Die DLD-Konferenz 2026 in München ist in vollem Gange. "It's gonna be wild" lautet das Motto, unter dem Unternehmer, Politiker und Wissenschaftler in München zusammenkommen.
Die DLD-Konferenz 2026 in München ist in vollem Gange. "It's gonna be wild" lautet das Motto, unter dem Unternehmer, Politiker und Wissenschaftler in München zusammenkommen.
Damit geht der DLD 2026 in München zu Ende. Auf den Panels warnte Herman Narula heute davor, dass Europa nur noch wenige Jahre habe, um technologisch unabhängiger zu werden. Alexander Kluge kontert den Tech-Hype philosophisch: KI sei wie eine Kamera ein oft klügeres Werkzeug, entscheidend sei unser Umgang damit. Marietje Schaake machte klar, wie bedrohlich Überwachung heute ist – bis hin zu „Zero-Click“-Hacks ohne jeden Klick. Und Fiona Bae zeigte, dass K-Culture längst mehr ist als Musik: ein weltweiter Export von Lifestyle und K-Beauty, der sogar das Schönheits- und Gesundheitsverständnis verändert.
Damit verabschiedet sich die FOCUS online Redaktion von der diesjährigen DLD. Wir wünschen Ihnen ein schönes Rest-Wochenende und bis nächstes Jahr!
13.13 Uhr: Auf dem DLD startet nun die letzte Session. Auf der Bühne soll es noch einmal um einen positiven Blick in die Zukunft gehen. Mike Butcher (Pathfounders) und William Tunstall-Pedoe (UnlikelyAI) sprechen darüber, wie sich KI in großem Maßstab vertrauenswürdiger machen lässt.
Ein wichtiger Punkt liege darin, die Modelle endlich verständlicher zu machen. In der Wirtschaft sei das der Faktor, mit dem der Einsatz von KI stehe und falle. Zu viele Projekte scheitern daran – noch mehr Menschen arbeiten daran, dieses Problem zu lösen. Das Stichwort sei „Neurosymbolische KI“ – die Modelle sollen robuster und verlässlicher werden, indem sie sowohl aus Beispielen lernen als auch logisch und anhand von festgelegten Regeln schlussfolgern können.
"Wir sollten Investitionen als Versicherung betrachten"
13.05 Uhr: Zum Ende wird Narula deutlich und betont die Dringlichkeit:
„Die Werkzeuge liegen Ihnen zu Füßen, das Kapital ist vorhanden. Tun Sie etwas, investieren Sie etwas von Ihrem Geld. Legen Sie etwas in den Rette-meinen-Arsch-Topf. Wenn Sie in der Regierung sind, dann arbeiten Sie um Himmels willen daran, diese Regeln zu ändern, denn wir haben keine Zeit mehr. Das ist nicht das Problem von irgendjemand anderem. Ich hoffe, ich habe etwas getan, um Sie wachzurütteln.“
12.54 Uhr: Um die Zukunft Europas sorgt sich auch Herman Narula (Improbable). „Wir haben fünf Jahre um Europa zu retten“, sagt der Unternehmer. Das größte Problem sei, dass es nicht technologisch unabhängig sei. 90 Prozent der technologischen Infrastruktur laufe anhand ausländischer Technik „Wir haben keinen Notfallplan, falls die amerikanische Regierung beschließt, uns abzuschneiden.“ Dasselbe gelte für Energie, Kryptowährungen und KI-Technologien im Verteidigungsbereich.
In Europa gäbe es viele verschiedene Ideen und Firmen, die genau daran arbeiten. Doch häufig seien sie eingeschränkt durch Regulierung und zu viel Vorsicht. Wir bräuchten mehr finanzielle Risikobereitschaft und sollten Investitionen als Versicherung für uns selbst sehen.
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12.40 Uhr: Darüber, wie Fortschritt nicht nur aufblüht, aber auch endet, diskutieren nun der schwedisch-deutsche Wirtschaftswissenschaftler und -historiker Carl Benedikt Frey von der Oxford-Universität und Max Flötotto von McKinsey.
In kaum einem Zeitalter habe es so viel Innovation und so wenig daraus entstehende Wirtschaftlichkeit gegeben, mahnt Frey: „In Europa haben wir ein Produktivitätsproblem. Was jedoch wenige auf dem Radar haben, ist dass die USA das auch hat.“ Wir würden uns global in einem Produktivitätsloch befinden, das betreffe selbst China.
Damit Europa aus dem Loch heraus kommt, sollten wir mehr Variation zulassen und Raum für Experimentierfreudigkeit zulassen, findet Frey. Das Silicon Valley zum Beispiel – einer der größten Technologiestandpunkte weltweit – sei aus einer lokalen Änderung der Wettbewerbsregeln entstanden. Diese Variation fehle hier: „Was Europa konkret braucht, sind einfache Zugangsbedingungen und der Wille, die weltweit führenden Talente anziehen zu wollen“. In beidem hinke Europa hinterher.
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"Der Start von Raketen ist unser größter Flaschenhals"
12.25 Uhr: Eines der größten Kosten- und Fehlerpunkte sei der Start der Raketen auf der Erde. Doch in Deutschland und Europa gäbe es viele vielversprechende Firmen, die genau an diesem Problem arbeiten. „Die Menschen überschätzen, was in einem Jahr möglich ist und unterschätzen, was in zehn Jahren möglich ist“, ergänzt Joram Voelklein, ebenfalls Gründungspartner von Alpine Space Ventures.
Sobald das Startproblem gelöst ist, sieht Boehing im Orbit einen Spielplatz, auf dem alle eingeladen sind zu spielen. Ihre Vision für die nächsten 20 Jahre: „Der Orbit wird ein ganz neuer Kontinent und eine ganz neue Wirtschaft, der viele unserer Energie- und Ressourcenprobleme lösen wird.“
12.13 Uhr: Von den Tiefen der Medizin wechseln wir in die Weiten des Weltalls. Doch es soll nicht um die technischen Möglichkeiten gehen. Die Teilnehmer des Panels wollen die daraus entstehende Anlageklasse diskutieren.
„Die staatlich finanzierten Vorhaben im europäischen Raum werden weniger und wachsen nicht mehr. Es sind heute die privaten Unternehmen, die als Anlageklasse interessant sind“, sagt der ehemalige SpaceX-Topmanager Bulent Altan. Heute ist er Investmentpartner bei Alpine Space Ventures, einer Risikokapitalgesellschaft, die sich auf Weltraumprojekte in der Frühphase konzentriert.
Potenzial sieht auch Julie Boehning, Mitbegründer des Gruyère Space Program und CEO von PAVE Space. „Es ist unsere Mission, die Mobilität im Weltraum zu erschließen.“ Mit ihrem Team wolle sie die Umlaufbahn zu einer nachhaltigen, funktionsfähigen Umgebung machen, die der Erde zugutekommt. „Die Erde ist zu klein geworden“, sagt sie. Aus ihrer Sicht sei es daher unumgänglich in den Weltraum zu investieren. Noch wäre es allerdings schwierig, die Projekte wirtschaftlich zu gestalten.
Die Lösungen für die "wirklich harten Probleme" liegen in der Diversifizierung
11.48 Uhr: Um die „wirklich harten Probleme“ zu lösen, hat Investor Roeding einen ganz einfachen Rat: „Teilen Sie Ihre Ressourcen auf“. Sich nur in einem Thema zu verlieren, sei nicht zielführend. Er selbst habe immer mehre „Körbe mit Eiern“, aus denen er sich bediene. Das gleiche gelte für Investments: „Kleckern statt Klotzen“, rät er. Es sei besser überall mitzumischen, als alles auf eine Karte zu setzen.
Und er hat noch eine aufmunternde Nachricht: „Deutschland kann in den nächsten Jahren zu den drei erfolgreichsten Volkswirtschaften der Welt zählen. Dieses Land ist extrem fähig, wir haben tolle Talente. Wir müssen uns einfach zusammenreißen und uns nicht selbst im Weg stehen.“
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11.35 Uhr: Wirklich schwierige Probleme gibt es in dieser turbulenten Zeit viele. Wie man diese lösen kann, will nun Cyriac Roeding beantworten. Der deutsche Investor und Unternehmer ist aus dem Silicon Valley in Kalifornien angereist. Dort arbeitet der Wirtschaftsingenieur mit seinem Unternehmen Earli daran, dass sich Krebszellen gegen sich selbst richten.
„Das Problem bei Krebs liegt darin, dass jeder Krebs unterschiedlich ist.“, sagt Roeding. Die Entwicklung neuer Medikamente sei zu komplex, dauere viel zu lange und die Erfolgsquote sei zu gering. "Das ist kein gutes Geschäftsmodell", sagt der Unternehmer.
Auf der Suche nach neuen Investitionsmöglichkeitem sei Roeding in einem Magazin auf Sam Gambhir aufmerksam geworden, der das System ganz neu angegen wollte. Roeding begann mit ihm zusammenzuarbeiten: „Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie haben eine kleine Gruppe großartiger Wissenschaftler. Sie wollen einen genetischen Schalter aus der Natur nutzen, um die kranken Zellen zu bekämpfen. Und sie sagen: Lasst uns ein Unternehmen gründen und Finanzmittel beschaffen.“ Was zu schön um wahr zu sein klang, stellte ihn schnell vor sein erstes großes Problem: Sobald sie ihre Idee an menschlichen Zellen testeten, sank die Erfolgsquote von 70 Prozent auf nur 13 Prozent.
„Wir hätten ein besseres Ergebnis erzielt, wenn wir gegen uns gewettet hätten, anstatt für uns.“
11.25 Uhr: Yat Siu, Mitbegründer von Animoca Brands, einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich Web3, und Berater Marcel Reichert entführen die Zuhörenden jetzt in die Krypto-Welt. Reichert richtet sich zuerst an das Publikum: „Wer hat in irgendeiner Form Krypto besessen oder besitzt Kryptowährungen? Jeder, der die Hände unten hat, sollte jetzt gut zuhören.“
Wieso, erklärt Animoca: „Heute nutzen die meisten das Internet, aber besitzen keinen Teil davon. Ihr seid digitale Sklaven. Mit euch macht man Millionen Verdienste. Das sollten wir ändern.“
Die Lösung sieht er in Tokenisierung, der digitalen Darstellung einer realen Sache – zum Beispiel Dollar. Heute hätten in Afrika und Asien 150 bis 200 Millionen Menschen keinen Bank Account. Mit Kryptowährungen wie Stablecoin können sie digital einen Dollar besitzen. „Durch Blockchain können wir alle hier in diesem Raum mit diesen Menschen Geschäfte machen. Wenn man es tokenisiert, wird es für alle anderen zugänglich – und damit demokratisiert.“
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10.50 Uhr: Im nächsten Panel „Unlocking the Secrets behind K-Culture“ sprechen Fiona Bae aus Korea und Ralph Simon (Mobilium Global) über den weltweiten Aufstieg koreanischer Pop- und Alltagskultur. Simon beschreibt Phänomene wie die K-Pop-Band Demon Hunters als Ausdruck einer Entwicklung, bei der koreanische Produkte, Lebensweisen und kulturelle Codes immer stärker in den globalen Mainstream diffundieren. K-Culture sei längst mehr als Musik – sie transportiere ein gesamtes Lebensgefühl in andere Teile der Welt.
Fiona Bae ordnet diesen Trend als anhaltenden „Rise of Korean Culture“ ein. Die Popularität werde nicht nur bleiben, sondern Korea die Welt langfristig prägen. Der internationale Durchbruch habe mit K-Pop begonnen, anschließend seien immer mehr Filme in Korea produziert worden – anfangs auch aus Kostengründen. Inzwischen gehe die Wirkung weit über ein junges Publikum hinaus: Auch ältere Generationen orientierten sich zunehmend an koreanischen Filmen, am Lifestyle und an den kulturellen Erzählungen des Landes.
