Beschwerde beim IOC gegen Fifa-Chef +++ Nur Psychospielchen? Frankreich-Coach sieht Spanien als Favoriten +++ Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für England gegen Argentinien +++ Der WM-Blog.

WM-Pokal-Trophäenkoffer von Louis Vuitton: Die Fifa lässt nichts unvermarktet. Foto: Fifa
Eine Reihe von Weltstars werden bei der Schlussfeier der bislang größten Fußball-Weltmeisterschaft auftreten. Im Met-Life-Stadium in East Rutherford werden am Sonntag (19.30 Uhr/MagentaTV und ZDF) unter anderem die Sängerinnen Laura Pausini und Nicole Scherzinger, Pop-Star Robbie Williams und Youtuber IShowSpeed dabei sein.
US-Schauspieler Tom Cruise wird einen Gastauftritt haben. Emmy-, Grammy und Oscar-Gewinnerin Jennifer Hudson wird nach Angaben des Fußball-Weltverbands Fifa die US-Nationalhymne singen. Im Mittelpunkt der anderthalbstündigen Show steht der Rückblick auf die seit dem 11. Juni laufende WM in den USA, Kanada und Mexiko.
Auch in der Halbzeitpause Auftritt von Mega-Stars
Im Anschluss an die Schlussfeier wird das Finale angepfiffen (21.00 Uhr/MagentaTV und ZDF). In der Halbzeitshow wird der kanadische Popstar Justin Bieber erwartet. Ferner tritt der nigerianische Musiker Burna Boy gemeinsam mit dem venezolanischen Dirigenten Gustavo Dudamel, der Band Coldplay und einem New Yorker Grundschulchor auf, teilte die Hilfsbewegung Global Citizen mit.
Global Citizen produziert die Show gemeinsam mit der Fifa und will damit auch Geld für die Unterstützung der Bildung von Kindern weltweit sammeln. Bereits vor ein paar Wochen war angekündigt worden, dass die Pop-Ikonen Shakira und Madonna sowie die südkoreanische Band BTS in der elfminütigen Halbzeitshow dabei sein werden. Es ist das erste Mal, dass es in einem WM-Finale eine Halbzeitshow gibt, ähnlich dem Super Bowl, dem Endspiel der amerikanischen Football-Liga NFL. Dort treten stets Mega-Stars auf.

Nicole Scherzinger: Bei der Schlussfeier dabei. dpa
Die britische Menschenrechtsorganisation FairSquare hat nach eigenen Angaben gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino eine Beschwerde beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingelegt. Sie wirft dem mächtigsten Funktionär des Fußball-Weltverbands vor, wiederholt gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität verstoßen zu haben. Der Hauptvorwurf: Infantino soll US-Präsident Donald Trump seine politische Unterstützung angeboten haben.
Insgesamt gebe es fünf eindeutige Verstöße, für die es auch „überzeugende Beweise“ gebe, teilte FairSquare mit. Hintergrund ist unter anderem die aufgehobene Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun, der trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nicht für das Achtelfinale gegen Belgien aussetzen musste. Das hatte für Empörung in der Fußballwelt gesorgt. Der Fifa-Chef soll laut FairSquare aber auch Werbung für eine Fanseite betrieben haben, die mit der Trump-Administration zusammenhängen soll. Dabei sei es um das Sammeln von Daten gegangen.
Bei seiner Aufnahme in das IOC habe Infantino einen Eid abgelegt, die Olympische Charta zu achten und den IOC-Ethikkodex uneingeschränkt einzuhalten, hieß es in der Mitteilung von FairSquare. Demnach könne das IOC Mitglieder ausschließen, die nicht entsprechend handeln würden. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte bereits in der vergangenen Woche mit Blick auf eine mögliche Beschwerde gesagt, dass man sich dann „natürlich“ damit befassen werde.
