Aquarium-Gehäuse haben sich in den vergangenen Jahren vom Nischenprodukt zu einem festen Bestandteil des Gaming-Marktes entwickelt. Großflächige Tempered-Glass-Elemente und ein möglichst freier Blick auf die verbaute Hardware stehen dabei häufig im Mittelpunkt, während klassische Tugenden wie ein effizienter Luftstrom oder eine hohe Alltagstauglichkeit nicht immer die gleiche Aufmerksamkeit erhalten. Gerade im Dual-Chamber-Segment zeigt sich deshalb […]
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Aquarium-Gehäuse haben sich in den vergangenen Jahren vom Nischenprodukt zu einem festen Bestandteil des Gaming-Marktes entwickelt. Großflächige Tempered-Glass-Elemente und ein möglichst freier Blick auf die verbaute Hardware stehen dabei häufig im Mittelpunkt, während klassische Tugenden wie ein effizienter Luftstrom oder eine hohe Alltagstauglichkeit nicht immer die gleiche Aufmerksamkeit erhalten. Gerade im Dual-Chamber-Segment zeigt sich deshalb immer wieder, dass eine ansprechende Optik nicht zwangsläufig mit einer überzeugenden Kühlleistung einhergeht. Mit dem Aquarius 8000 Corona möchte ENDORFY genau diesen Spagat meistern. Das Gehäuse kombiniert eine markante, gebogene Glasfront mit einem großzügig dimensionierten Innenraum, bietet Unterstützung für aktuelle Back-Connect-Mainboards und erlaubt den Einbau von Radiatoren bis zu einer Länge von 420 Millimetern. Ergänzt wird die Ausstattung durch vier bereits vorinstallierte ARGB-Lüfter, sodass das Gehäuse bereits ab Werk einen vollständigen Airflow bietet.
Ob ENDORFY damit mehr als nur eine weitere Interpretation des bekannten Aquarium-Konzepts gelungen ist und ob sich das Aquarius 8000 Corona auch im Praxiseinsatz behaupten kann, klären wir im folgenden Test.
UnboxingBereits die Verpackung zeigt, dass ENDORFY den Fokus klar auf Funktionalität legt. Das Aquarius 8000 Corona wird in einem schlichten braunen Karton mit einer einfachen Strichzeichnung des Gehäuses ausgeliefert. Auf aufwendige Hochglanzgrafiken oder eine besonders auffällige Präsentation verzichtet der Hersteller bewusst. Letztlich zählt vor allem, dass der Inhalt sicher beim Käufer ankommt.
Im Inneren wird das Gehäuse von zwei passgenauen Styroporformteilen zuverlässig fixiert und zusätzlich durch eine Schutzfolie vor Kratzern bewahrt. Besonders erfreulich ist dabei die sichere Verpackung der großflächigen Tempered-Glass-Elemente. Sowohl die Seitenscheibe als auch die markante gebogene Front erreichten unser Testlabor ohne Beschädigungen oder Transportschäden. Die Verpackung erfüllt ihren Zweck damit vollkommen. Sie schützt das Gehäuse zuverlässig, ohne durch unnötigen Materialeinsatz oder übertriebene Präsentation aufzufallen, genau so, wie man es von einem Produkt dieser Preisklasse erwarten darf.
Linke SeiteDie linke Gehäuseseite wird nahezu vollständig von einer großflächigen Tempered-Glass-Scheibe dominiert, die nahtlos in die charakteristische gebogene Front übergeht. Sichtbare Schrauben sucht man vergeblich, wodurch das Gehäuse einen aufgeräumten und hochwertigen Gesamteindruck hinterlässt. Die Scheibe lässt sich werkzeuglos demontieren, sitzt sicher im Rahmen und zeigte im Test weder auffällige Spaltmaße noch übermäßiges Spiel. Die großzügige Verglasung gibt den Blick nahezu uneingeschränkt auf die verbaute Hardware frei und richtet sich damit klar an Nutzer, die Wert auf eine ansprechende Präsentation ihres Systems legen. RGB-Beleuchtung, Custom-Wasserkühlungen oder sauber verlegte Kabel kommen hier entsprechend gut zur Geltung.
Die Verarbeitungsqualität hinterlässt insgesamt einen überzeugenden Eindruck. Weniger zeitgemäß wirkt allerdings der Verzicht auf gummierte Kabeldurchführungen. Funktional entsteht daraus zwar kein Nachteil, optisch hätte ENDORFY dem Innenraum mit diesem vergleichsweise kleinen Detail jedoch einen hochwertigeren Gesamteindruck verleihen können.