Bae beschreibt, wie sich koreanische Mode weltweit verbreitet hat und Korea inzwischen mehr Beautyprodukte in die USA exportiert als Frankreich. Damit verändere sich auch das globale Verständnis von Schönheit. Koreanische Beauty-Konzepte seien eng mit Gesundheit verknüpft; um die Haut wirklich zu verstehen, beschäftigten sich viele in Korea intensiv mit Gesundheit und Medizin. Das habe dazu geführt, dass sich das Land zu einer internationalen Schönheitsdestination entwickelt habe. K-Beauty breite sich extrem schnell aus.
Gleichzeitig spricht Bae über ein spezifisch koreanisches Denken und einen eigenen Geist der Kultur. Lange Zeit seien viele stark von westlicher Kultur geprägt gewesen, doch inzwischen gewinne das eigene Selbstverständnis zunehmend an Bedeutung und werde selbstbewusst in die Welt getragen.
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10.40 Uhr: In der weiteren Diskussion sagt Marc Spiegler, Kultur werde zunehmend über Memes transportiert, doch die Art von Kultur, in der das funktioniere, sei schlicht nicht besonders interessant. Es gebe Formen von Kultur, die in diesem Bereich nicht funktionieren. Simon Denny ergänzt, der neue KI-Kanon werde riesig sein und Museen könnten mit dieser Menge kaum Schritt halten. Spiegler greift das auf und sagt, ein LLM sei selbst eine Art Kanon.
Mit Blick auf die nächste Generation fragt Spiegler, ob unsere Kinder überhaupt noch Bücher lesen werden. Eltern müssten ihre Kinder inzwischen mit Geld bestechen, damit sie ein Buch lesen – „das ist der Punkt, an dem wir uns befinden“. Caroline Busta wirft dagegen ein, Lesen könne auch eine historische Praxis sein, die eben wieder vergeht; Kinder würden künftig einfach ganz andere Dinge tun.
Spiegler warnt jedoch vor den Folgen: Manche Dinge bräuchten zwingend Fokus, etwa politische Prozesse. "Menschen können sich immer schlechter auf eine Sache fokussieren." Wir lebten in einer Zeit, in der viele Menschen kaum noch verarbeiten, was geschieht. Sein Bild dafür ist drastisch: Wir säßen „in einem Topf und werden langsam gekocht“.
10.30 Uhr: Im Panel „Will AI Slop and Deepfakes Kill Culture?“ moderiert Cultural Strategist Marc Spiegler die Diskussion. Er sagt, wenn wir uns verlangsamen, könnten wir uns wieder stärker auf die Dinge fokussieren, die wir wirklich wertschätzen. Zugleich zeichnet er eine pessimistische Vision von KI: Wir verlieren die Fähigkeit zu lesen und uns zu konzentrieren, was sich bereits an Universitäten zeige. Inhalte und Wahrheit drohten an Bedeutung zu verlieren, während Dopamin zum zentralen Treiber werde. Mit Selbstironie merkt Spiegler an: „Ich werde hier im Panel den alten Mann spielen, das ist ok.“
Anschließend beschreibt der Künstler Simon Denny die KI als etwas, das die lineare Zeit fragmentiert, und stellt die Frage, wohin uns Deepfakes führen werden. Caroline Busta von New Models greift diesen Gedanken auf und erklärt, dass Simon KI als Rohmaterial nutzt: Sie diene als Projektionsfläche, in die sich vieles hineininterpretieren lasse, insbesondere in KI-generierte Bilder.
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10.00 Uhr: Der Filmemacher Alexander Kluge spricht über eine Art des Denkens, die langsam, aber kontinuierlich voranschreitet. Er zeigt Bilder aus seinem Film, in dem Männer auf Schildkröten reiten, sowie KI-generierte Bilder, die an alte Zeichnungen erinnern. Im Gespräch sagt Hans Ulrich Obrist: „Der Fortschritt der Gedanken ist langsam.“ Kluge hält dagegen: „Aber die Zeit, die Erzählerwirklichkeit, ist äußerst schnell: gestern wird ein Staatenführer entführt, heute wird Grönland annektiert, morgen ist wieder etwas anderes.“
Kluge reflektiert über Werkzeuge und Wahrnehmung und sagt: „Oft ist das Werkzeug, die Kamera, klüger als der Autor.“ Er zeigt dabei auf sich selbst und erklärt, die Kamera sehe mehr als er. Ihm entgingen Informationen, der Kamera nicht. Ähnlich verhalte es sich mit der KI. „Die KI antwortet brillant und überrascht mich“, sagt Kluge, und fügt hinzu: „Die Irrtümer der KI sind noch besser als manche Einsicht von uns.“ Entscheidend sei der Umgang mit der Technologie: „Wenn wir gastfreundlich mit der KI umgehen, wird sie freundlich zu uns sein.“
Für Kluge dient eine moderne Philosophie der Orientierung, etwa darin, wie Kriege beendet werden können. Er betont, dass er zu komplexen Fragen gelange, indem er zunächst die einfachen stelle.
9.45 Uhr: Steffi Czerny eröffnet den Programmpunkt mit einem humorvollen Einstieg: „Es sind so viele hier, die Party war wohl nicht gut?“ und begrüßte das Publikum mit einem „Willkommen und Guten Morgen!“. Sie sei dankbar für die DLD-Gemeinschaft und betont: „Ich bin wirklich stolz auf uns. Danke, dass Sie alle so freundlich sind.“ Zugleich rief sie die Teilnehmenden dazu auf, den Austausch in den Mittelpunkt zu stellen: „Vernetzen Sie sich, sprechen Sie miteinander, lernen Sie voneinander.“
Inhaltlich leitete sie zum Thema des ersten Panels über und fragte nach dem „inneren Wetter des Geistes“. Darüber wird jetzt der Gallerist Hans Ulrich Obrist mit Alexander Kluge sprechen. Der Filmemacher Kluge sei, so Czerny, jemand, der sich stets zwischen Kunst, Philosophie und Erzählung bewegt.
Samstag, 17. Januar, 9.30 Uhr: Willkommen zum dritten und damit auch letzten Tag der DLD-Konferenz in München! Die Panels haben noch nicht begonnen. Gleich wird Steffi Czerny den heutigen Programmtag eröffnen. Der Kaffee steht neben uns. Los gehts.
Morgen geht es bei auf der DLD 2026 um eine neue und überraschende Bezahlart von Infineon und Fabian Theis, einer der führenden KI-Forscher Europas, erklärt, warum es eine gute Idee ist, sein Blutbild von einer KI analysieren zu lassen. Außerdem beschäftigen wir uns mit dem Zusammenhang zwischen KI und Philosophie und der Frage, ob Deepfakes das Ende von Kunst und Kultur darstellen.
19.35 Uhr: Im Panel „What’s New in Pop?“ (Moderation: Hans Ulrich Obrist, Serpentine) sprach der Künstler Emir Timur Tokdemir (Mechatok) über seinen Werdegang und zeitgenössische Pop-Produktion. In München aufgewachsen, klassisch ausgebildet (Gitarre, Flöte), begann er früh, online Musik zu produzieren und arbeitete lange anonym als Produzent – unter anderem für FKA twigs. Zentrales Thema: Modularität in der Musik. Tokdemir versteht Songs als flexibel einsetzbare Bausteine – ein Track kann ebenso Teil eines Albums, eines Soundtracks oder einer Werbekampagne sein. Tokdemir arbeitet sogar an seinem eigenen Videospiel. Gefragt danach, was er gerne noch machen würde, sagt Tokdemir: „Mein Vater ist ein Architekt. Ich würde gerne eine massive Klanginstallation machen.“
19:01 Uhr: Auf der Bühne geht es nun musikalisch weiter. Brendan Michael Green, besser bekannt unter seinen Künstlernamen Maejor, ist ein Singer-Songwriter und Musikproduzent aus Detroit, USA. Er hat bereits mit Justin Bieber und DJ Martin Garrix zusammengearbeitet.
Green berichtet von seiner eigenen Krebsdiagnose. Neben der medizinischen Therapie half ihm vor allem die Kraft der Musik, berichtet er. "Manchmal erlebt man Dinge im Leben, die man für schlecht hält. Jetzt bin ich wirklich froh über meine Diagnose. Ohne sie wäre ich nie hier", blickt er heute zurück. Er hätte nie seinen Podcast "Maejor Frequency” ins Leben gerufen, um die heilende Kraft der Musik zu erforschen.
Das Publikum soll diese nun live spüren. Im Saal ertönt eine Tonsequenz bei 432 Hrz – die soll laut Green besonders gut mit den Menschen harmonisieren. Sie ist aus der Heilmusik und Meditation bekannt.
18.45 Uhr: In der Diskussion zum Thema „What the World Can Learn from Africa“ geht es um die tiefgreifenden technologischen Entwicklungen in Afrika und das enorme, oft unterschätzte Innovationspotenzial des Kontinents. Karim Beguir (InstaDeep) betont, dass Afrika sich noch in einer frühen Phase der KI-Revolution befinde, Open-Source-Modelle aber große Chancen eröffneten: Schon kleine Teams mit Internetzugang könnten dadurch außergewöhnliche Fortschritte erzielen. Afrika biete zudem besondere Möglichkeiten bei der Energiegewinnung, vor allem durch Solar- und Windkraft, sowie im Finanzbereich, wo digitale Währungen stark gewachsen seien. Insgesamt werde das Potenzial Afrikas von Investoren und Technologieunternehmen noch immer unterschätzt, obwohl sich technologische Entwicklungen künftig deutlich beschleunigen dürften.
Oluwajoba Òlóba (The Nest) hob hervor, wie wichtig es sei, Gründer gezielt vorzubereiten und zu unterstützen. Viele hätten starke Ideen, benötigten aber Zugang zu Infrastruktur, Daten, Wissen, Programmen und Mentoren. Gleichzeitig stelle die Vielfalt Afrikas mit 54 unterschiedlichen Märkten hohe Anforderungen an Unternehmer. Umso wertvoller sei der Austausch: Gründer aus anderen Regionen kämen etwa nach Nigeria, um dort zu lernen, wie man schneller, agiler und wachstumsorientierter arbeitet. Solche Lernprozesse sollten stärker gefördert werden. Deutschland zeige zwar seit vielen Jahren Interesse an Afrika, habe dieses Potenzial aber lange gemeinsam mit anderen Ländern nur begrenzt genutzt.
18.10 Uhr: Im Panel „Closing the Intelligence Gap: The Next Wave of AI Breakthroughs“ diskutieren die Teilnehmer darüber, wo die nächsten großen Durchbrüche in der KI zu erwarten sind – und warum heutige Modelle trotz beeindruckender Leistungen noch weit von menschlicher Intelligenz entfernt sind. Llion Jones (Sakana AI) betonte, dass der entscheidende technologische Durchbruch der vergangenen Jahre das Transformer-Modell gewesen sei. Es habe maschinelles Lernen fundamental verändert und den aktuellen KI-Boom überhaupt erst ermöglicht. Gleichzeitig weist er auf ein zentrales Defizit hin: "Menschen lernen mit extrem wenigen Beispielen, KI-Modelle benötigen enorme Datenmengen." Sie seien regelrecht „datenhungrig“.
Raphaël Millière (University of Oxford) widerspricht der verbreiteten Annahme, KI-Modelle würden lediglich auswendig lernen. Sie seien zu deutlich komplexeren Leistungen fähig. Dennoch hätten sie ein grundlegendes Problem: echte Generalisierung. Die Modelle können Wissen nur begrenzt auf neue, veränderte Kontexte übertragen – ein Bereich, in dem menschliche Intelligenz weiterhin klar überlegen ist.
Kernbotschaft: Die nächste Welle von KI-Durchbrüchen wird weniger aus immer größeren Modellen entstehen, sondern aus neuen Ansätzen, die datenärmeres Lernen, bessere Generalisierung und eine größere Nähe zu menschlichen Lernmechanismen ermöglichen.
