Das Land Berlin hat seine Open Source Strategie veröffentlicht und will damit die “Innovationskraft und digitale Souveränität nachhaltig stärken.” Die Strategie enthält einige konkrete Maßnahmen, die mit Zeitplänen versehen den Erfolg der Strategie messbar machen. Bis 2032 zum Beispiel sollen beispielsweise 70 Prozent des Software-Stacks an den Verwaltungsarbeitsplätzen Open Source sein. Die Zielsetzung: Abhängigkeiten von […]
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Das Land Berlin hat seine Open Source Strategie veröffentlicht und will damit die “Innovationskraft und digitale Souveränität nachhaltig stärken.” Die Strategie enthält einige konkrete Maßnahmen, die mit Zeitplänen versehen den Erfolg der Strategie messbar machen. Bis 2032 zum Beispiel sollen beispielsweise 70 Prozent des Software-Stacks an den Verwaltungsarbeitsplätzen Open Source sein.
Die Zielsetzung: Abhängigkeiten von proprietären Softwareanbietern verringern, Kontrolle über die eigenen Daten gewinnen und die Ausgaben für Softwarelizenzen senken. Mit der neuen Strategie sollen die digitalen Services deutlich verbessert werden und damit der alltägliche Kontakt zur Verwaltung einfacher und reibungsloser ablaufen.
Dass die Hauptstadtverwaltung beim Weg in eine digitale Zukunft Open Source als strategisches Instrument sieht, ist nach dem vollständigen Open-Source-Umstieg von Schleswig-Holstein und der sächsischen Open-Source-Strategie ein wichtiges Signal für andere Bundesländer aber auch die Bundesregierung, hier den Anschluss nicht zu verpassen. Eine Open-Source-Strategie als Weg zur modernen Verwaltung wird damit zum Zeichen der Zeit. Der Weg dahin ist indes auch in Berlin noch weit.
Der Tagesspiegel recherchierte den aktuellen, durchaus ernüchternden, Stand bei Open Source in der Berliner Verwaltung und verweist dabei auf die Gefahr, die droht, wenn proprietäre Anbieter auf politischen Druck hin Accounts sperren und wichtige Verwaltungsfunktionen digital abklemmen, wie beim Internationalen Strafgerichtshof geschehen. Die Zeit drängt, denn aktuell ist die Berliner Verwaltung fast vollständig von US-amerikanischen Diensten abhängig, wie der Tagesspiegel aufzeigt.
Die Berliner Open Source Strategie enthält eine konkrete Roadmap auf dem Weg zur digital souveränen Verwaltung. Bis 2027 soll die aktuelle Software nach Risiko bewertet sein, bis 2029 soll die Hälfte der proprietären Lösungen auf Alternativen geprüft sein und im Jahre 2031 will Berlin die Hälfte seines Software-Budgets in Open-Source-Lösungen stecken. Warum das entfernteste Ziel bis 2032 nicht 100 sondern 70 Prozent der Software als Open Source anpeilt, bleibt unklar. Konkrete Maßnahmen, wie die Roadmap erfüllt werden soll, sind dennoch enthalten:
Beim Vergaberecht sind viele Bundesländern bisher beim Thema Open Source noch zurückhaltend. Hier geht die Berliner Strategie neue Wege. So soll im neuen Digitalgesetz sowie im Ausschreibungs- und Vergabegesetz Open Source der Vorrang gegeben werden – mit der Pflicht, den Verzicht auf offene Lösungen begründen zu müssen. So wird die Begründungslast zu Gunsten von Open Source Software umgekehrt. Außerdem werden Fragen digitaler Souveränität Teil der Ausschreibungskriterien.
Wird eine Software speziell für die Verwaltung entwickelt, so wird in Zukunft der Code immer unter Open-Source-Lizenzen auf openCode bereitgestellt. Das kann auch ein Schritt aus der zersplitterten Landschaft von speziellen, geschlossenen Softwarelösungen für verschiedene Ämter oder Bundesländer sein – ein Problem, das aktuell digital effiziente Verwaltungen bremst.
Fraglich ist allerdings, ob die in der Strategie geplanten Anpassungen im Berliner Vergabegesetz bzw. das neue Digitalgesetz noch vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September 2026 kommen bzw. ob eine ggf. neue Regierungskoalition diese Ziele dann zeitnah umsetzen wird.
Ob die Strategie den Status Quo mit quasi komplett proprietärer Software mit nur einer geplanten Personalstelle grundlegend ändern kann und warum die Ziele nicht ambitionierter gesetzt wurden, bleibt offen. Dennoch zeigt die Berliner Open-Source-Strategie, dass Verwaltungen und Regierungen zunehmend erkennen, dass digitale Souveränität mehr als effiziente Verwaltung ist. Sie ist elementar für die Sicherheit, Handlungsfähigkeit und Innovationskraft einer Behörde.
Eine gute Möglichkeit, die digitale Ausrichtung des Landes Berlin mit Vertreter:innen aus Wirtschaft und Politik zu diskutieren und tiefer in das Thema Open Source in der Berliner Wirtschaft und Verwaltung einzusteigen, bietet die kommende Konferenz der IHK Berlin. Hier wird auch die neue Berliner Open-Source-Strategie von der CDO Martina Klement vorgestellt und diskutiert:
Dienstag, den 10. Februar 2026, von 09:00 bis 17:00 Uhr
IHK Berlin, Fasanenstr. 85, 10623 Berlin (Konferenzzentrum)
Infos und Programm
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