Ein 39-Jähriger bringt Thomas Tuchel zum Nachdenken. Wie Englands Trainer Lionel Messi und Argentinien stoppen will und was er von dem Superstar hält.
Atlanta · Ein 39-Jähriger bringt Thomas Tuchel zum Nachdenken. Wie Englands Trainer Lionel Messi und Argentinien stoppen will und was er von dem Superstar hält.
Thomas Tuchel sucht die richtige Taktik für das WM-Halbfinale.
Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpaFür die Chance auf das erste englische WM-Finale seit 1966 greift Trainer Thomas Tuchel womöglich in die taktische Mottenkiste. „Ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, für ihn auf die gute alte Manndeckung zu setzen“, sagte der 52-Jährige über Argentiniens Superstar Lionel Messi. Die beiden Rivalen treffen heute (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Atlanta im zweiten Halbfinale aufeinander. Im Endspiel wartet Europameister Spanien.
Der 39 Jahre alte Messi bringt Tuchel besonders ins Grübeln. „Jeder kennt die Räume, die er mag. Aber er sieht Dinge früher als anderer. Dann hat er die zwei Meter, die er für seinen unglaublichen linken Fuß braucht“, sagte Englands Nationaltrainer. Er habe aber einige Muster im Spiel der Argentinier ausgemacht.
Thomas Tuchel bei der Vorbereitung auf Argentinien.
Foto: Charlie Riedel/AP/dpaMessi hat bei dieser WM bereits acht Tore geschossen. „Es ist unglaublich, wie er das Team trägt“, befand Tuchel. „Er ist der Anführer und Schlüsselspieler dieser Mannschaft. Man kann sehen, dass das Team schon lange zusammen ist und viel Turniererfahrung hat.“
Trotzdem tat sich Argentinien in der K.-o.-Phase bisher schwer. Im Sechzehntelfinale (Kap Verde) und im Viertelfinale (Schweiz) musste der Titelverteidiger in die Verlängerung, im Achtelfinale gegen Ägypten entschied man das Spiel nach einem 0:2 noch tief in der Nachspielzeit für sich.
Tuchel sagte, er sehe Argentinien besser, als sie gemacht werden. „Sie haben Mentalität, sie verfallen nicht in Panik. Sie sind einfach das komplette Paket“, sagte der 52-Jährige. In einem langen Turnier wie der WM sei es normal, dass man Schwierigkeiten überwinden muss.
Tuchel kann England in das erste WM-Finale seit dem Titelgewinn 1966 führen. „Niemand in der Mannschaft ist schon zufrieden. Wir möchten das Letzte rausquetschen“, sagte der Schwabe. Jeder sei sich der Bedeutung dieses Spiels für beide Länder bewusst. „Es ist nicht nur ein weiteres Fußballspiel.“
Seit 1966 lieferten sich Argentinien und England legendäre Duelle bei Weltmeisterschaften. Diego Maradona erzielte 1986 ein Tor mit der „Hand Gottes“, David Beckham ließ sich 1998 zu einer Tätlichkeit gegen Diego Simeone hinreißen. Zudem herrschen zwischen den beiden Ländern durch den Falkland-Krieg 1982 auch politische Spannungen.
© dpa-infocom, dpa:260715-930-385868/1
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