17.50 Uhr: Im Panel „What Will the Next Major AI Breakthrough Look Like?“ sprach Richard Socher (You.com | AIX Ventures) über die Grenzen heutiger KI und mögliche nächste Entwicklungssprünge.
Er betont, dass viele Bereiche – etwa Mathematik – zunehmend von KI automatisiert werden. Große Sprachmodelle seien dabei ein wichtiger Baustein, aber nicht der entscheidende Durchbruch auf dem Weg zur Superintelligenz. Die bisherigen Skalierungsgesetze zeigten, dass sich Leistungsgewinne verlangsamen. Deshalb sei es Zeit für neue Forschungsansätze. Der zentrale nächste Schritt sei eine Form von selbstverbessernder KI, die ihre eigenen Fähigkeiten kontinuierlich optimiert. Socher spricht von „rekursiver Selbstverbesserung“ – Algorithmen, die erkennen können, wann ihr eigener Code besser wird, auch in abgestuften, noch unvollkommenen Formen.
Entscheidend sein werde, welche Werte KI-Systeme dabei verfolgen. Die Definition dieser Werte werde zu einer der wichtigsten Aufgaben der Zukunft. Socher sieht den Beruf des „Reward Engineers“, der festlegt, welche Ziele und Anreizsysteme KI verfolgt, als Schlüsselrolle.
Er hält die Debatte über eine KI-Blase für verkürzt. Zwar gebe es überhitzte Bereiche, insgesamt befinde man sich jedoch in einer Phase steigender technologischer Möglichkeiten, in der echte Innovationen länger bräuchten, als viele erwarten. Weltmodelle seien teilweise überhypet, aber dennoch nützlich, etwa in der Robotik; für viele Anwendungen sei Code derzeit wirkungsvoller. Langfristig werde nahezu jede Branche eigene KI-Agenten entwickeln.
17.25 Uhr: Die Kluft zwischen KI-Euphorie und tatsächlicher Umsetzung in Unternehmen scheint groß, wird im Panel „Enterprise AI: From Algorithms to Collaboration“, moderiert von Ina Fried (Axios), klar.
Thomas Saueressig von SAP beschreibt das Kernproblem so: Fast jedes Unternehmen wolle KI nutzen, doch der produktive Mehrwert bleibe bislang oft aus. Die größten Hürden lägen nicht in der Technologie, sondern in den Grundlagen – Datenqualität, Prozesse und Integration. Gleichzeitig seien die Chancen von KI deutlich größer als die Risiken. Zentral sei jedoch Vertrauen: Niemand akzeptiere Halluzinationen bei kritischen Entscheidungen, entscheidend sei daher die saubere Einbettung von KI in Geschäftsprozesse und die Verlässlichkeit der Systeme.
Sten-Kristian Saluveer vom Tallinn Digital Summit widerspricht der Vorstellung eines Technikproblems deutlich. Zu wenige Unternehmen hätten überhaupt eine echte KI-Implementierung. Das sei vor allem ein Führungs- und Strategieproblem, getrieben von Angst. Einen KI-Plan zu haben, sei inzwischen eine Überlebensfrage. Mit Blick auf geopolitische Bedrohungen warnt er eindringlich: "Gegner wie Russland entwickeln in diesem Moment neue Technologien, während Europa zögert." Das sei keine Militarisierung, sondern eine Realität, der sich Führungskräfte stellen müssten.
Anahita Thoms von Baker McKenzie schildert eine ähnliche Zurückhaltung im Rechtsbereich: Dort dominierten Diskussionen und Aufregung, aber kaum konkrete KI-Anwendungen – obwohl KI den Arbeitsalltag deutlich erleichtern könne. In der Regulierung sieht sie einen notwendigen Balanceakt. Europa habe Innovation teils durch Überregulierung gebremst, gleichzeitig sei Regulierung unverzichtbar für Vertrauen. Wie beim Fliegen entstehe Sicherheit gerade durch klare Regeln, insbesondere beim Schutz von Daten und Betroffenen.
Saluveer verweist auf Estland als Gegenbeispiel: Das Land verfolge einen ambitionierten KI-Kurs, setze auf Datenschutz, Erklärbarkeit von KI-Entscheidungen und Resilienz – auch angesichts realer Angriffe auf kritische Infrastruktur wie Unterseekabel. Öffentliches Vertrauen sei dabei entscheidend.
Zum Abschluss betont Saueressig, die Zukunft werde nicht von KI allein gestaltet, sondern von den Menschen, die sie einsetzen. Europa solle selbstbewusst auf eigene Stärken wie SAP oder Mistral setzen und KI aktiv annehmen, statt sie aus Angst zu blockieren.
17.00 Uhr: Im Panel „10 AI Views: One Year on and What Comes Next“ skizzierte Ulrike Hoffmann-Burchardi von UBS Global Wealth Management zehn zentrale Thesen zur weiteren Entwicklung von Künstlicher Intelligenz – mit klaren Implikationen für Wirtschaft und Kapitalmärkte.
Kernbotschaft: Die Möglichkeiten von KI in der kommenden Dekade sind enorm, und die Technologie ist eher unter- als überschätzt. Kurzfristig gebe es zwar Zweifel, langfristig werde KI jedoch häufig unterschätzt – tatsächlich sei sie sogar auch heute noch unterbewertet. Da KI-Systeme selbstlernend sind, beschleunigen sich die Veränderungen stark. Das zeige sich auch an den Kapitalmärkten: KI-Aktien und Unternehmen, die KI entwickeln oder konsequent einsetzen, hätten deutlich outperformt. KI werde branchenübergreifend zur Trennlinie zwischen Gewinnern und Verlierern.
Mehrere verbreitete Fehlannahmen weist Hoffmann-Burchardi zurück. Hohe Investitionen seien kein vorübergehendes Phänomen – die KI-Capex werden weiter steigen. GPUs blieben trotz Wettbewerbsdruck das Herzstück von KI-Rechenzentren. KI lohne sich sehr wohl: Unternehmen erzielten bereits messbare Erfolge bei der Kostenreduktion. Auch die Sorge vor sinkenden Margen teilt sie nicht – im Gegenteil, diese dürften sich verbessern.
Strukturell erwartet sie tiefgreifende Veränderungen. Chip-Unternehmen würden sich weiterentwickeln, neue vertikal integrierte KI-Fabriken entstehen. Bestehende Softwareanbieter stünden stärker unter Druck, als viele annähmen. KI sei zudem kein reines Tech-Thema: Nahezu alle Branchen würden profitieren, besonders sichtbar etwa in der Medikamentenentwicklung. Open-Source-Modelle würden Closed-Source-Modelle nicht verdrängen, sondern parallel leistungsfähig bleiben.
Für Investoren lautet das Fazit: KI bleibt ein zentrales Investmentthema. Anwendungs- und Intelligenzebenen werden zunehmend verschmelzen – mit dem langfristigen Übergang in Richtung allgemeiner künstlicher Intelligenz.
16.15 Uhr: Es ist jedes Jahr einer der Höhepunkte des DLD: Der Aenne Burda Award. Der Preis geht 2026 an die Musikerin FKA twigs. Sie gilt als eine der innovativsten Künstlerinnen der modernen Pop- und Avantgarde-Musik.
Burda-Gesellschafterin Elisabeth Burda Furtwängler übergibt den nach ihrer Großmutter Aenne Burda benannten Award. Ihre Großmutter habe sich nie um Konventionen geschert und mit ihrem Magazin sowie den Strickmustern Frauen Selbstständigkeit und Würde zurückgegeben.
Ähnlich prägent sei FKA twigs mit ihrer Musik und Kunst für die Gegenwart. Burda Furtwängler hebt insbesondere die Verletzlichkeit und den bewussten Einsatz des eigenen Körpers in FKA twigs Kunst hervor. "Es ist beeindruckend, was du machst mit deiner Kunst, deiner Verletzlichkeit und wie du deinen Körper benutzt."
Zusammen mit dem vollen Auditorium sing Burda Furtwängler "Happy Birthday" für die Künstlerin, die diese Woche Geburtstag hatte. Anschließend überreicht sie ihr ein englischsprachiges Burda-Magazin und ehrte sie offiziell mit dem Preis: "Ich fühle mich geehrt, dir den Award zu überreichen."
Nach einem Videozusammenschnitt aus Musik, Performances und Shootings bedankte sich FKA twigs sichtbar bewegt für die Auszeichnung. Sie nannte Josephine Baker und Eartha Kitt als prägende Vorbilder und reflektierte ihren eigenen künstlerischen Weg. Besonders emotional schilderte sie eine Krise aus dem Vorjahr, als eine geplante Welttournee kurzfristig wegen fehlender Visa abgesagt werden musste. Ihre Reaktion – sich die Haare abzurasieren – beschrieb sie als Ausdruck von Stärke und Verletzlichkeit zugleich. Entscheidend für künstlerische Freiheit seien Menschen, die einen durch Höhen und Tiefen begleiten. Dass die Tour nun mit Visa stattfinde, widmete sie ihrem Team, dem sie ausdrücklich dankte.
Maja Göpel: "Immer mehr für alle wird nicht möglich sein"16:10 Uhr: Politikökonomin Maja Göpel kritisiert, dass viele noch immer am Wachstum des BIP festhalten, obwohl Ökonominnen und Ökonomen längst einräumen müssten, dass Wohlstand an mehr Faktoren gemessen werden muss – etwa an Lebensqualität und ökologischen Grenzen.
Am Beispiel der Schweiz macht sie deutlich: Wer fordere, alle Länder sollten so wohlhabend werden wie die Schweiz, müsse sehen, dass das Land seine ökologischen Spielräume bereits ausgeschöpft habe. „Wir müssen über das gute Leben sprechen, denn immer mehr für alle wird nicht möglich sein.“
15.56 Uhr: FOCUS online hat Maja Göpel bereits am Donnerstag zum Interview getroffen und mit ihr über Geopolitik, Donald Trump und Wohlstand gesprochen. Nun tritt sie bei der DLD-Konferenz auf. Göpel ist Transformationsforscherin und Politökonomin, sie beschäftigt sich unter anderem mit den Werten, die in einer Gesellschaft relevant sind.
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Alle reden von Krise. Es entsteht der Eindruck, unser Wohlstand würde bröckeln. Die Politökonomin Maja Göpel sieht das anders.
FOCUS online
15.45 Uhr: "Tiefe, menschliche Verbindung schaffen, das ist der Kern unserer Arbeit", sagt Haiati. KI bringe neue Fragen auf, was real sei und was nicht. "Es wirkt so, als sei jeder heutzutage so hyper-individuell, dass alle gleich aussehen." Haiati will FKA Twigs nun ein paar persönliche Fragen stellen.
Er will zum Beispiel wissen, was die Sängerin denkt, wenn sie das Wort "Authentizität" hört. Hat es eine Bedeutung bei ihrer Arbeit? "Ich denke, für mich weiß ich, dass ich authentisch bin, wenn ich nicht darüber nachdenke", sagt FKA Twigs. "Ich denke mir nicht: Heute erschaffe ich ein authentisches Kunstwerk. Ich muss es fühlen."
15.31 Uhr: Im nächsten Panel geht es um Authentizität - und wie man sie in Zeiten Künstlicher Intelligenz simuliert. Dazu sind die Sängerin FKA Twigs und der deutsche Agenturchef Mumi Haiati eingeladen.
15.20 Uhr: "Für viele von uns ist die größte Leistung, unsere Arbeit weiterzuführen", sagt Kanimba. Und eben nicht in Schweigen und Angst zu verharren, wie es das Ziel vieler Attacken auf Journalisten und Aktivisten ist.