Frankreichs Fußball-Nationaltrainer Didier Deschamps schiebt die Favoritenrolle vor dem WM-Halbfinal-Kracher gegen Spanien munter dem Gegner zu. „Ja, das bestätige ich“, sagte er bei der Presskonferenz laut Übersetzung auf die Frage, ob er bei seiner Meinung bleibe, dass Spanien der große Titelfavorit sei.
Deschamps hatte in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt, dass er den Europameister bei diesem Turnier am stärksten einschätze. „Spanien ist der Favorit“, sagte er vor der Partie an diesem Dienstag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Arlington bei Dallas nun erneut. „Sie haben nur ein Tor kassiert in den letzten sechs oder sieben Spielen.“ Es könne ein „spektakuläres Spiel werden mit hoher Qualität in der Offensive und Defensive“, meinte er.
Superstar Kylian Mbappé von Real Madrid steht den Franzosen dabei genauso zur Verfügung wie sein Clubkollege Aurélien Tchouaméni, der im Achtel- und Viertelfinale mit Adduktorenproblemen gefehlt hatte. Mbappé sei zu 100 Prozent fit und habe normal trainiert, erklärte Deschamps. Beim 2:0 gegen Marokko war Mbappé zuletzt angeschlagen ausgewechselt worden. Kurz nach dem Spiel ging es ihm nach eigener Aussage aber schon wieder besser.

Frankreichs Nationalcoach Didier Deschamps: „Spanien ist der Favorit.“ Imago
Die Polizei in Atlanta verstärkt die Sicherheitsvorkehrungen für das brisante WM-Halbfinale zwischen England und Argentinien. „Zusätzliches Personal und zusätzliche Ressourcen sind bereits im Einsatz und werden auch weiterhin strategisch an und um die Veranstaltungsorte, in den Ausgehvierteln und anderen stark frequentierten Bereichen eingesetzt, um ein sicheres und angenehmes Erlebnis für alle zu gewährleisten“, hieß es laut übereinstimmender Medienberichte in einer Mitteilung der Polizei Atlanta.

Nicht der erste Besuch in Atlanta: Englische Fans feiern in einer Bar in der Nähe des Atlanta-Stadions in der Innenstadt nach dem Sieg Englands im Sechzentelfinale gegen Kongo. dpa
Laut der argentinischen Zeitung „La Nación“ wurde die Partie als Spiel der höchsten Risikostufe von den Behörden eingeordnet. Die Hotels beider Mannschaften sollen von größeren Polizeiaufgeboten bewacht werden. Zwei Tage vor der Partie kam es demnach auch zu einem Treffen unter anderem mit Vertretern der Fifa, aber auch des FBI und Polizeibehörde von Miami, von wo eine große Schar argentinischer Fans erwartet wird.
England und Argentinien spielen am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ/MagentaTV und ARD) in Atlanta um den Einzug ins Finale der Fußball-Weltmeisterschaft. Die beiden Nationen trafen zuletzt 2005 in einem Testspiel aufeinander.
Brisant ist die Partie nun 40 Jahre nach dem WM-Viertelfinale mit unter anderem mit Diego Maradonas Tor der Hand Gottes beim 2:1-Sieg des späteren Weltmeisters immer noch durch den Falklandkrieg 1982. Damals waren rund 1000 Soldaten ums Leben gekommen. Spieler beider Seiten betonte bereits, dass dies nur ein Fußballspiel sei.
Der Fußball-Weltverband Fifa wird zum Abschluss seiner Weltmeisterschaft auch einen Trophäenkoffer einer Luxusmarke in seine Finalshow einbeziehen. Die französische Marke Louis Vuitton soll demnach „den offiziellen, speziell angefertigten Trophäenkoffer, der für den Transport und die Präsentation der wohl bekanntesten Trophäe im Sport entwickelt wurde“ präsentieren, wie die Fifa vor den beiden Halbfinals mitteilte. Als offizieller Markenlizenznehmer der WM 2026 präsentiere das Unternehmen zudem eine Kollektion von drei Trophäenkoffern in limitierter Auflage, die vom offiziellen Trophäenkoffer inspiriert seien.