Rechte SeiteWährend die linke Seite die Hardware in Szene setzt, übernimmt die rechte Gehäuseseite ausschließlich funktionale Aufgaben. Ein großflächiges Stahlseitenteil verdeckt die zweite Kammer mit Netzteil, Laufwerken und Verkabelung und integriert sich unauffällig in das schlichte Design. Im vorderen Bereich sorgen großzügige Lufteinlässe für die Frischluftversorgung der seitlichen Lüfter. Auch das rechte Seitenteil lässt sich werkzeuglos entfernen und gewährt anschließend einen komfortablen Zugang zum Kabelmanagement. Der Platz hinter dem Mainboard-Tray fällt ausreichend großzügig aus, sodass selbst umfangreiche Kabelstränge problemlos untergebracht werden können. Aufwendige Kabelführungssysteme oder zusätzliche Komfortmerkmale sucht man allerdings vergeblich. ENDORFY konzentriert sich hier auf eine funktionale Umsetzung, die ihren Zweck zuverlässig erfüllt, ohne sich von der Konkurrenz deutlich abzusetzen.
FrontDie Front gehört zweifellos zu den prägendsten Designmerkmalen des Aquarius 8000 Corona. Statt einer klassischen planen Glasscheibe setzt ENDORFY auf eine gebogene Tempered-Glass-Front, die nahezu nahtlos in das linke Seitenteil übergeht und so den typischen Panorama-Look moderner Aquarium-Gehäuse erzeugt. Die Verarbeitung der Glasflächen gibt keinen Anlass zur Kritik. Übergänge und Spaltmaße fallen sauber aus, wodurch die Front insgesamt hochwertig wirkt. Gleichzeitig hebt sich das Gehäuse durch die gebogene Konstruktion angenehm von vielen Konkurrenzmodellen mit flachen Glasscheiben ab. Allerdings bringt das Design auch die bekannten Nachteile dieser Gehäuseklasse mit sich. Fingerabdrücke und Staubablagerungen bleiben auf den großflächigen Glasflächen kaum verborgen und machen eine regelmäßige Reinigung nahezu unvermeidlich. Wer sich für ein Showcase-Gehäuse entscheidet, dürfte diesen Kompromiss jedoch bewusst eingehen.
HeckAm Heck orientiert sich das Aquarius 8000 Corona an dem inzwischen etablierten Aufbau moderner Dual-Chamber-Gehäuse. Neben dem Mainboard-I/O stehen sieben horizontale Erweiterungsslots sowie die Öffnung für den vormontierten 120-mm-Abluftlüfter zur Verfügung. Die Slotblenden sind einzeln ausgeführt und lassen sich bei Bedarf problemlos entfernen. Während des gesamten Tests konnten weder scharfe Kanten noch Verarbeitungsmängel festgestellt werden. Insgesamt vermittelt das Heck einen robusten und sauber gefertigten Eindruck. Durch die separate Netzteilkammer bleibt das Netzteil von außen nahezu vollständig verborgen, wodurch die klare Linienführung des Gehäuses erhalten bleibt
UnterseiteAuch die Unterseite konzentriert sich auf ihre eigentliche Aufgabe und verzichtet auf unnötige Designspielereien. Zwei groß dimensionierte Standfüße sorgen für einen sicheren Stand und schaffen ausreichend Abstand zum Untergrund, damit das Netzteil jederzeit ungehindert Frischluft ansaugen kann. Positiv fällt der großflächige Staubfilter auf, der sich seitlich herausziehen lässt. Dadurch kann die Reinigung erfolgen, ohne das Gehäuse anheben oder kippen zu müssen. Ein kleines Detail, das sich im Alltag durchaus bemerkbar macht. Die Verarbeitung gibt auch hier keinen Anlass zur Kritik und hinterlässt einen durchweg soliden Eindruck..
OberseiteDie Oberseite steht vollständig im Zeichen eines möglichst ungehinderten Luftstroms. Ein großflächiges Mesh-Element deckt nahezu den gesamten Deckel ab und bietet ausreichend Platz für unterschiedlichste Lüfter- und Radiatorkonfigurationen. Besonders interessant ist die Unterstützung von Radiatoren bis 420 Millimetern Länge. Damit bietet ENDORFY mehr Spielraum als zahlreiche Konkurrenzmodelle im Aquarium-Segment, die häufig bei 360 Millimetern enden. Gerade für leistungsstarke Wasserkühlungen oder besonders leise Lüfterprofile eröffnet dies zusätzliche Möglichkeiten. Auf einen separaten Staubfilter verzichtet der Hersteller allerdings. Die Filterwirkung übernimmt ausschließlich das Mesh-Gitter selbst. Das verbessert zwar den Luftdurchsatz, erreicht bei der Staubfilterung jedoch nicht ganz das Niveau einer zusätzlichen Filtermatte. Hier setzt ENDORFY klar den Schwerpunkt auf Airflow statt auf maximalen Staubschutz.
