Rheinmetall und MBDA wollen für die Bundesmarine Laserwaffen zur Drohnenabwehr bauen. Ein Prototyp ist bereits im Testbetrieb auf einer Fregatte.
Die Schiffe der Bundesmarine sollen mit Laserwaffen ausgerüstet werden. Ein Prototyp ist bereits seit einiger Zeit im Test. 2029 sollen die Waffensysteme einsatzbereit sein.
Die Laserwaffen werden von einem Joint Venture aus den Rüstungsunternehmen MBDA und Rheinmetall entwickelt und gebaut. Das Gemeinschaftsunternehmen wird eigens dafür gegründet.
Der Auftrag, den das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) erteilt hat, hat laut Rheinmetall einen Wert im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. MBDA und Rheinmetall arbeiten seit Längerem an der Entwicklung von Laserwaffen.
Die Laserwaffe soll dazu in der Lage sein, Ziele von der Größe einer kleinen Münze anzuvisieren und die Leistung darauf zu fokussieren. Die Trackingfähigkeit des Systems ermöglicht es, bewegliche Ziele mit der Waffe zu bekämpfen.
Die Laserwaffen sollen in erster Linie gegen Drohnen eingesetzt werden. Allerdings lassen sich damit auch See- und Landziele bekämpfen. „Das Laserwaffensystem wird unseren Soldaten im Einsatz auf den Marineeinheiten insbesondere bei der Drohnenabwehr ein signifikant höheres Schutzniveau verschaffen“, sagte Roman Koehne, Leiter der Abteilung Weapon and Ammunition bei Rheinmetall. Die Laserwaffen sollen zu großen Teilen in Deutschland gefertigt werden.
Ein Prototyp ist seit etwa einem Jahr auf der Fregatte Sachsen im Testbetrieb. Das System hat auf dem Schiff laut Rheinmetall bereits 28.000 Seemeilen (knapp 52.000 Kilometer) in der Ostsee, der Nordsee und dem Mittelmeer zurückgelegt. In der Zeit wurden etwa 1000 Schüsse mit der Laserwaffe auf Luft-, See- und Landziele abgegeben. Das System habe dabei „seine Wirksamkeit auch bei schlechten Umweltbedingungen nachgewiesen“.
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie im amerikanisch-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran werden Drohnen in einem bisher nicht gekannten Maß eingesetzt. Dabei sind die günstig produzierten unbemannten Fluggeräte oft genug den teuren Präzisionswaffen wie dem Raketenabwehrsystem Patriot überlegen. Eine Laserwaffe, deren Schuss nur einen niedrigen Eurobetrag kostet, kann da ein günstiges und wirksames Mittel zur Abwehr sein.
(wpl)
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