Im Netz gab es umgehend Kritik an der Aktion des Weltverbandes, der bei der WM zum Beispiel auch die neu eingeführten Trinkpausen an einen Namenssponsor verkauft hat. Louis Vuitton hat nach Fifa-Angaben bereits in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 den Trophäenkoffer für den Gewinner der Weltmeisterschaft präsentiert.
Das Endspiel steigt am 19. Juli in East Rutherford nahe New York, nach Angaben von Fifa-Chef Gianni Infantino wird US-Präsident Donald Trump den goldenen Siegerpokal überreichen. In den beiden Halbfinals spielen am Dienstag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) Europameister Spanien und Vize-Weltmeister Frankreich gegeneinander, ehe am Mittwoch (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) England und Titelverteidiger Argentinien aufeinandertreffen. Das Endspiel wird das 104. und letzte Spiel des XXL-Turniers mit 48 Mannschaften sein.
DFB-Lehrwart Lutz Wagner sieht bei der Umsetzung der neuen, bei der Weltmeisterschaft angewandten Regeln „eine große Gefahr“. „Der Fußball muss für den Fan verständlich sein. Der, der den Fußball an der Basis spielt, muss wissen: Er spielt den gleichen Fußball wie in der Bundesliga oder bei der WM“, sagte der frühere Bundesliga-Referee in einem
Interview bei „sportschau.de“. „Man muss die Änderungen und die Abweichungen so gering wie möglich halten, um dem Fan den Fußball so einheitlich wie möglich zu präsentieren.“
Als positiv bewertet Wagner die Reduzierung des Zeitspiels zum Beispiel durch schnellere Wechsel und dadurch, dass ein Spieler, der sich auf dem Feld behandeln lässt, erst eine Minute nach Verlassen des Platzes zurück darf. Dadurch sollte unterbunden werden, dass Verletzungen vorgetäuscht werden.
„Das Verhalten der Spieler hat sich verändert. Die Spieler bleiben nicht mehr so lange liegen und bei Auswechslungen wird sich beeilt. Das hat wirklich gefruchtet“, urteilte Wagner, zeigte aber auch eine Schwierigkeit im Alltagsfußball auf: „Bei der WM geht das wunderbar, aber im Anschluss muss es dann aber auch bis an die Basis umgesetzt werden. Doch was soll der Schiedsrichter in der Kreisliga noch alles tun? Er muss jetzt ständig runterzählen, Countdowns anzeigen, und, und, und.“ Die Belastung für den Schiedsrichter sei dadurch nochmals höher geworden.
Von den erweiterten Eingriffsmöglichkeiten des VAR – so bei Gelben Karten und Eckstößen – werde man „nicht alles davon“ im Alltag sehen. „Die Fifa hat gerade beim Videoassistenten einen Großteil dieser Dinge im optionalen Bereich belassen“, erklärte der 63 Jahre alte Regelexperte. „Da müssen dann die Verbände wie der DFB oder die Uefa entscheiden, ob sie das übernehmen oder nicht. Der DFB wird das im Anschluss an die WM umgehend festlegen.“
Für den deutschen Fußball-Schiedsrichter Felix Zwayer ist die WM nach zwei Einsätzen in der Vorrunde vorzeitig beendet. Der 45 Jahre alte Berliner wird am Finalwochenende kein weiteres Spiel leiten und hat das Schiedsrichter-Quartier in Amerika bereits verlassen, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf Anfrage mitteilte.
Zwayer hat bei der Weltmeisterschaft den zweiten Auftritt von Gastgeber USA gegen Australien (2:0) sowie das Duell Demokratische Republik Kongo gegen Usbekistan (3:1) geleitet. Der Deutsche zeigte in beiden Partien eine starke Leistung, fiel aber bei seinem ersten Einsatz in Seattle auch mit einem Krampf in der Nachspielzeit auf. Bislang nicht abgereist ist Bastian Dankert, der sich als Videoschiedsrichter noch Hoffnungen auf einen Einsatz im WM-Finale am Sonntag machen darf.