I/O-PanelDas I/O-Panel befindet sich seitlich im unteren Bereich des Meshs und weicht damit von der klassischen Position auf der Gehäuseoberseite ab. Dadurch bleiben die Glasflächen optisch vollkommen frei, gleichzeitig hängt die Alltagstauglichkeit jedoch stärker vom gewählten Aufstellort ab. Steht das Gehäuse auf dem Schreibtisch, sind sämtliche Anschlüsse gut erreichbar. Bei einer Platzierung auf dem Boden fällt die Bedienung dagegen etwas weniger komfortabel aus, da sich USB-Anschlüsse und Taster vergleichsweise tief befinden. Zur Ausstattung gehören ein USB-C-Anschluss mit 10 Gbit/s, zwei USB-A-Ports, ein kombinierter 3,5-mm-Klinkenanschluss sowie Taster für Power, Reset und die integrierte ARGB-Steuerung. Die Anschlussausstattung entspricht damit dem aktuellen Standard und bietet im Alltag keinen Anlass zur Kritik
Linke InnenseiteNach dem Entfernen der Glasscheibe präsentiert sich der Innenraum genauso, wie man es von einem modernen Dual-Chamber-Gehäuse erwarten darf: offen, aufgeräumt und konsequent auf die Präsentation der Hardware ausgelegt. Netzteil, Laufwerke und der Großteil der Verkabelung verschwinden vollständig in der zweiten Kammer, wodurch der sichtbare Bereich ausschließlich den eigentlichen Systemkomponenten vorbehalten bleibt. Gerade bei aufwendig beleuchteten Gaming-Systemen oder Custom-Wasserkühlungen kommt dieses Layout der Gesamtoptik deutlich zugute. Auch beim Platzangebot gibt sich das Aquarius 8000 Corona keine Blöße. Selbst große E-ATX- beziehungsweise SSI-CEB-Mainboards finden ebenso problemlos Platz wie lange High-End-Grafikkarten oder umfangreiche Wasserkühlungen. Einschränkungen bei der Komponentenwahl sind im Test nicht aufgefallen. Der Mainboard-Tray bietet zahlreiche und sinnvoll positionierte Kabeldurchführungen. Weniger überzeugend fällt allerdings der Verzicht auf gummierte Kabeltüllen aus. Funktional spielt das kaum eine Rolle, da sämtliche Kabel sauber hinter dem Tray verschwinden können. Optisch verschenkt ENDORFY hier jedoch etwas Potenzial. Gerade in dieser Preisklasse gehören gummierte Durchführungen inzwischen fast schon zum guten Ton und hätten den ansonsten hochwertigen Gesamteindruck konsequent abgerundet.
Die zweite Kammer übernimmt sämtliche Aufgaben, die im sichtbaren Innenraum möglichst keine Aufmerksamkeit erhalten sollen. Netzteil, Laufwerke und überschüssige Verkabelung verschwinden vollständig hinter dem Mainboard-Tray, wodurch der Hauptbereich angenehm aufgeräumt bleibt. Besonders positiv fallen die beiden bereits vormontierten PWM-/ARGB-Hubs auf. Sie reduzieren den Verkabelungsaufwand erheblich und erleichtern den Aufbau eines Systems mit mehreren Lüftern spürbar. Statt jedes Kabel einzeln zum Mainboard führen zu müssen, lassen sich Lüfter und Beleuchtung zentral anschließen. Die Positionierung der Hubs ist dabei sinnvoll gewählt, da sämtliche Anschlüsse auch nach der Mainboard-Montage problemlos erreichbar bleiben. Auch beim Kabelmanagement hinterlässt das Gehäuse einen durchdachten Eindruck. Mehrere vormontierte Klettbänder erleichtern das Bündeln der Leitungen und sorgen dafür, dass sich selbst umfangreiche Kabelsätze sauber verlegen lassen. Gleichzeitig bleibt zwischen Mainboard-Tray und Stahlseitenteil genügend Platz, sodass auch dickere Kabelstränge oder moderne 12V-2×6-Leitungen nicht zum Geduldsspiel werden. Auf aufwendige Kabelführungskanäle oder modulare Abdeckungen verzichtet ENDORFY zwar, in der Praxis vermisst man diese jedoch kaum. Die vorhandenen Lösungen erfüllen ihren Zweck zuverlässig und ermöglichen bereits ohne großen Aufwand ein sehr ordentliches Gesamtbild.
ZubehörBeim Lieferumfang verfolgt ENDORFY einen angenehm pragmatischen Ansatz. Statt das Zubehör mit wenig hilfreichen Beigaben künstlich aufzublähen, beschränkt sich der Hersteller auf die Dinge, die beim Systemaufbau tatsächlich benötigt werden. Neben dem vollständigen Schraubensatz liegen mehrere Kabelbinder, ein Mikrofasertuch für die Reinigung der Glasflächen sowie die Dokumentation bei. Zusätzliche Komfortextras oder Werkzeug sucht man zwar vergeblich, im Alltag vermisst man davon allerdings kaum etwas.
Der Lieferumfang fällt damit zwar unspektakulär aus, deckt jedoch alle wesentlichen Anforderungen für den Aufbau eines Systems ab. Mehr muss ein Gehäuse dieser Klasse letztlich auch nicht mitbringen.