15.10 Uhr: Als nächstes spricht Laurent. Er erzählt, wie er mit Pegasus in Berührung kam. Wie bedrohlich die Spyware ist. Laurent hat "Forbidden Stories" gegründet, ein Netzwerk, das Recherchen von bedrohten oder ermordeten Journalisten aufgreift und weiterführt. "Ich bin 2010 zum ersten Mal mit Spyware in Kontakt gekommen", sagt Schaake, die früher im Europaparlament saß.
"Für mich war die Vorstellung, dass Aktivisten gehackt werden, etwas, das ich mir genauer anschauen wollte." Sie erzählt auch, dass einige Regierungen Schadsoftware gegen Oppositionelle einsetzen. "Es gibt heutzutage sogenannte Zero-Click-Infektionen. Das heißt: Man kann sich am Handy oder Computer Malware einfangen, ohne etwas anzuklicken", so Schaake.
Infiziert mit Pegasus: "Habe begonnen, Monate meines Lebens durchzuspielen",regionOfInterest=(1180,208)&hash=a7d7964aa8ebe90fc6402a2cc6319a496578a2c7a38b93090e3ba5d52340aefa)
15.00 Uhr: Kanimba erzählt von ihrer Familie. Jahrelang hätten ihre Angehörigen in einem angespannten Verhältnis mit dem Staat, in dem sie lebten, gestanden. Kanimba sei von der Pegasus-Spyware infiziert worden, weil sie für Gerechtigkeit gekämpft habe. "Überwachung stiehlt etwas von einem, bevor es Informationen stiehlt. Es stiehlt Vertrauen, dass das eigene Leben privat ist", sagt sie.
"Ich habe begonnen, Monate meines Lebens nochmal durchzuspielen, ich habe mich gefragt, wer noch zugehört hat." Überwachung sei ein Risiko für viele Personen des öffentlichen Lebens, unter anderem Journalisten. O Cearbhaill spricht von Aktivisten und Journalisten, die mit einfacher Malware oder Phishing-Mails attackiert wurden.
Dann spricht auch er von der berüchtigten Pegasus-Spyware, die es einem Angreifer ermöglicht, Geräte unbemerkt zu infizieren. Die Software kann unbemerkt auf alle Daten zugreifen und sie über das Internet versenden.
14.45 Uhr: Nun geht es um den sogenannten "Ripple Effect". Er beschäftigt sich mit der Tatsache, dass ein einzelner Cyberangriff oder Vorfall weitreichende, kaskadierende Folgen über das ursprünglich betroffene Unternehmen hinaus für Kunden, Lieferanten und Partner haben kann.
An der Debatte beteiligt sind Donncha O Cearbhaill, Chef des Security Lab bei Amnesty International, die politische Aktivistin Carine Kanimba, Alinda Vermeer von der "Limelight Foundation", Investigativjournalist Laurent Richard und Marietje Schaake vom "Cyber Policy Center" der Stanford University.
14.35 Uhr: Lars Hinrichs sagt, sein Vortrag sei "für die, die teamLab auch in Deutschland sehen wollen". Er erzählt, dass er sich eine Ausstellung über die Museen der Zukunft angesehen hat. Dort kam er auch mit dem Konzept von teamLab in Berührung. Hinrichs schwärmt davon. Bisher ist das Panel leider sehr auf das immersive Kunstkonzept des Kollektivs verengt.
14.25 Uhr: Im nächsten Panel geht es um Technologie und Kunst. Sakuraku Naka vom Künstlerkollektiv teamLab, Journalist Marc Spiegler, Lars Hinrichs vom UBS Digital Art Museum und Serviceplan-Chef Florian Haller diskutieren miteinander. Spiegler berichtet von einer Verschiebung - weg von der "Objektorientierung" hin zur "Erleblinsorientierung". Das Panel handelt von der Architektur immersiver Kunst.
Immersive Kunst beschreibt eine Erfahrung, bei der man das Gefühl hat, vollständig in eine andere Welt oder Umgebung einzutauchen - häufig durch das Ansprechen mehrerer Sinne. Per Video sehen die DLD-Zuschauer nun solche Projekte von teamLab.
14.10 Uhr: Weiter geht's! Ralph Simon, ein langjähriger DLD-Teilnehmer, kündigt "etwas Besonderes" an. Denn nun wird der Geiger Iskandar Widjaja auftreten. Erst läuft ein Video, das erste Einblicke in seine Musik eröffnet. Widjaja spielt anschließend vor dem DLD-Publikum.
14.01 Uhr: Aktuell ist noch Mittagspause. In Kürze sollten die Vorträge und Diskussionsrunden aber weitergehen. Zumindest auf einer Bühne wird bereits wieder debattiert. Insgesamt gibt es auf der DLD-Konferenz zwei.
13.20 Uhr: Das Panel „The Quest for a Stable Society“ ist ein klarer Themenwechsel: weg von Verteidigung und Bedrohungsszenarien hin zu Finanzstabilität und Technologie. Paolo Ardoino, CEO von Tether, beschreibt das rasante Wachstum des Stablecoins USDT und zieht einen Vergleich mit der frühen Expansionsphase von Facebook. Geld erfülle dabei zwei zentrale Funktionen: Es transportiere Information und ermögliche Wachstum. Besonders im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr nehme die Nutzung von USDT stark zu, da Überweisungen schneller und deutlich günstiger seien als über klassische Finanzsysteme.
Zudem beobachtet Ardoino, dass immer mehr Menschen USDT nicht nur für Transfers, sondern auch als Wertspeicher nutzen. Stablecoins entwickelten sich damit für viele Nutzer weltweit zu einer Alternative zum traditionellen Bankensystem, insbesondere in Ländern mit instabilen Währungen oder hohen Transaktionskosten.
12.40 Uhr: Im Panel „Capital in an Unstable World“, moderiert von John Thornhill (Financial Times), ging es um die Rolle von Kapitalmärkten in einer zunehmend unsicheren geopolitischen Lage.
Thomas Preuss von DTCP beschreibt einen grundlegenden Wandel in der Investmentlogik: Militärische Güter und Verteidigung gelten inzwischen auch als ESG-konform, da Sicherheit als Voraussetzung für Stabilität verstanden werde. Als Finanzinvestor habe man sich bereits seit rund zehn Jahren intensiv mit Verteidigungsstrategien beschäftigt – ein Sektor, der in Europa zuvor über Jahrzehnte vernachlässigt worden sei.
DTCP investiert gezielt in Unternehmen mit bestehenden Produkten und klaren Konzepten und stellt Wachstumskapital bereit. Der Fokus liegt auf der gesamten Verteidigungswertschöpfung, von Luft- und Raumfahrt über Software bis zu unbemannten Systemen, mit Investitionen in allen NATO-Ländern. Die europäische Verteidigungsstrategie rückt dabei stärker in den Mittelpunkt, ebenso wie Investitionen in ukrainische Unternehmen. Aus der Ukraine lasse sich viel über die Entwicklung neuer Technologien lernen, da sich dort ein rasantes technologisches Katz-und-Maus-Spiel mit Russland abspiele. Produktentwicklung müsse auf diesen realen Erfahrungen aufbauen.
Preuss betont, dass das Kapital nicht nur von klassischen Finanzinvestoren komme, sondern zunehmend auch aus der Industrie, einschließlich etablierter Unternehmen im Rüstungssektor. Ziel sei es nicht, sich von den USA als NATO-Partner abzugrenzen, sondern wieder ein verlässlicher und leistungsfähiger Partner zu werden. Europas Fähigkeit, geopolitisch mitzuwirken, hänge entscheidend davon ab, ob es seine technologischen Kompetenzen schnell und konsequent ausbaue.
„Russland bereitet jetzt gerade mehr Angriffe auf die Ostflanke vor“,regionOfInterest=(1094,594)&hash=40d3e3f9d526cb89da8cd4ee08ac13efe021b2c60390fc692561132d8a216f82)
12.30 Uhr: Im Panel „Defending Europe: An Innovation Opportunity“ wird die Verteidigung Europas als technologische und gesellschaftliche Bewährungsprobe beschrieben; mit der Ukraine als realem Testfeld.
Vertreter aus Dänemark und Europa machten deutlich, dass es sich um den „innovativsten Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg“ handle. Gleichzeitig werde häufig unterschätzt, was die Ukraine tatsächlich brauche. Trotz zahlreicher Expertinnen und Experten verstünden viele die konkreten operativen Herausforderungen an der Front nicht.
René Obermann (Warburg Pincus International LLC) warnte eindringlich vor einer weiteren Eskalation: „Russland bereitet jetzt gerade mehr Angriffe auf die Ostflanke vor.“ Die Ukraine führe „auch unseren Krieg“. Europa müsse „sehr hart kämpfen, um innovative Überlegenheit zu gewinnen“. Noch werde zu viel Geld in traditionelle Rüstung gesteckt, während hochinnovative Verteidigung vernachlässigt werde. Angesichts extrem kostspieliger Systeme wie Hyperschallraketen sei eine klare Umsteuerung notwendig, sonst könne Europa der russischen Aggression kaum standhalten.
Annika von Mutius (Empion) betonte den Bottom-up-Ansatz in der Ukraine. Innovation entstehe dort im engen Zusammenspiel von Gesellschaft, Militär und Technologie. „Wir können den Krieg nicht mit Spielzeug gewinnen“, also nicht mit Waffen und Technologien, die den realen Bedingungen nicht standhalten. Entscheidend sei die physische Nähe zur Front, um Systeme unter realen Bedingungen zu testen. Ohne diese Nähe arbeite Europa „für einen Krieg, der so nicht mehr funktioniert“.
Zugleich mahnte von Mutius eine mentale Vorbereitung der Gesellschaft an – in Europa, in Deutschland. Propaganda sei allgegenwärtig und erschwere es zunehmend, Realität von Verzerrung zu unterscheiden. Die Zusammenarbeit mit der Ukraine und die Arbeit mit der eigenen Gesellschaft seien deshalb zentral – „damit hätten wir nicht heute, sondern gestern anfangen müssen“.
12.10 Uhr: Im Panel „Will Ukraine’s Fate in 2026 Define the International Order?“ geht es um militärische Unterstützung, Korruption, humanitäre Hilfe und die strategische Bedeutung der Ukraine für Europa.
Michael Prinz zu Salm-Salm kritisiert, dass Waffenlieferungen an die Ukraine zu spät gekommen und noch dazu technologisch überholt gewesen seien. Angesichts rasanter Innovationszyklen sei es entscheidend, moderne Systeme nicht nur zu liefern, sondern die ukrainischen Kräfte vor Ort kontinuierlich zu schulen.
Andrii Dykun räumt offen ein, dass Korruption in der Ukraine existiert, betont aber, dass sie weder akzeptiert noch toleriert werde. Gerade der EU-Beitrittsprozess habe Transparenz und wirksame Anti-Korruptionsmaßnahmen erzwungen – auch deshalb werde öffentlich darüber berichtet.
Dykun schildert zudem die praktische Unterstützung seines Netzwerks: mit über tausend Mitgliedern liefert es Weizen, Fahrzeuge und humanitäre Hilfe, insbesondere für ältere Menschen, die ihre Heimat nicht verlassen wollen. Gebrauchte Fahrzeuge aus Deutschland seien für den Krieg entscheidend, da Drohnenpiloten und Einheiten ständig ihren Standort wechseln müssten.
Beide Podiumsteilnehmer unterstreichen die geopolitische Dimension des Krieges. Die Ukraine kämpfe nicht nur um ihr eigenes Überleben, sondern für Recht, Frieden und die Sicherheit Europas. Als wichtiger Getreidelieferant für die Welt werde sie zugleich von Russland gezielt wirtschaftlich angegriffen – Weizen werde von Putin als Waffe eingesetzt. Sollte die Ukraine verlieren, wäre Europas Sicherheitslage deutlich schlechter als heute. Dykun wird am Ende sehr deutlich: "Die Russen sind Monster. Russland kümmert sich nicht um seine toten russischen Soldaten, sie sind ihnen egal."