Felix Zwayer: Kein weiterer WM-Einsatz. Reuters
Stürmerstar Erling Haaland hat offensichtlich eine Vorliebe für ausgefallene Souvenirs. Bei der WM-Rückkehr der norwegischen Nationalmannschaft stieg der 25-Jährige mit einem ausgestopften Waschbären in der Hand aus dem Flugzeug.
„Er ist mir nach Hause gefolgt“, schrieb Haaland auf Instagram. In der Hand hält der Waschbär eine Glasflasche. Norwegen war am Samstag im Viertelfinale in Miami durch ein 1:2 nach Verlängerung gegen England ausgeschieden.
Vom Flughafen Gardermoen ging es zum Osloer Schloss, wo die Mannschaft von König Harald, Prinz Haakon und anderen Mitgliedern der Königsfamilie empfangen wurde. Mit der Kleiderordnung nahm man es nicht so genau, einige Spieler kamen in kurzen Hosen. Borussia Dortmunds Julian Ryerson trug Flip-Flops. „Er hat uns zu Hause willkommen geheißen und uns zu unserer Leistung gratuliert“, sagte Kapitän Martin Ödegaard über die Begegnung mit dem 89 Jahre alten König.
Zwischen dem Palast und dem Universitätsplatz, einer Entfernung von etwa 450 Metern, hatten sich 88.000 Menschen versammelt, um die Mannschaft zu feiern. Auf dem Schlossplatz zelebrierten Team und Bevölkerung zusammen den mittlerweile weltberühmten Ruder-Jubel.

Fans, so weit das Auge reicht: Fast 90.000 kamen auf den Slottsplassen, um die norwegische Fußball-Nationalmannschaft nach der Rückkehr aus den USA zu begrüßen.
Geht es nach Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente kommt das beste WM-Spiel von Lamine Yamal erst noch. „Ich habe ihm gesagt, er soll ruhig bleiben und es genießen. Der große Tag von Lamine Yamal kommt noch bei dieser WM. Ich hoffe, es ist morgen - oder im Finale, wenn wir uns qualifizieren“, sagte der 65-Jährige vor dem heutigen Halbfinale gegen Frankreich (21.00 Uhr MESZ/ZDF und Magenta TV).
Yamal war zwar schon mehrfach zum besten Spieler einer Partie gewählt worden, steht aber nach sechs Spielen bei nur einem Treffer und keiner Vorlage bei der XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko.
Vor dem WM-Halbfinale gegen Argentinien dürfte die Festlegung der Trikotfarben keine guten Erinnerungen bei England wecken. Wie schon im legendären WM-Viertelfinale 1986 als auch im Achtelfinale 1998 spielt Argentinien in den dunkelblauen Auswärtstrikots. Das bestätigte der argentinische Fußball-Verband der dpa. England trifft am Mittwoch (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Atlanta auf den Titelverteidiger.
In Mexiko-Stadt hatte Diego Maradona vor 40 Jahren die Führung mit der „Hand Gottes“ erzielt, später legte er mit dem vom Weltverband FIFA zum Jahrhunderttor gekürten 2:0 nach. Am Ende hieß es 2:1. 1998 in Frankreich hatte sich David Beckham zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen und die Rote Karte gesehen. Nach der Verlängerung stand es 2:2, Argentinien siegte im Elfmeterschießen.

Maradona (re.), Englands Torhüter Peter Shilton: Die legendäre „Hand Gottes“. Imago
Der frühere spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat mit einer rassistischen Äußerung vor dem WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich für Empörung gesorgt. Der frühere Politiker der konservativen Volkspartei
schrieb in einem Beitrag für „El Debate“, dass Frankreich über einen Kader auf höchstem Niveau verfüge. Allerdings stünden keine Franzosen in dem Fußball-Team.
