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KI-Brillen: So stellt sich Meta Gesichtserkennung vor

Дата публикации: 13-07-2026 11:19:00

Meta erwägt Gesichtserkennung für seine Smart Glasses. Technikchef Andrew Bosworth gibt erstmals Einblick, wie eine solche Funktion implementiert werden könnte.

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Seit Monaten gibt es Berichte, dass Meta eine Form der Gesichtserkennung für seine Smart Glasses plant. In der Begleit-App wurde bereits inaktiver Programmcode für eine entsprechende Funktion namens „NameTag“ entdeckt, den Meta daraufhin entfernte. Der Konzern erklärte, dass über eine Einführung oder konkrete Ausgestaltung von Gesichtserkennung noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei.

In einem Interview mit dem Journalisten Nicholas Thompson erläutert Metas Technikchef Andrew Bosworth erstmals, wie NameTag funktionieren könnte. Die Funktion soll demnach nicht beliebige Fremde identifizieren, sondern auf Wunsch das Gesicht und den Namen einer Person speichern, die der Brillenträger kennengelernt hat. Bei einer späteren Begegnung könnte die KI-Brille das Gesicht wiedererkennen und den Träger an den Namen der Person und die Umstände des Kennenlernens erinnern. Die Gesichtsdaten sollen lokal auf der Brille gespeichert werden, sodass keine zentrale Gesichtsdatenbank erforderlich wäre.

Gleichzeitig räumt Bosworth in dem Interview (Youtube) ein, dass auch diese Form der Gesichtserkennung weiterhin kontrovers sei. Er ließ offen, wie sich betroffene Personen gegen eine Speicherung ihres Gesichts wehren könnten oder ob sich Gesichter auch ohne deren Wissen auf der Brille speichern ließen.

Ein schwieriger Balanceakt

Eine Nutzergruppe, der NameTag stark im Alltag helfen könnte, sind sehbehinderte oder blinde Menschen sowie Personen mit Gesichtsblindheit, einer neurologischen Störung, bei der Betroffene selbst vertraute Gesichter nicht oder nur schwer wiedererkennen. Meta wirbt derzeit verstärkt mit dem Beitrag seiner Kamerabrillen zur Barrierefreiheit, wohl auch, um die gesellschaftliche Akzeptanz der umstrittenen Technik zu erhöhen. Auch Bosworth rahmt die Diskussion über Gesichtserkennung zunächst aus dieser Perspektive, verweist später jedoch auf rechtliche Hürden und Datenschutzgesetze, etwa in den US-Bundesstaaten Illinois und Texas.

Meta schloss in beiden Bundesstaaten kostspielige Vergleiche wegen der von Facebook für „Tag Suggestions“ eingesetzten Gesichtserkennung. In Illinois belief sich der Vergleich auf 650 Millionen US-Dollar, in Texas auf 1,4 Milliarden US-Dollar. Die Verfahren betrafen die automatische Erkennung von Gesichtern in auf Facebook hochgeladenen Fotos und Videos. Anders als Bosworths Konzept einer lokalen Speicherung auf der Brille beruhte „Tag Suggestions“ dabei auf zentral bei Facebook gespeicherten biometrischen Gesichtsvorlagen, mit denen Nutzer in weiteren Aufnahmen wiedererkannt wurden.

Da Kamerabrillen erstmals auf ein breiteres Interesse stoßen und sich millionenfach verkaufen, gewinnt auch die Datenschutzdebatte um Smart Glasses wieder an Bedeutung. Zuletzt sorgten die Geräte für negative Schlagzeilen, nachdem sich in sozialen Netzwerken Videos häuften, in denen Frauen heimlich mit Smart Glasses gefilmt wurden und sensible Aufnahmen von Smart-Glasses-Nutzern bei Datenannotatoren in Kenia landeten. Meta dürfte deshalb bemüht sein, die Kontroverse um Smart Glasses nicht weiter anzuheizen. Andernfalls könnte sich Geschichte wiederholen und die Gerätekategorie ein ähnlich abruptes Ende nehmen wie vor mehr als zehn Jahren Google Glass nach der „Glassholes“-Debatte.

(tobe)

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