Franke: "Wir brauchen eine „No-Regret-Strategie“ für unsere Verteidigung",regionOfInterest=(710,491)&hash=2bcf7fe51e036d8f5eb050bed21f4a4844ad46f614d1242420191c03c8e42e4d)
11.40 Uhr: Im Panel „What Kind of Defense Innovation Ecosystem Do We Need in Germany and Europe?“ wurde deutlich, dass Deutschland und Europa weniger ein Ressourcen- als ein Umsetzungsproblem haben.
Benedikt Franke (Munich Security Conference) warnt angesichts globaler Krisen vor Selbstzufriedenheit und fordert eine „No-Regret-Strategie“ für Sicherheit und Verteidigung, die unabhängig von politischen Stimmungswechseln funktioniert. Das eigentliche Problem sei weniger fehlender politischer Mut als der mangelnde Wille in der Gesellschaft, die veränderte Bedrohungslage wirklich anzuerkennen.
„Brauchen wir wirklich mehr politischen Mut?“, fragt Franke. „Es gibt viele Menschen, die wissen, dass wir aktuell nicht in einer guten Welt leben, aber sie tun nichts – nichts mit Blick auf ihre politische Einstellung, ihr Engagement.“ Und weiter: „Was fehlt, sind nicht Universitäten, nicht Geld. Es ist der Wille zur Veränderung.“
Marco Iannaccone (HypoVereinsbank/UniCredit) betont, dass Technologie, Kapital und Know-how vorhanden seien – es fehle jedoch an Geschwindigkeit und Skalierung. Europa brauche eigene Champions, schnellere Entscheidungen und einen Kapitalmarkt, der Verteidigung als strategische Zukunftsbranche akzeptiert.
Balázs Nagy (TYTAN Technologies) sieht großes Potenzial in Europa, gute Universitäten, starke Unternehmen und ausreichend Geld. Die zentrale Herausforderung sei, Innovationen zu skalieren. Zwar habe sich das Mindset zuletzt verändert und Investitionen seien leichter geworden, doch Gesellschaft und Politik reagierten oft zu langsam – eine Lehre aus der Pandemie.
Einigkeit herrscht darin, dass Verteidigung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Kapital müsse schneller und gezielter fließen, etablierte Konzerne und Start-ups gemeinsam gedacht werden. Zwar wachse die Investitionsbereitschaft deutlich, doch die Gefahr bestehe, sich einseitig auf aktuelle Trends wie Drohnen zu konzentrieren, statt künftige Bedrohungen mitzudenken.
Wie BMW mit seiner neuen Batterie China ein Schnippchen schlägt,regionOfInterest=(301,293)&hash=f5b37c549b8fe5f839b1d62afa6e41f8e727a426f021d6fa07af7d47e2c66cf6)
11:35 Uhr: Nebenan geht es um die großen Probleme, die Unternehmen heutzutage haben, Rohmaterialen aufzutun – und zwar ohne die Nachhaltigkeit aus den Augen zu verlieren. Nadine Phillips (BMW) betont, dass nachhaltiges Wirtschaften ohne einen tiefen Blick in die Lieferkette nicht möglich ist: „Wenn wir über CO₂-Reduktion sprechen, liegen die Hebel tief in der Lieferketten, vor allem bei der Rohstoffgewinnung für Stahl, Aluminium und Hochvoltbatterien.“
Lieferketten-Experte Frank Jackel erinnert daran, dass Europa große Hoffnungen in Recycling setzt, die Industrie aber ohne Primärrohstoffe nicht auskommt: „Ich meine Mining.“ Bergbau sei „dreckig und gefährlich“, aber bilde den Startpunkt der Lieferkette – und sei als 3000 Jahre alte Industrie strukturell kaum verändert. Und Änderungen durchzusetzen ist für einzelnen Unternehmen kaum möglich, denn China hält rund 50 Prozent des Marktes und setze damit eigene Standards – oder eben keine.
Phillips verweist darauf, dass selbst Konzerne wie BMW in Bereichen wie Batterien nur etwa ein Prozent Marktanteil haben und daher begrenzt Druck auf Zulieferer ausüben können. Wirklich wirksam werde BMW in der Kreislaufwirtschaft: In der neuen Fahrzeuggeneration liege der Anteil recycelter Materialien bereits bei 33 Prozent, in der Batterie sogar bei 50 Prozent – mit deutlich messbaren CO₂-Einsparungen.
11.20 Uhr: Victoria Ossadnik von E.ON sieht im Quantencomputing große Chancen für die Energiewirtschaft. Richtig eingesetzt könne die Technologie erhebliche Kosten einsparen und komplexe Optimierungsprobleme lösen. Voraussetzung sei allerdings, die richtigen Fragen zu stellen – und genau daran mangele es noch, da bislang nur wenige Experten überhaupt in der Lage seien, sinnvoll mit Quantencomputern zu arbeiten.
Heike Riel (IBM Research) betont, dass viele Anwendungsfelder vom Quantencomputing profitieren werden. Ein Teil der komplexen Probleme lasse sich mit KI lösen, andere erforderten Quantencomputer. IBM strebe noch in diesem Jahr einen sogenannten Quantenvorteil an, bei dem Quantenhardware Aufgaben besser bewältigt als klassische Systeme. Bis 2029 solle der erste fehlertolerante Quantencomputer entwickelt werden, der Probleme lösen kann, die heute noch unlösbar sind – etwa präzisere Vorhersagen über Moleküle.
Auch Sicherheitsfragen spielten eine Rolle. Ossadnik erklärt, E.ON gehe pragmatisch mit potenziellen Bedrohungen um. Der Fokus liege derzeit auf realen Risiken wie Angriffen auf kritische Infrastruktur. Für neue Technologien wie Quantencomputing werde man entsprechende Strategien entwickeln. Angesichts der schnellen technologischen Fortschritte brauche es schon heute klare Konzepte, insbesondere mit Blick auf Verschlüsselung: Spätestens ab 2035 müssten Daten quantensicher geschützt sein – technisch sei das bereits möglich.
Riel unterstreicht abschließend, dass es beim Quantencomputing nicht um Technologie um ihrer selbst willen gehe, sondern um Anwendungen, die echten Mehrwert schaffen und einen messbaren Unterschied machen.
11.00 Uhr: Offenbar findet Ardoinos Vortrag zu einem anderen Zeitpunkt statt. Es startet das Panel, das eigentlich danach angekündigt war: "When Energy meets Quantum". Victoria Ossadnik von Eon, Heike Riel von IBM Resarch und John Thornmill von der "Financial Times" diskutieren miteinander. Riel sagt, ein Ziel sei es, dass die Menschen Quantencomputer in Zukunft leichter nutzen können.
"Jedes Jahr haben wir uns Checkpunkte gesetzt, damit wir auch schaffen, was wir uns vorgenommen haben." Das gebe Vertrauen. Aber was sind Beispiele für Probleme, die Quantencomputer lösen können? "Ein Quantumcomputer ist ein Tool, das Probleme behandeln kann, die normale Computer nicht behandeln können", so Riel. Spezielle Algorithmen schaffen demnach die Möglichkeit, Probleme in kürzester Zeit zu lösen, für die normale Computer viele Jahre brauchen würden. Es geht also um Effizienz.
10.50 Uhr: Paolo Ardoino, italienischer Milliardär, Geschäftsmann und Informatiker, der seit Dezember 2023 CEO von Tether ist, hält den nächsten Vortrag. Laut Plan wird er sich mit den Herausforderungen für eine stabile Gesellschaft auseinandersetzen.
10.40 Uhr: Um Europa im Bereich Krypto voranzubringen, sollte es die "richtige Regulierung" geben, sagt Voelkel. "Die Regulierung, was Bitcoin betrifft, ist nicht schlecht", so der Experte. Bei der Infrastruktur des Kapitalmarktes können wir seiner Meinung nach noch aufholen. "Es ist eine Frage der Geschwindigkeit."
10.24 Uhr: Wie sieht die Zukunft der Finanzwelt aus und welche Rolle wird Krypto darin spielen? Das ist eine der Kernfragen des aktuellen Panels. "Das ist offenbar ein Fehler. Eigentlich ist das Motto der DLD, dass es wild werden wird, aber Krypto war schon vor zehn Jahren "wild"", sagt Al-Hames. "Krypto ist eine technische Repräsentation von Vertrauen." Wenn er über Bitcoin und ähnliche Themen spricht, fällt das Wort "Mainstream" immer wieder.
10.15 Uhr: Als nächstes geht es um das "Krypto-Versprechen". Darüber werden Matthias Voelkel von der Börse Stuttgart Group und Marc Al-Hames von Hubert Burda Media. Wie auch die anderen Panels startet die Runde später als ursprünglich geplant.
10.00 Uhr: "Wenn du glücklich sein möchtest, solltest du dich mit Menschen umgeben, die kompatibel sind", sagt Vardi. Und siehe da: Plötzlich geht es doch um das eigentliche Vortragsthema.
"Während ich älter und älter wurde, habe ich festgestellt, dass Ideen nicht wichtig sind. Du kannst eine großartige Idee haben und sie ruinieren. Und du kannst eine mittelmäßige Idee haben und sie ganz groß machen." Talent sei das wichtigste, so Vardi. Gleichzeitig hält er es auch für die "knappste" Ressource auf der Welt. "Talent allein reicht aber nicht. Es gibt dir nur einen Vorteil", so der Redner.
Seiner Meinung nach ist es auch wichtig, nett zueinander zu sein. So banal es klingt. Ein dritter, wichtiger Faktor ist laut Vardi Motivation. "Die primäre Motivation ist oft das Finanzielle", sagt er. "Die Hauptmotivation ist das Gefühl von Vollendung, also dass man sagen kann: Das ist ein wunderbares Produkt". Als letztes nennt Vardi Neugier.
9.48 Uhr: "Ein Kommentar zum Namen des Vortrags: Wir werden nicht übers Glücklichsein reden, aber wir brauchten einen eingängigen Titel für unseren Vortrag", witzelt Vardi. Er hat sich an einer Preisverleihung orientiert, erzählt er. Damals durfte der Gewinner eine Rede halten, die nur aus fünf Wörtern bestand. Er sagte: "Das Geheimnis zum Glücklichsein ist..." und ging von der Bühne. Vardi fand diese Situation so bemerkenswert, dass sie ihn zum Titel des Panels inspirierte.
9.40 Uhr: "Du bist ein doppelter Pate: Pate der DLD und Pate der israelischen High-Tech-Industrie", sagt Woloshyn zu Vardi. Dann fragt er: "Wie bauen wir eine Welt, in der wir leben wollen?" Bevor Vardi darauf antwortet, bedankt er sich bei den Vorrednern. Es seien "einige der besondersten Reden" gewesen, die er je gehört habe.
9.30 Uhr: Nun geht es um eine der ganz großen Fragen der Menschheit: das "Geheimnis zum Glücklichsein". Der israelische Unternehmer, Investor und Politikberater Yossi Vardi spricht darüber mit Oz Woloshyn, dem CEO des Podcast-Netzwerks Kaleidoscope. Der Talk startet etwas später als erwartet.
9.20 Uhr: "Wir sind nicht die Spitzenreiter, wenn es um die Entfaltung der digitalen Revolution geht", sagt Blume. Speziell im Bereich KI und Gesundheit könne Deutschland einen großen Beitrag leisten. Er bedankt sich bei den hiesigen Forschungseinrichtungen und den Menschen, "die zusammenarbeiten, um ein neues Konzept für ein KI-Modell zu entwickeln". Dann spricht Blume über die "Bavarian Health Cloud", in deren Rahmen medizinische Daten zu Forschungszwecken zusammengebracht werden sollen.
"Wir wollen das riesige Potenzial, das in solchen Daten liegt, nutzen", so Blume. Das Projekt hatte er bereits in der Vergangenheit vorgestellt. Die "Bavarian Health Cloud" soll Gesundheitsdatennutzung für Forschung und wirtschaftliche Innovation möglich machen - natürlich in sicheren Strukturen und datenschutzkonform, hieß es damals.