Rajoys Beitrag stieß sowohl in Frankreich als auch in Spanien vor der Partie am Dienstag (21.00 Uhr) in Dallas auf scharfe Ablehnung. „Mariano Rajoys Äußerungen über die französische Nationalmannschaft zeugen von unerträglichem Rassismus“,
schrieb Frankreichs Fußballverbandspräsident Philippe Diallo bei X. „Sie werfen zudem Fragen nach dem verwerflichen Klima auf, das solchen Gestank erst ermöglicht. Unsere Spieler brauchen keine Staatsbürgerschaftsurkunden von einem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten.“ Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez erklärte bei BFMTV: „Das ist absolut inakzeptabel, das entspricht überhaupt nicht den Werten Frankreichs.“
Der aktuelle spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez verlinkte bei X einen Beitrag mit zahlreichen kritischen Kommentaren zu Rajoy und schrieb selbst: „Manche definieren Zugehörigkeit noch immer über Nachnamen, Geburtsort oder Hautfarbe. Andere von uns definieren sie über ihre tiefe Verbundenheit mit einem Land und ihre Bereitschaft, sich für es einzusetzen. Indem wir Fußball spielen. Indem wir uns um unsere Älteren kümmern. Oder indem wir Unternehmen gründen.“ Spanien gehöre denen, die es lieben. „Nicht denen, die es mit xenophoben Äußerungen beschämen. Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale. Möge die beste Mannschaft gewinnen und der Rassismus verlieren.“
Zuletzt hatte die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia während der WM den französischen Topstar Kylian Mbappé rassistisch beschimpft. Frankreichs Verband reichte daraufhin Anzeige gegen die Politikerin ein.
Der Fußball-Weltverband hat bekräftigt, dass beim Ausgleichstor der Engländer im Viertelfinale der WM gegen Norwegen alles rechtens gewesen sein soll. Die These, dass wackelnde Kamerabilder beweisen könnten, dass der Ball vor dem Treffer das Kabel einer sogenannten Spidercam berührt habe, wies die Fifa zurück. Auf dem Bildmaterial der Spidercam sei „klar zu sehen, dass die Kamera weder wackelt noch sich bewegt“, teilte die Fifa
„sportschau.de“mit.
Die Debatten hatten sich an einer Szene nach einem Abschlag von Norwegens Torwart Orjan Nyland entzündet. Der Ball war bei Englands Anthony Gordon gelandet, dieser hatte dann Jude Bellinghams Treffer zum 1:1 vorbereitet. Norwegens Trainer Stale Solbakken hatte gesagt: „Der Ball fiel gerade herunter direkt vor unserer Bank. Ich selbst habe es nicht gesehen, dass das Kabel berührt wurde, aber unsere Bank reagierte sofort. Es ist eigentlich eine klare Sache.“
Die Fifa bestritt jedoch erneut einen Kontakt zu dem Kamerakabel. Und versicherte auch, der Ball habe trotz der Höhe des Abschlags weiter ein konstantes Signal gesendet. „Das Ballsignal, der 'Herzschlag' des Balls, war die gesamte Zeit verfügbar“, erklärte der Weltverband.
Hätte der Ball das Kabel berührt, hätte Bellinghams Tor in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zurückgenommen werden müssen. England gewann die Partie mit 2:1 nach Verlängerung und trifft am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ/Magenta TV und ARD) in Atlanta im Halbfinale auf Argentinien.
Strafrechtsexperte: Uefa könnte Infantino gefährlich werden
An Gianni Infantino gibt es gerade in Europa viel Kritik. Dass aber kaum ein Verband etwas unternimmt, moniert der Schweizer Strafrechtsexperte und Ex-Fifa-Reformer Mark Pieth. Dabei hätte die Uefa die Macht dazu, meint er.
