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USA-Flug für nur 100 Euro? Was steckt hinter den Billig-Tickets?

Дата публикации: 02-06-2026 07:16:00

USA-Flüge zum Spottpreis locken viele Reisende. Dahinter stecken oft gestohlene Bonusmeilen. So schützen Sie Ihr Konto vor Kriminellen.

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Handel mit gestohlenen Bonusmeilen

Achtung: Wer Flüge in die USA für 100 Euro kauft, riskiert eine Freiheitsstrafe!

Foto: Michael Dunning/Getty Images, Pikusisi-Studio/Getty Images

USA-Flüge zum Spottpreis locken viele Reisende. Dahinter stecken oft gestohlene Bonusmeilen. So schützen Sie Ihr Konto vor Kriminellen.

Cyberkriminelle stehlen normalerweise Geld, kapern Konten oder verschlüsseln Computer. Doch manche treten auch als Verkäufer vermeintlicher Schnäppchen auf: Sie bieten Flugtickets und Hotelübernachtungen zu auffällig niedrigen Preisen an – oft mit betrügerischem Hintergrund.

Warum Hacker günstige Flüge verkaufen

Dass Internetkriminelle als Reiseanbieter auftreten, hat einen einfachen Grund, wie

Bleeping Computer

berichtet: Sie nutzen erbeutete oder im Darknet gekaufte Zugangsdaten, um sich damit in die Accounts der Opfer auf allen möglichen Internetseiten einzuloggen. Darunter sind auch Bonusprogramme für Airlines oder Hotels. Oft passen dort die gleichen Anmeldedaten wie auf anderen Seiten, die Hacker finden dort dann Prämienguthaben vor.

Diese Guthaben sammeln sie und bieten sie in Telegram-Kanälen zum Verkauf an – um Flüge oder Hotels zu buchen. Die Inhaber der Prämienkonten merken davon normalerweise nichts, weil man das Prämienguthaben immer nur dann checkt, wenn man eine Reise buchen will. Zudem haben die Hacker oft auch die Kontrolle über die verknüpften E-Mail-Konten und ändern die Passwörter, sodass die Besitzer keinen Zugriff mehr auf die Prämienseiten (und ihre Postfächer) haben.

Für 100 Euro in die USA und zurück

Die Preise für die erbeuteten Bonusmeilen oder Punkte liegen deutlich unter dem Wert der Prämien. So zahlen Käufer bei den Hackern beispielsweise 2 Euro pro 1.000 Bonusmeilen bei Air France, Meilen für andere Airlines kosten sogar noch weniger. Ein Economy-Flug von Europa in die USA und zurück kostet etwa 50.000 Meilen. Hinzu kommen dann eigentlich noch 200 bis 400 Euro Steuern und Gebühren. Die Kriminellen nutzen jedoch oft zusätzlich gestohlene Kreditkarten, um diese Kosten zu begleichen. Damit verstricken sie den ahnungslosen Käufer in einen weiteren schweren Betrugsfall. Am Ende zahlt der Käufer aber nur etwa 100 Euro für den Flug. Das Geschäft boomt: Schätzungen zufolge entstehen durch diesen Prämienbetrug jährlich zwischen einer und drei Milliarden Euro Schaden.

Hohes Risiko für Käufer

Auch wenn das verlockend klingt: Es gibt keine Garantie dafür, dass die Kriminellen nach der Zahlung auch liefern. Und selbst wenn: Der Handel kann trotzdem noch auffliegen, und dann stehen Sie am Flughafen ohne gültiges Ticket da. Einige Bonusportale prüfen insbesondere die IP-Adresse, bemerken, dass aus einem anderen Land eingelöst wurde, und stornieren die Tickets kurz vor Abflug. Zudem ist der Handel mit gestohlenen Bonuspunkten natürlich illegal – auch für die Käufer. Die machen sich dabei nämlich der Hehlerei schuldig, was bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe bedeuten kann. COMPUTER BILD rät daher dringend davon ab, die Meilen zu kaufen.

So schützen Sie sich

Haben Sie selbst Bonuskonten, die Sie gegen diese Art von Diebstahl absichern möchten, beachten Sie die folgenden Tipps:

  • Nutzen Sie für die Seite ein Passwort, das mindestens 20 Zeichen hat, aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen besteht und keinem Muster folgt. Das geht am besten mit einem Passwort-Manager, siehe oben.
  • Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung, sofern der Anbieter das anbietet. Sie finden diese Funktion bei den meisten großen Anbietern in den Einstellungen.
  • Nutzen Sie ein Antivirenprogramm oder einen Passwort-Manager, um zu überwachen, ob Ihre Zugangsdaten im Darknet auftauchen. Sie bekommen dann Warnungen und können rechtzeitig reagieren.
  • Viele Meilenprogramme senden normalerweise nur monatliche Statusmeldungen. In den Einstellungen können Sie aber oft eine Benachrichtigung für jede Transaktion aktivieren.

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