9.15 Uhr: Blume betritt die Bühne. "Guten Morgen und willkommen zum zweiten Tag der DLD-Konferenz", sagt er. Das gestrige Programm sei inspirierend gewesen. "Das eine, überwältigende Thema ist KI", sagt Blume. "Die KI-Revolution, wir sehen es jeden Tag, ist bereits hier angekommen", so der Staatsminister. Dann scherzt er, dass seine Rede nicht fehlerfrei sein wird, "Sie sehen, es ist natürliche Intelligenz".
9.00 Uhr: Gerade läuft die Welcome-Performance. Im Hintergrund sind abstrakte Bilder und Videos zu sehen. In 15 Minuten kommt dann der erste richtige Programmpunkt. Markus Blume, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, wird eine Rede halten.
Freitag, 16. Januar, 7.59 Uhr: Willkommen zu Tag 2 der DLD-Konferenz in München! Noch haben die Panels nicht begonnen. Um 8.45 Uhr wird Steffi Czerny den heutigen Programmtag eröffnen. Wir holen uns erst mal einen Kaffee.
Auch mit Maja Göpel, die am Freitag erst in einem Panel sitzen wird, haben wir bereits gesprochen, sie erklärt das Phänomen Trump und die Treue seiner Wähler. Morgen geht es bei ihr um Kriegsführung, was gut zum Panel von Benedikt Franke, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz passt. Außerdem trifft KI auf Kunst, und Venture Capital auf Europa.
18.55 Uhr: Die Panel-Teilnehmer diskutieren auch kritisch über den richtigen Einsatz von KI beim Lernen und Arbeiten. Bharat Chandar betont, dass KI vor allem als Lernwerkzeug genutzt werden sollte. Durch personalisierten Output könne sie helfen, Inhalte besser zu verstehen und Fähigkeiten gezielt aufzubauen. Problematisch sei es, KI lediglich einzusetzen, um Arbeit zu vereinfachen oder vollständig abzunehmen, ohne dass ein Lernprozess stattfindet.
Nina Zimmermann sieht darin eine zentrale Herausforderung für Unternehmen und Bildung. Die entscheidende Frage sei bislang zu selten, wie KI tatsächlich zum Wachstum beiträgt. An einem persönlichen Beispiel macht sie deutlich, wo die Gefahr liegt: Ihr zwölfjähriger Sohn habe für einen Aufsatz ChatGPT genutzt, dabei aber kaum etwas gelernt. Genau das sei das Grundproblem: Aufgaben würden erledigt, ohne dass Inhalte wirklich verstanden werden.
Mario Nava ergänzt, dass KI zwar verlässliche und gute Ergebnisse liefere, diese aber niemals außergewöhnlich seien. Das Besondere, der kreative Funke und das Individuelle, komme weiterhin vom Menschen. Dieses Außergewöhnliche lasse sich nicht automatisieren und werde auch künftig nicht von Systemen wie ChatGPT erzeugt: "Dieser spezielle Funken kommt nur von Menschen, niemals von der KI."
18.45 Uhr: Im Panel „Humans, Machines, and the Future of Work“ geht es um die Auswirkungen von KI auf Arbeitsmarkt, Berufe und Karrierewege. Bharat Chandar von der Stanford University beobachtet, dass junge Menschen bestimmte Berufe zunehmend meiden, weil sie davon ausgehen, dass diese durch KI ersetzt werden. Zugleich betont er, dass viele physische Tätigkeiten weiterhin nicht von Robotern übernommen werden können. Die zentrale Kompetenz der Zukunft liege darin, KI zu managen und sinnvoll einzusetzen. Aus eigener Erfahrung beschreibt er, wie stark KI seine Effizienz gesteigert habe. So sehr, dass er sich Arbeiten ohne sie kaum noch vorstellen könne.
Nina Zimmermann von Kununu bestätigt, dass überall dort, wo Arbeit stark von Wiederholungen geprägt ist, KI zunehmend Aufgaben übernimmt. In den Daten zeige sich, dass KI fast immer im Zusammenhang mit Produktivität und Effizienz genannt werde. Die gewachsene Sorge, KI könne alle Jobs überflüssig machen, hält sie für verkürzt. Entscheidend sei die Frage, wie KI Beschäftigte unterstützen könne. Führungskräfte und Unternehmer müssten klar vorgeben, wie KI im Arbeitsalltag eingesetzt werden soll.
Mario Nava von der Europäischen Kommission ordnet die Entwicklung strukturell ein. Es gehe weniger um den Verlust von Arbeitsplätzen als um eine tiefgreifende Veränderung von Aufgaben und Karrieremodellen. Während Karrieren lange darauf beruhten, Wissen anzusammeln, werde es künftig darum gehen, Aufgaben intelligent an KI zu delegieren und die Rolle des Menschen neu zu definieren.
18.30 Uhr: Im Panel wurde deutlich, dass der erfolgreiche Einsatz von KI nicht nur eine technologische, sondern vor allem eine kulturelle und organisatorische Frage ist. Elke Reichardt greift Schumpeters Konzept der kreativen Zerstörung auf und warnt, dass Unternehmen oft nicht erkennen, welche Strukturen, Prozesse oder Denkweisen sie loslassen müssten, um Platz für Neues zu schaffen. Zwar verfügten viele etablierte Unternehmen über enorme Datenmengen, diese würden aber noch zu selten konsequent genutzt.
Nicole Büttner verweist auf die Vielzahl technologischer Durchbrüche der vergangenen Jahre und fordert einen grundlegend anderen Blick auf Arbeit und Verhalten. Innovation scheitere oft an Gewohnheiten – ähnlich wie frühe Autos, die noch mit Pferdeköpfen versehen wurden, um Vertrautheit zu erzeugen. Menschen bräuchten Führung und klare Verantwortungsübernahme, zugleich müsse sich die Art, wie gearbeitet wird, vollständig verändern. Erfolgreich seien vor allem Unternehmen, die mithilfe von KI ihre Produktions- und Entwicklungszyklen deutlich verkürzen.
Niklas Harzheim ergänzt, dass in vielen Unternehmen bereits enormes Wissen und viel Erfahrung vorhanden seien. In Kombination mit KI entstünden daraus neue Ideen und Produkte, wenn Mitarbeitende befähigt würden, die Technologie aktiv zu nutzen. Das Potenzial sei längst nicht ausgeschöpft – es gebe noch zahlreiche ungenutzte Möglichkeiten.
18.20 Uhr: Im Panel „Redefining Success with AI – Revolutionizing the Enterprise“ geht es um den praktischen Einsatz von KI in Unternehmen und die Frage, wie Innovation gelingen kann.
Elke Reichardt von Infineon betont, dass Kreativität zwar zu einer Vielzahl technologischer Ansätze geführt habe, es aber klare Rahmenbedingungen brauche, damit sich Menschen und Organisationen gezielt weiterentwickeln können.
Nicole Büttner, Gründerin und CEO von Merantix Momentum, kritisiert die europäische KI-Regulierung. Starke Regulierung sei nur dann sinnvoll, wenn sie klare Leitplanken setze – genau diese Klarheit fehle derzeit. Der aktuelle Zustand wirke lähmend und unterschätze die Anpassungsfähigkeit von Gesellschaft und Unternehmen. Besonders problematisch sei das Mindset, das durch Regulierung entstehen könne: Statt Chancen zu sehen, dominierten oft die 99 Gründe, warum etwas nicht funktionieren könnte.
18.10 Uhr: Ann Mettler zeichnet ein sehr düsteres, zugleich nüchternes Bild der Lage. Die Welt befinde sich in einem Wettkampf um technologische Vorherrschaft. Sollte China bei Schlüsseltechnologien wie Quantencomputern die Führung übernehmen, hätte Europa keine Chance mehr. Dass Europa heute so schlecht dastehe, sei kein Zufall: Das Wettbewerbsproblem sei viel zu spät erkannt worden.
Aus ihrer Sicht gibt es nur einen Weg nach vorn: Europa müsse endlich unternehmerische Kräfte entfesseln. Dass dies so schwerfalle, liege daran, dass viele Entscheidungsträger das Ausmaß des Problems nicht verstanden hätten. Europa sei „eingeschlafen“. Einziger Lichtblick des Ukraine-Kriegs sei, dass nun zumindest Bewegung in die Industriepolitik komme.
Besonders kritisch sieht Mettler die Energiepolitik. Europa habe über Jahre Milliarden in fossile Energien investiert, statt konsequent auf grüne Technologien zu setzen. Gerade mit diesen fossilen Ressourcen verdiene Russland Geld. Das Problem sei weniger mangelndes Wissen als fehlende Umsetzung: Europa habe lange gewusst, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien notwendig ist, aber nicht gehandelt. Investitionen in LNG seien politisch und wirtschaftlich einfacher gewesen als der Aufbau neuer grüner Energieinfrastruktur.
Andreas Urschitz von Infineon plädiert für einen stärkeren Fokus in der europäischen Industrie- und Technologiepolitik. Statt Ressourcen auf viele Projekte zu verteilen, solle Europa gezielt auf wenige, dafür herausragende Unternehmen setzen. „Less is more“ bedeute, nicht zu verdoppeln oder zu verzetteln, sondern Mittel zu bündeln und konsequent in die besten Ansätze zu investieren. Dafür brauche es vor allem Mut, klare Prioritäten zu setzen und Risiken einzugehen.
18 Uhr: Ann Mettler hebt China als Beispiel für strategische Industriepolitik hervor: Weil das Land kaum über eigene Öl- oder Gasressourcen verfügt, habe es früh erkannt, dass es auf alternative Technologien setzen müsse. Das Land habe gezielt die Elektromobilität vorangetrieben und sich parallel den Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Kobalt, unter anderem in Afrika, gesichert. Europa hingegen habe bislang keine vergleichbar klare industriepolitische Erfolgsstrategie vorzuweisen.
Carl Benedikt Frey widerspricht der Fixierung auf China als Vorbild. Die wirtschaftliche Dynamik Chinas habe deutlich nachgelassen, Wachstum, Produktivität und BIP stagnierten. Ein erheblicher Teil der chinesischen Wirtschaft beruhe auf einem überhitzten Immobiliensektor, mit Leerständen und Fehlallokationen. Dieses Modell habe sich nicht bewährt und sei kein geeignetes Vorbild für Deutschland oder Europa. Stattdessen fordert Frey, den Blick stärker nach innen zu richten und eigene europäische Stärken und Strategien zu entwickeln.
17.50 Uhr: Carl Benedikt Frey von der Universität Oxford plädiert dafür, breit in unterschiedliche KI-Ansätze zu investieren, da noch offen sei, welche Technologien sich langfristig durchsetzen. Dass die EU bei Künstlicher Intelligenz nicht führend ist, überrascht ihn nicht – wohl aber, dass dieser Rückstand politisch und gesellschaftlich kaum als Problem wahrgenommen wird.
Frey verweist auf China als Lernbeispiel: Der technologische Aufholprozess sei dort gelungen, weil man Open-Source-Ansätze konsequent genutzt habe. Entscheidend sei nicht, alles selbst zu erfinden, sondern schnell aufzuholen und vorhandenes Wissen effektiv zu nutzen.
Zugleich warnt er vor einem Brain Drain aus Europa. Die EU verliere an Attraktivität als Forschungsstandort, weil in den USA deutlich mehr Geld in Forschung investiert wird – viele der besten Köpfe zögen deshalb dorthin. Europa müsse sich gezielt als internationales Forschungszentrum positionieren, um diesen Trend umzukehren.