Insbesondere Europa rief er dazu auf, sich gegen den Fifa-Präsidenten zur Wehr zu setzen. „Im Grunde hat er das System Blatter perfektioniert: mehr noch als Blatter geht es Infantino um Macht und um Geld.“
Es gebe aber Möglichkeiten Infantino zu stürzen, sagte der frühere Vorsitzende der Fifa-Kommission für Governance.
Der frühere Bundesliga-Profi Slaven Bilic ist zum zweiten Mal in seiner Karriere Trainer von Kroatiens Fußball-Nationalmannschaft. Der 57-Jährige löst Zlatko Dalic ab, der nach dem WM-Aus gegen Portugal im Sechzehntelfinale seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte.
Von 2006 bis 2012 trainierte Bilic schon einmal die Auswahl seines Landes und kam bei der EM 2008 in der Schweiz und Österreich bis ins Viertelfinale. Er sei nach einem einstimmigen Vorstandsbeschluss zum Chefcoach ernannt worden, teilte der kroatische Fußball-Verband mit. „Es liegt an mir, die nötige Energie, den Ehrgeiz und die Entschlossenheit einzubringen, um Kroatien weiterhin zur Fußball-Elite zu zählen“, sagte Bilic bei seiner Vorstellung.
Einst für den Karlsruher SC am Ball
Der frühere Defensivakteur spielte von 1993 bis 1996 für den Karlsruher SC, später unter anderem für West Ham United und den FC Everton in England. Zuletzt trainierte er Al-Fateh SC in Saudi-Arabien.
Dalic hatte den kroatischen Fußball in seiner Amtszeit zur erfolgreichsten Ära seiner Geschichte geführt: 2018 erreichten das Nationalteam um Superstar Luka Modrić das WM-Finale in Russland und verlor dieses mit 2:4 gegen Frankreich. Vier Jahre später in Katar besiegte Kroatien im Spiel um Platz drei Marokko mit 2:1.
Das frühe Scheitern der deutschen Nationalmannschaft bei der WM kostet den Deutschen Fußball-Bund viel Geld. „Das Defizit liegt bei geplanten 9,4 Millionen Euro, wobei wir das Ist-Ergebnis aus Abrechnungsgründen final erst im Herbst benennen können“, sagte DFB-Schatzmeister Stephan Grunwald dem „Kicker“: „Ins Plus wären wir erst ab dem Finale gekommen.“
Dabei hatte der Dachverband einen konservativen Haushalt für das XXL-Turnier angelegt, Prämien für die Nationalmannschaft wären zudem erst ab dem Achtelfinale fällig geworden. „Ich habe die Aufgabe, so zu planen, dass auch im schlechten Falle niemand in Panik ausbrechen muss“, erklärte Grunwald.
Die deutsche Mannschaft war im Sechzehntelfinale im Elfmeterschießen gegen Paraguay gescheitert. Ein Aus in der ersten K.-o.-Runde hatte der DFB-Schatzmeister auch als Grundlage für seinen WM-Finanzplan angenommen.
In der fast geklärten Bundestrainer-Frage um Wunschkandidat Jürgen Klopp soll sich die DFB-Spitze am Dienstag mit Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff treffen. Wie der „Kicker“ berichtet, soll dann eine vorzeitige Ausstiegsmöglichkeit aus Klopps bis 2029 datiertem Vertrag als Head of Global Soccer des Konzerns besprochen werden.
Ende der Woche soll sich in New York Mintzlaff dann mit Klopp treffen. Offizielle Angaben lagen zunächst nicht vor. Klopp hat bereits eine Grundsatzvereinbarung mit den DFB-Bossen um Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke bei einem Gipfeltreffen in den USA erzielt.
Den Instagram-Auftritt der norwegischen Fluggesellschaft Norwegian ziert heute das Logo des britischen Mitbewerbers British Airways. Grund dafür ist eine Online-Wette um das WM-Viertelfinale zwischen Norwegen und England: Norwegian hatte British Airways herausfordert, bei der Partie das Firmenlogo für einen Tag aufs Spiel zu setzen.
Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage der Norweger nach Verlängerung löst die Airline ihre Wettschulden nun also ein: Seit der Nacht ist ihr Account mit dem Logo der Briten versehen. „Gut gespielt, England und British Airways“, schrieb Norwegian dazu. „Wir lieben diesen neuen Look an euch“, antwortete British Airways.
Die Enttäuschung über das knappe WM-Aus gegen England stand Norwegens Superstar Erling Haaland ins Gesicht geschrieben – trotzdem kann der Ex-Dortmunder positiv auf die Fußball-Weltmeisterschaft zurückblicken. „Das sind die geilsten sechs Wochen gewesen, die ich vielleicht in meinem ganzen Leben gehabt habe. Das war völlig surreal“, sagte der 25-Jährige nach Abpfiff.
Es sei schwierig, kurz nach dem Ausscheiden darüber zu sprechen, weil er ziemlich niedergeschlagen sei, sagte Haaland. „Aber diese mehr als 40 Tage sind so schnell vergangen. Das ist eine Erinnerung fürs Leben.“
Bei den Skandinaviern herrscht vorerst Enttäuschung. Besonders eine Szene vor dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich durch Bellingham wurde am Folgetag vehement im Land diskutiert: TV-Bilder ließen vermuten, dass der Ball vor dem Tor ein in der Luft gespanntes Kabel berührt und dadurch seine Richtung verändert hatte. Die Norweger beklagten sich, die FIFA wies die Kritik zurück.

Erling Haaland gratuliert Jude Bellingham: Enttäuschung bei den Norwegern. ROBERTO SCHMIDT / AFP
Noch vier Spiele stehen auf dem Programm der Fußball-Weltmeisterschaft, nur drei davon sind ohne zusätzliche Bezahlung zu sehen. Der TV-Endspurt beginnt am Dienstag (21.00 Uhr) mit der Live-Übertragung des Halbfinales Frankreich gegen Spanien im ZDF. Einen Tag später überträgt die ARD das Semifinale England gegen Argentinien (21.00 Uhr).
Das Spiel um Platz drei am Samstag (23.00 Uhr) läuft nur im Pay-TV. Die Telekom zeigt das letzte von ihren 44 Exklusiv-Spielen nur für Kunden von MagentaTV. Das Finale der WM ist hingegen wieder frei empfangbar und läuft am Sonntag (21.00 Uhr) im ZDF.
Lionel Messi hat argentinischen Medienberichten zufolge während des Viertelfinal-Spiels gegen die Schweiz dem Schiedsrichter eine Ansage gemacht. Laut dem Sender TyCSports soll Messi den Portugiesen João Pinheiro aufgefordert haben, respektvoll mit ihm zu reden.
„Sprich mich höflich an, ich habe dich ja auch höflich angesprochen“, soll der 39-Jährige demnach während der Partie, die mit einem 3:1 nach Verlängerung für den Titelverteidiger endete, zum Referee gesagt haben. Die Szene, von der in sozialen Netzwerken auch Videos kursieren, soll sich in der ersten Halbzeit ereignet haben.
Messi verließ zudem wie schon zuvor beim Sechzehntelfinale gezeichnet den Platz. Beim 3:2 gegen Außenseiter Kap Verde hatte er sich eine Beule an der Stirn zugezogen. Diesmal zeigten Aufnahmen Blut um das rechte Auge des Kapitäns der Argentinier.

Lionel Messi im Viertelfinale: Stress mit dem Schiedsrichter. AP Photo/Charlie Riedel
Anderthalb Wochen nach dem bitteren WM-Aus gegen Belgien trennt sich der Senegal von seinem bisherigen Nationaltrainer Pape Thiaw. Wie der senegalesische Fußballverband FSF mitteilte, werden Thiaw und sein gesamter Stab von ihren Aufgaben enthoben.
Ob es schon Kandidaten für eine Nachfolge gibt, ging aus den Angaben nicht hervor. Am Montagnachmittag will sich der Verband näher auf einer Pressekonferenz zu dem Schritt äußern.
