Menschen evakuiert werden. Teils mit Booten.

Wegen heftiger Waldbrände im Südwesten Frankreichs mussten bereits knapp 40.000 Menschen evakuiert werden. Teils mit Booten. © AFP | Romain Perrocheau

Wie die Präfektin betonte, gilt für das Departement Gironde die höchste Waldbrandwarnstufe Rot. Die Anweisungen der Behörden müssten strikt befolgt werden. Die Bevölkerung wurde zu größter Vorsicht gemahnt. Am Dienstag erst waren bei einem anderen Naturbrand am Flughafen von Bordeaux zwei Feuerwehrmänner ums Leben gekommen, die in ihrem Fahrzeug von den Flammen eingeschlossen wurden.

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Frankreich: Waldbrände vernichten Rekordfläche

In Frankreich war es in den vergangenen Wochen zu einer Reihe von Großbränden gekommen. Am Dienstag meldete das Land einen traurigen Rekord an verbrannter Fläche in diesem Jahr: Mehr als 42.000 Hektar Land gingen zwischen Januar und Mitte Juli in Flammen auf. Damit wurde ein früherer Höchststand von 2022 übertroffen.

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Waldbrand

Frankreich erlebe die umfangreichsten Waldbrände seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte Präsident Emmanuel Macron vor wenigen Tagen. Bislang starben insgesamt drei Feuerwehrleute, unter der Zivilbevölkerung gibt es noch keine Toten.

Experten sind sich einig, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel bei den Waldbränden eine bedeutende Rolle spielt. Der französische staatliche Wetterdienst Météo France betonte kürzlich, dass die immer häufigeren und heftigeren Hitzewellen eine Folge des Klimawandels seien. Und diese verursachten eine immer intensivere Trockenheit, was Brände begünstigt.

ppe und pcl mit AFP/dpa

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