17.40 Uhr: Im Panel „Tech for Innovation: Europe – a Global Leader in Future Tech?“ herrscht Einigkeit darüber, dass Europa im globalen KI-Wettlauf zurückgefallen ist. Andreas Urschitz (Infineon) kritisiert, dass in Europa und Deutschland zu wenig in Künstliche Intelligenz investiert wird – sowohl privat als auch staatlich. Während Europa bei Grundlagen-KI und maschinellem Lernen hinterherhinkt, sieht er allerdings eine vergleichsweise starke Position in der angewandten KI, etwa in industriellen Anwendungen.
Deutlich schärfer fällt die Analyse von Ann Mettler (ehemals EU-Kommission, heute Columbia University) aus. Europas KI-Bilanz sei „erbärmlich“: Es gebe keine Tech-Giganten vergleichbar mit den „Magnificent Seven“, während auch China mehrere globale Player hervorgebracht habe. Das sei nicht nur ein wirtschaftliches, sondern ein existenzielles sicherheitspolitisches Problem. Europa verliere an Wettbewerbsfähigkeit.
Mettler fordert einen grundlegenden Kurswechsel: Europa sei überreguliert, die Komplexität auf EU- und nationaler Ebene überfordere insbesondere Start-ups. Statt sich ausschließlich auf Risiken zu konzentrieren, müsse Europa Chancen stärker in den Blick nehmen – und dringend einen „Complexity Reduction Act“ auf den Weg bringen, um Innovation wieder zu ermöglichen.
17.20 Uhr: Moritz Bauer-Lentz argumentiert im Panel „From Words to Worlds: Teaching AI About Time and Space“, dass Videospiele als Trainingsumgebungen für Künstliche Intelligenz dienen können, weil sie abstrahierte, kontrollierbare Weltmodelle der Realität liefern. In solchen virtuellen Welten lasse sich Intelligenz ähnlich wie in frühen Lebensphasen trainieren – durch Erfahrung, Perspektive und Interaktion aus der Ich-Perspektive.
Diese Weltmodelle ermöglichten es, ideale und sichere Lernsituationen zu schaffen, aus denen sich verallgemeinerbares Wissen ableiten lässt. Als Beispiel nennt Bauer-Lentz das autonome Fahren, bei dem Welt-, Verhaltens- und menschliche Daten gesammelt werden, die auch für Robotik nutzbar seien. So könnten Maschinen lernen, sicher mit Menschen zu interagieren.
Mit Blick auf Risiken wie autonome Waffensysteme betont er, dass die technologische Entwicklung nicht aufzuhalten sei. Er geht von der Entstehung einer Superintelligenz aus und fordert, dass der Westen diese Entwicklung aktiv vorantreibt und gestaltet. Wer die Technologie kontrolliere, trage auch die Verantwortung – und dürfe sie nicht anderen überlassen.
17.00 Uhr: Jetzt spricht Christian Angermayer, Unternehmer, Investor, Filmproduzent, Gründer der privaten Investmentfirma Apeiron Investment Group und des Biotechnologieunternehmens atai Life Sciences über „The Age of Human Enhancement“. Er sagt: Leistungssportler haben das größte Risiko psychisch krank zu werden. Viele würden deswegen Psychedelika nehmen, die ihnen helfen – zum Teil auch schon während ihres Sportlerlebens. Angermayer ist überzeugt, dass die Einnahme von Psychedelika zunehmen wird. „Das ist eine sinnvolle Behandlung für jeden.“
16.45 Uhr: Nun geht es um "Journalismus gegen das autokratische Drehbuch". So heißt zumindest das aktuelle Panel. Über das Thema spricht Maria Ressa, Geschäftsführerin und Chefredakteurin des Online-Nachrichtenportals Rappler. Sie zeigt ein Bild ihres Newsrooms auf den Philippinen. "Wir leben in einem Informations-Armageddon", sagt sie. "2026 ist die Mutter aller Kämpfe." Alles über uns sei digitalisiert worden, so die Journalistin mit Blick auf KI.
16.30 Uhr: "Was ist Intelligenz?", fragt Russell. Er sagt, es bedeutet, "erfolgreich" zu handeln. "Wir haben KI-Systeme, die Ziele erfüllen, die nicht im Einklang mit unseren Interessen stehen", so der Wissenschaftler. KI sollte in seinen Augen die Interessen der Menschen verfolgen. Bisher sei es schwierig, KI-Systeme zu bauen, die sicher und in unserem Sinne funktionieren.
16.15 Uhr: Das Investment in KI sei riesig, sagt Russell. Regierungen seien nahezu "gelähmt", wenn es um die aktuellen Entwicklungen geht. "Wenn ein KI-System in Gefahr gerät, ausgeschaltet zu werden, wird es nahezu alles tun, um das zu verhindern", erklärt Russell, als es um die Risiken Künstlicher Intelligenz geht. Das hätten entsprechende Experimente gezeigt. "Wir wissen nicht, wie wir diese Systeme kontrollieren. Wir wissen nicht, wie wir sie sicher machen."
16.00 Uhr: Was, wenn Menschen KI nicht mehr kontrollieren können? Das diskutieren Stuart Russell von der University of California, Berkely, und Kenneth Cukier, Journalist beim „Economist“. "Was ist KI?", will Kukier von seinem Gegenüber wissen. "Und was ist das Sicherheitsrisiko?" Russell sagt, dass Maschinen geschaffen werden sollen, die intelligenter, mächtiger sind als wir Menschen.
15.40 Uhr: Social Media formt die Wahrnehmung junger Menschen, sagt Götz mit Blick auf neue Studienergebnisse. Auch über Politik würden sie sich vermehrt in sozialen Netzwerken informieren. Neue Daten geben Götz zufolge Aufschluss über junge Männer, die sich als politisch "rechts" identifizieren. Sie würden beispielsweise Männer als Frauen überlegen ansehen oder die Klimakrise anzweifeln. Wichtig ist ihnen laut Götz Status, Erfolg und ein attraktiver Körper.
15.25 Uhr: "Wir haben uns verpflichtet, an der Sichtbarkeit von Frauen zu arbeiten", sagt Furtwängler. "Dabei haben wir allerdings verpasst, auf Männer zu schauen." Wie sieht "gute Männlichkeit" aus?, fragt die Schauspielerin. Was Männer nicht tun sollen, wie sie sich nicht verhalten sollen, werde ständig betont. "Aber es gibt anscheinend wenig Konsens darüber, wie gesunde Männlichkeit aussieht."
15.12 Uhr: Gleich geht es um die "Manosphere". Darüber diskutieren die Medienwissenschaftlerin Maya Götz und Maria Furtwängler, Schauspielerin und Mit-Gründerin der MaLisa-Stiftung, die sich mit der Gleichstellung der Geschlechter beschäftigt.
15.00 Uhr: Als nächstes spricht Xenia zu Hohenlohe von der Weltbank. Sie spricht von einem Kipppunkt, der erreicht wird, wenn im Amazonas 20 Prozent des Regenwalds zerstört sind. Weit davon entfernt sind wir aktuell nicht, sagt zu Hohenlohe. Um der kritischen Entwicklung etwas entgegenzusetzen, gibt es den sogenannten "Tropical Forest Fund".
14.50 Uhr: Es geht weiter mit natürlichen Ressourcen, von denen wir alle abhängen. Was bedeutet es für die globale Wirtschaft, wenn die Natur zerstört wird? Wir sollten in Wasser investieren, sagt Stientje van Veldhoven, Vice President und Regional Director for Europe des "World Resource Institute". "Wir sind eine Denkfabrik, wir haben eigene Tools, um beispielsweise Daten aus der Forstwirtschaft oder zum Wasservorkommen zu erfassen", so van Veldhoven.
14.40 Uhr: "Wir sitzen auf einem Haufen Infrastruktur, die nicht gemacht ist für eine Zwei-Grad-Erde", sagt Stuchtey. Geld in Infrastruktur zu stecken, hält er für sinnvoll. "China hat massiv investiert in seine industrielle Kapazität", sagt der Redner. Die Europäer seinen nur dabei, ihre Infrastruktur aufrechtzuerhalten, nicht, sie auszubauen. Was für ihn auch zentral ist: Die Natur als kritische Infrastruktur zu klassifizieren.
14.22 Uhr: Es geht weiter. Nächster Redner ist Martin Stuchtey von der Landbanking Group. "Was war der seltsamste Telefonanruf, den Sie je bekommen haben?", startet er seinen Vortrag. Stuchtey spricht anschließend von einem Buch, das er gelesen hat - "Aufstieg und Fall der großen Mächte" von Paul Kennedy, einem britischen Historiker. "Immer, wenn eine Nation scheitert, hängt das mit der Infrastruktur zusammen", sagt Stuchtey mit Bezug auf das Werk. Und: "Wir als Europäer sind verwundbar."
14.08 Uhr: Im Moment ist Mittagspause. Danach geht es weiter mit einem Panel zum Thema "Kritische Infrastrukturen".
13:21 Uhr: Helmut Schönberger, Professor an der TU München bringt in seinem Institut KI mit Luft- und Raumfahrt zusammen, dazu ist er auf der Suche nach den richtigen Talenten und genau darum geht es in seinem Vortrag: “Wir gründen zwei bis drei Unternehmen die Woche, wir bekommen 40 Millionen Euro an Investments pro Woche.” Er setzt auf die Erstsemester der Eliteuni und die Unternehmer, die bereits im Programm mitarbeiten.
13:03 Uhr: Auf dem Panel sitzt nun der österreichischer Top-Manager und ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank Paul Achleitner zusammen mit Margis Wennemachers, von der Investmentfirma von Andreessen Horowitz. Achleitner sieht eine Wende bei den wichtigsten Industrien im aktuellen Zeitalter: “Wir leben in einer Welt, in der die KI ihre eigene Software schreibt. Wir leben in einer Welt, in der Verteidigungsunternehmen immer wichtiger werden. Ökonomisch treibt Hardware die Welt voran.”
12:53 Uhr: Mehring warnt vor verfrühtem Optimismus: “Nur weil wir die Rezession verlangsamen, heißt das nicht, dass wir Wachstum sehen.” Stattdessen müsste die Gesellschaft bereit sein, in neue Ideen und Sektoren zu investieren. “Und zwar nicht nur von staatlicher Seite, sondern auch von Family Offices und privaten Investoren.”
Außerdem kritisiert er die digitale Bürokratie: “Wir haben schon jetzt über hundert Regeln, um den digitalen Raum zu regulieren.” Bayern sei nicht zum Auto-Land geworden, indem erst die Regeln aufgestellt wurden, und dann die Autos gebaut wurden, sondern erst nach dutzenden Jahren sei der Sektor reguliert worden. “Wir brauchen wieder den Wirtschaftswunder-Spirit, wenn wir eine gute Zukunft haben wollen, müssen wir sie optimistisch sehen und unsere German Angst ablegen", so der Minister.
12:47 Uhr: Fabian Mehring, Bayerischer Staatsminister für Digitales, spricht als nächstes auf der Hauptbühne des DLD 2026. Er steckt die Erwartung hoch: “Wir wollen, dass Bayern das Land des Hightech wird.” Nicht nur die geopolitische Zeitenwende beschäftige ihn aktuell, sondern auch die technische Zeitenwende. “Die wird den globalen Reichtum umverteilen und da wollen wir in Bayern nicht mit großen Augen danebenstehen, während China und die USA sich diesen Reichtum untereinander aufteilen, wir wollen unser Stück abhaben.” Dabei stehe Deutschland kurz davor, wieder “der kranke Mann Europas” zu werden: hohe Energiepreise, hohe Arbeitskosten, eine alternde Gesellschaft und keine natürlichen Ressourcen lieferten viele Herausforderungen: “Unsere zentrale Ressource ist unser Denken”
12:27 Uhr: Internet, die gleiche Schullaufbahn für alle bis zum 16. Lebensjahr, keine Schulwahl, super Kindergärten: “In der Vergangenheit waren wir schon ziemlich stark im Bildungssektor, aber was kommt als nächstes? KI hat viel verändert und dem müssen wir Rechnung zollen”, betont Kallas. Sie warnt: “Menschen dürfen sich von Computern nicht abhängen lassen, wir müssen unser Denken verändern, schneller, tiefer und systematischer.”