Titelverteidiger Argentinien steht bei der Fußball-WM erneut im Halbfinale. Die Mannschaft um Superstar Lionel Messi setzte sich in einem spannenden Viertelfinale gegen die Schweiz mit 3:1 (1:0, 1:1) nach Verlängerung durch. Dabei waren die Argentinier schon in der zehnten Minute durch ein Tor von Alexis Mac Allister in Führung gegangen. In der 67. Minute kamen die Schweizer aber durch Dan Ndoye zum Ausgleich. Nach einem Platzverweis für die Schweizer fielen die weiteren Tore für Argentinien in der Verlängerung.
Der Fußball-Weltverband hat Stellung zum umstrittenen ersten Tor der Engländer im WM-Viertelfinale gegen Norwegen (2:1 nach Verlängerung) genommen. Die Daten würden nicht belegen, dass der Ball vor dem Treffer von Jude Bellingham (45.+2 Minute) zum 1:1 ein in der Luft gespanntes Kamerakabel berührt und dadurch seine Flugrichtung verändert hätte, teilte die FIFA bei X mit. Der Sensor im Ball, der zum Beispiel auch bei der Bewertung möglicher Handspiele helfen soll, habe keinen Ausschlag angezeigt.
Ein Abstoß von Norwegens Torhüter Örjan Nyland war bei Englands Anthony Gordon gelandet, dieser hatte dann Bellinghams Treffer vorbereitet. Die Skandinavier hatten sich daraufhin beim französischen Unparteiischen Clément Turpin beschwert und reklamiert, dass der Ball in der Luft ein Kamerakabel berührt habe. In diesem Fall hätte es Schiedsrichterball geben müssen.
Noch zwei Siege bis zum großen Titel-Traum: Dank Jude Bellingham steht England im Halbfinale der Fußball-WM und kann weiter auf den zweiten Coup nach 1966 hoffen. Durch die Tore des Ex-Dortmunders (45.+2 Minute/93.) besiegte das Team von Trainer Thomas Tuchel Norwegen in Miami mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung. Dabei hatten die Skandinavier vor 64.478 Fans durch ein Traumtor von Andreas Schjelderup (36.) sogar geführt.
Die Prominenz ließ sich auch von Temperaturen von weit über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit in Miami nicht abschrecken. Sir David Beckham mit Ehefrau Victoria, Norwegens Kronprinz Haakon und Venus Williams schauten im Football-Stadion der Miami Dolphins zu - und sahen erst einmal nichts, was sie aufgeregt aus ihren Ledersesseln reißen sollte.
Nur wenige Wochen nach seinen Einsätzen bei der Fußball-WM ist der südafrikanische Fußball-Profi Jayden Adams im Alter von nur 25 Jahren gestorben. „Der südafrikanische Fußball hat einen begabten Spieler, einen stolzen Diener des Sports und ein junges Leben verloren, das noch so viel zu bieten gehabt hätte“, teilte die südafrikanische Spielervereinigung SAFPU auf der Online-Plattform X mit.
Kurz darauf bestätigte auch Südafrikas Sportminister Gayton McKenzie den Todesfall. „Mit tiefer Bestürzung und schwerem Herzen habe ich vom Tod von Jayden Adams erfahren“, ließ er über die sozialen Netzwerke mitteilen. Der südafrikanische Fußball habe eines seiner größten Talente verloren. Südafrika trauere an der Seite von Adams' Familie, seinen Mannschaftskollegen und Millionen Fans.
Details zur Todesursache wurden zunächst nicht genannt. McKenzie erklärte dazu, die Ursache sei noch nicht bestätigt. Bei der WM war Adams in allen drei Vorrundenspielen der Bafana Bafana zum Einsatz gekommen. Auf Vereinsebene spielte der Mittelfeld-Akteur seit 2025 bei Mamelodi Sundowns, einem der besten südafrikanischen Clubs aus Pretoria.
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