Google verlagert KI-Funktionen von der Cloud direkt auf das Smartphone. Das Modell Gemma 4 E2B for TPU ist speziell für das Pixel 10 konzipiert.
Ähnlich wie Apple mit Apple Intelligence bringt Google DeepMind mit Gemma 4 E2B for TPU das offene KI-Modell Gemma 4 E2B nun direkt auf Smartphones. Da das KI-Modell speziell für die Tensor-Processing-Unit (TPU) in Pixel-Geräten optimiert ist, steht es zunächst nur auf der Pixel-10-Reihe zur Verfügung. Das spezielle Gemma-Modell ermöglicht laut Google unter anderem die Ausführung verschiedener Aufgaben direkt auf den Geräten, ganz ohne Cloudanbindung. Das „E“ in E2B steht dabei für „effective“: Das Modell nutzt rund 2,3 Milliarden effektive Parameter, inklusive Embeddings sind es 5,1 Milliarden.
Vorteil des neuen KI-Modells ist, dass Anwendungen und weitere Funktionen auch ohne Internetverbindung weiter funktionieren, während sensible Daten auf dem Gerät verbleiben. Das neue KI-Modell ist dabei nicht das erste, das Google in petto hat: Erst Anfang Juni lieferte das Unternehmen mit Gemma 4 12B ein 12-Milliarden-Parameter-Modell aus, das auf handelsüblichen Notebooks ohne spezielle KI-Hardware mit 16 GByte RAM laufen kann.
Im Unterschied zum angekündigten Gemini Intelligence hat Google außerdem „Quantization-Aware Training“ (QAT)-Versionen von Gemma 4 eingeführt. Diese sollen den Speicherbedarf reduzieren und gleichzeitig die Qualität der Modelle beibehalten, wodurch sie für mehr Verbrauchergeräte praktikabler werden. Für kommende Android-Smartphones mit Gemini Intelligence verlangt Google hohe Hardwareanforderungen.
Im Zuge der Google I/O India zeigte der Hersteller auf einem Pixel 10, was mit der On-Device-KI möglich ist. So kann die Offline-KI etwa Agenten nutzen, die bei der Reiseplanung helfen, Rezepte vorschlagen und Smart-Home-Geräte steuern. Mit der KI lassen sich „Mobile Actions“ ausführen, um zentrale Smartphone-Funktionen wie WLAN zu aktivieren oder abzuschalten und Google Maps mittels Sprachbefehlen oder Textnachrichten zu steuern.
Weiter sagt Google, dass die On-Device-KI auch dazu in der Lage sein soll, „nahtloses, internetunabhängiges Schlussfolgern über Texte, Bilder und Audiodateien hinweg“ auszuführen. Zudem soll KI auch „tiefgehende Offline-Gespräche (sogar in 30.000 Fuß (circa 9 km) Höhe)“ bieten und Fragen über Bildinhalte wie Objekte und Pflanzen beantworten und dabei helfen, Probleme zu lösen. Mit der Funktion „Ask Audio“ kann die KI außerdem Audioinhalte transkribieren.
Google will diese On-Device-KI-Funktionen nicht nur auf die eigenen Anwendungen bringen, sondern Entwicklern von Fremd-Apps neue Tools zur Verfügung stellen, mit denen sie Anwendungen erstellen können, die lokal auf Pixel-Geräten laufen und so schnellere Reaktionszeiten, mehr Datenschutz und Offline-Zugriff ermöglichen.
(afl)
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