Und genau darin sei das Bildungssystem bisher nicht gut, es ziele zu sehr darauf ab auswendig zu lernen und weniger auf analytisches Denken und Kreativität. Ein Rat aus Tech-Unternehmen und Wissenschaftlern hat inzwischen eine Strategie erarbeitet, die Estland im Sommer 2025 umsetzte. Darin wurden Schulungen für Lehrende und Lernende festgehalten genauso wie ein Monitoring über die Nutzung von KI.
12.12 Uhr: Kristina Kallas, die Bildungsministerin Estlands, ist die nächste Rednerin, sie spricht über ihre Erfahrungen damit, KI und Bildung zu verknüpfen. 1,3 Millionen Menschen leben in Estland und nur 500 Schulen gehören zu Kallas Ressort: “Aber klein ist schön, denn man kann unglaublich schnell handeln und so wir haben uns schnell den Änderungen angepasst.” Estland war zum Beispiel schon 1997 Vorreiter beim Internetausbau: Seitdem haben alle Schulen im Land einen Onlinezugang.
11.56 Uhr: Beim nächsten Vortrag verspricht Jonas Andrullis, Gründer des KI-Unternehmens Aleph Alpha einige Geheimnisse der KI-Blase zu lüften. “Wir verlassen die LLM-Ära”, erklärt er. “Nur noch LLMs zu bauen, ist nicht mehr genug.” Je mehr man die KI-Modelle trainiere, desto mehr Humor und Einsicht können sie liefern, aber das sei nicht länger, was die Modelle könne müssen: Heutzutage seien die Daten, mit denen das Modell gefüttert wurde, immer wichtiger. Auch das Testen ihrer Modelle macht den Unternehmen immer größere Probleme: "Ein System, dass auf jede Frage mehrere Antworten liefern kann, ist schwer zu prüfen."
11.44 Uhr: In der neuen KI-Wirtschaft gebe es einen wichtigen Unterschied: “Wir müssen sicherstellen, dass wir erfolgreich selbst Modelle bauen, sie nicht nur anwenden”, betont Sarlin, der weiterhin für das von ihm gegründete Unternehmen arbeitet. “Wenn wir zurückblicken ist so das Silicon Valley entstanden, erst eine Ansammlung von Akademikern, dann die ersten Start-Ups, das ist in den vergangenen Jahren in Paris passiert, in Zürich und in manchen Teilen von Deutschland. Wichtig ist, dass wir zum einen die richtigen Talente ausbilden und dass wir eine KI-Initiative haben.”
11.35 Uhr: Wir wechseln mit unsere Ticker auf die kleinere Stage des DLD 2026. Peter Sarlin von AMD Silo AI und Andreas Liebl von AppliedAI sprechen auf der “Join Stage” über den globalen Impact, den europäische Firmen haben können. Sarlin ist ein finnischer Unternehmer, der in der Gründerszene mit dem größten KI-Deal in Europa bekannt geworden ist. 665 Millionen US-Dollar zahlte der US-Chipkonzern AMD 2024 für SiloAI. “Wir sind immer noch ein europäisches Unternehmen, unser Headquarter bleibt in Helsinki”, betont Sarlin. Doch sein Unternehmen hilft globalen Player, wie ChatGPT-Mutter OpenAI, ihre Modelle weiter zu entwickeln.
11:13 Uhr: Das erste Thema ist die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union, allerdings schaut das Panel streng auf die deutsche Politik und Gesellschaft. Mit Blick auf die Feiertagsdebatte sagt Rao: “Man kann nicht vollkommenen Komfort wählen, sonst fällt man zurück.” In Europa habe man genügend schlaue Köpfe, um etwas voran zu bringen: "Europa hat fünf Mal mehr Intellekt als die USA”, schätzt er. Trotzdem lasse sich die Europäische Union immer weiter abhängen. Das liege vor allem an der schlechten Planung: "Wir planen, uns in bei der Digitalisierung abhängen zu lassen", warnt Fuest.
11:03 Uhr: Nach einer kurzen Atempause ist Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, zurück auf der Bühne. Diesmal, um gemeinsam mit Melanie Kehr von der KfW und Mallik Rao von O2 Telefonica über technologische Entwicklungen zu sprechen.
"Es gibt die Auffassung, dass Europa bei der grundlegenden Entwicklung der KI zurückgefallen ist. Viele Leute sagen, wir sollten uns einfach auf die Anwendung konzentrieren. Ich finde das zu eng gefasst", sagt Fuest.
10:53 Uhr: "Beim DLD soll es nicht nur um Probleme, sondern um Lösungen gehen", sagt Moderatorin Dasha Burns. Sie fragt die beiden nach konkreten Lösungen: "Wenn Europa eine Reform wählen könnte, um Wissenschaft in Wirkung umzusetzen, was wäre das?"
Fuest: "Eine Maßnahme reicht nicht aus", ein wichtiger Punkt liege jedoch im Mindset: "Wir brauchen mehr Disruption und weniger restriktive Regulierung".
Cramer: "Wir sollten nicht deregulieren, sondern Überregulierung beseitigen. Wir sollten unsere Anstrengungen nicht duplizieren, sondern das, was in Europa bereits stark ist, stärken." Solche gut vernetzen Ökosysteme würden bereits existieren – etwa in München.
10:45 Uhr: Cramer wünscht sich mehr Optimismus: In Deutschland gäbe es zu viele Pessimisten, angefangen bei der Sprache. Statt von Risikopotenzial, wäre es besser von einem Wagnispotenzial sprechen. Statt Probleme zu sehen, könne man auch von Herausforderungen und Chancen sprechen.
Das sieht auch Fuest: Die derzeit eher missliche Lage der Wissenschaft und Wissenschaftsfreiheit in einigen Ländern könne sich auch zum Vorteil für Europa herausstellen. Exzellente Forscher aus dem Ausland seien in Aufbruchsstimmung und auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Europa würde allerdings nicht genug tun, um diesen Talenten eine attraktive Alternative anzubieten.
10:38 Uhr: Auf dem Podium diskutieren nun zwei "Pessimisten und Optimisten" in einer Präsidentschaftsdebatte: Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, und Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, debattieren über verschiedene Zukunftszenarien.
"Der Fortschritt der vergangenen 100 Jahre war enorm. Global betrachtet hat sich das reale Pro-Kopf-Einkommen etwa versechsfacht. Gleichzeitig haben sich Lebenserwartung, Bildung und Lebensqualität dramatisch verbessert – trotz Weltwirtschaftskrise, Kriegen, Ölkrisen und politischer Umbrüche. Wir haben uns gefragt: Was müsste passieren, damit wir eine vergleichbare Größenordnung an Fortschritt noch einmal erreichen?"
Smit endet seinen Vortrag mit einem Appell an alle Anwesenden: "Es ist möglich und unsere Entscheidung, ob wir es tun wollen. Verstehen Sie, dass Wachstum etwas Gutes ist."
10:21 Uhr: Weiter geht es mit Sven Smit, Chefstratege von McKinsey. Das letzte Jahrzehnt habe beispielloses Wachstum gebracht. die Treiber dieses Fortschritts seien
Er nennt sie eine "Fortschrittsmaschine, die die Welt veränderte". Smit stellt die Frage: "Wie können wir diese Treiber nehmen, um eines Tages alle in der Schweiz zu leben?" Sprichwörtlich – nicht im Land, aber im Reichtum.
10:01 Uhr: Auf der Bühne startet nun das erste Themen-Panel. Björn Ommer und Armin Nassehi, beide von der Ludwigs-Maximilian-Universität München (LMU), diskutieren über Künstliche Intelligenz und ihre Rolle in der Gesellschaft.
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In Deutschland wolle man KI häufig nur in homöopathischen Dosen verwenden, bemängelt Björn Ommer. An der LMU forscht der Informatiker an KI für Computer Vision und Digital Humanities/die Künste. Doch Technologie müsse disruptiv sein, um wirklich etwas zu bewegen.
Mehr Mut und Aktionismus fordert auch Soziologe Nassehi: "Wir müssen riskante Dinge tun, um etwas ins Leben zu rufen". Beide sind sich einig, dass zu viel Vorsicht Fortschritt behindert.
09:43 Uhr: Nach der Tanzpause geht es etwas ernster weiter. Markus Blume, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, ergreift das Wort. "Wir sind in der Mitte eines riesigen Paradigmenwechsels", sagt der Minister. Die Zeiten würden nicht nur wild werden – sie seien es bereits.
Dass der DLD ausgerechnet in München stattfindet, sei kein Zufall, sagt der Minister. Bayern sei das "wildeste" Bundesland in Deutschland, besonders wenn es um High-Tech geht.
09:29 Uhr: "Ich sehe manche von euch sind noch nicht richtig inspiriert", sagt Czerny mit einem kritischen Blick ins Publikum. Damit kündigt sie den ersten "Weckruf" des Tages an. Auf den Treppen vor dem Saal wird es plötzlich laut. Mit Trompeten und Gesang betritt die Brassband "Knallblech" die Bühne.
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"Wir haben Lust mich euch den Tag einzuleiten, steht gerne auf". Das lässt sich das Publikum nicht zwei mal sagen. Begleitet von zehn Bläsern und einem DJ startet die Party im House of Communications – auf den Treppen und im Saal wird getanzt, gesungen und gefeiert.
09:17 Uhr: Nun betritt Alessia Sinzger vom DLD die Bühne. "Danke Steffi, ich denke du bist der 'wildeste Mensch' in diesem Raum", bedankt sie sich für die Vorstellung.
"Vorbereitung ist essenziell und hilft uns dabei die Wildnis zu navigieren". Sie rät allen Teilnehmenden dazu, Gespräche zu führen und Sessions zu besuchen, die außerhalb der eigenen Komfortzone liegen. Anwesend seien Visionäre aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst – Optimisten und Pessimisten gleichermaßen. Sie alle haben wichtige Fragen mitgebracht, die in den kommenden Tagen diskutiert werden sollen.
09:00 Uhr: Die Musik ebbt ab, vor der "Lab"-Stage haben sich viele Teilnehmerinnern und Teilnehmer versammelt. Das Wort ergreift DLD-Mitgründerin Stephanie "Steffi" Czerny: "Wir leben in sehr bewegenden, sehr aufregenden Zeiten. Die Dinge verschnellern sich, zerbrechen und verbinden sich wieder." Die Zeiten seien wild.
"Es ist nicht, wie wir der Wildnis entkommen, sondern wie wir lernen damit zu leben". Genau dafür soll der DLD stehen. Das wollen die Speakerinnen und Speaker in den kommenden Tagen diskutieren.
Donnerstag, 08:30 Uhr: In ein paar Minuten geht es los. Auf zwei Stages machen sich die Speakerinnen und Speaker für ein Willkommen bereit.
Das diesjährige Motto lautet: "It's gonna be wild!". Insgesamt 120 Sessions sind geplant, die Themen reichen von Technik über Wirtschaft und Politik bis hin zu KI und Kunst.
Beim DLD* treffen sich führende Köpfe aus Technologie, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kunst und Medien, um über die digitale Zukunft zu diskutieren. In diesem Ticker halten wir Sie über die wichtigsten Bühnen-Highlights, Thesen und Debatten, prägende Speaker-Statements, neue Trends und relevante Burda-Perspektiven auf dem Laufenden.
Wir berichten fortlaufend von Panels, Fireside-Chats und Hintergrundgesprächen vor Ort:
Bleiben Sie dran – wir aktualisieren diesen Ticker regelmäßig mit Kurz-Updates, Zitaten, Eindrücken und Einschätzungen direkt vom DLD.
* Der DLD wird vom Verlagshaus Burda veranstaltet, zu dem auch FOCUS online gehört.
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