Seit einigen Jahren gelten RGB-Mini-LED und Micro-RGB als spannendste neue TV-Technik. Die Fernseher versprechen kräftigere Farben, höhere Helligkeit und bessere HDR-Bilder. COMPUTER BILD vergleicht die besten Modelle.
Seit einigen Jahren gelten RGB-Mini-LED und Micro-RGB als spannendste neue TV-Technik. Die Fernseher versprechen kräftigere Farben, höhere Helligkeit und bessere HDR-Bilder. COMPUTER BILD vergleicht die besten Modelle.
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Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
RGB-Mini-LED soll das Beste aus zwei Welten verbinden: die enorme Helligkeit klassischer
Mini-LED-Fernseherund kräftigere Farben dank neuer Hintergrundbeleuchtung. Erste Hersteller versprechen eine Bildqualität, die sogar OLED Konkurrenz machen soll. COMPUTER BILD zeigt die besten RGB-Mini-LED-Fernseher im Test, erklärt die Technik und verrät, warum Samsung mit Micro-RGB einen leicht abgewandelten Weg beschreitet.
Der
Sony Bravia 9 IIist Sonys neues LCD-Flaggschiff für das Modelljahr 2026. Mit Spitzenhelligkeiten von über 4.000 Nits, einer Schwarzdarstellung auf OLED-Niveau und einer hervorragenden Zwischenbildberechnung ist der RGB-Mini-LED-TV der stärkste Fernseher seiner Klasse und daher Testsieger in diesem Vergleich.
Sony
3.499,00 EUR
Pluspunkt: Das matte Display reduziert Spiegelungen wirkungsvoll und macht den Bravia K-65XR95M2 auch für helle Wohnräume interessant. Wermutstropfen: Nur zwei der HDMI-Anschlüsse unterstützen Bildraten bis 120 Hertz – und der Fernseher kostet 3.499 Euro.

Mit bloßem Auge lässt sich beim Sony Bravia 9 II kaum noch ein Unterschied zu OLED erkennen.
Foto: COMPUTER Bild
Während Hisense mit dem 116 Zoll großen 116UXS auf der CES (= Consumer Electronics Show) in Las Vegas gezeigt hat, was mit RGB-Mini-LED möglich ist, scheint es die Vier-LED-Technik (mehr dazu weiter unten) nichts ins Endkunden-Portfolio geschafft zu haben. Das offizielle und vor allem leistbare Flaggschiff hört auf den Namen
Hisense UR9DS. Der TV mit der neuen RGB-Mini-LED-Technik ist so günstig wie kein anderer. Hoher Kontrast, enorme HDR-Helligkeit und das matte Display sorgten im Test für eine starke Bildqualität, besonders in hellen Wohnräumen.
Hisense
1.398,99 EUR
Mit Dolby Vision 2 Max und einem USB-C-Port inklusive DisplayPort bringt der Hisense zudem Funktionen mit, die es bislang bei keinem anderen Fernseher gibt. Nur kleine Schwächen bei der Farbabstimmung und ein nicht vollständig bestückter App-Store verhindern eine noch bessere Platzierung. Trotzdem setzt der UR9DS mit einem Kampfpreis von 1.399 Euro die etablierten Marken unter Druck und ist daher unser Preis-Tipp.

Der Hisense UR9DS unterstützt Dolby Vision 2 Max und Dolby Atmos.
Foto: COMPUTER Bild
Die Bildqualität prüft COMPUTER BILD unter Laborbedingungen mit professioneller Messtechnik. Dafür gibt ein digitaler Testbildgenerator nacheinander zahlreiche Farb- und Helligkeitsabstufungen aus. Ein Kolorimeter misst anschließend zusammen mit einer Kalibrierungssoftware, wie präzise der Fernseher diese Werte wiedergibt. Auf diese Weise lassen sich unter anderem Spitzenhelligkeit, Kontrast, Farbgenauigkeit und die Bildqualität aus schrägen Blickwinkeln objektiv bewerten.

Die SDR-Messungen nehmen die Tester im "Filmmaker Mode" vor. Der heißt bei Sony "Professionell".
Foto: COMPUTER Bild
Im Zuge der Labormessungen analysiert COMPUTER BILD sämtliche Bildmodi der Fernseher und ermittelt die jeweils beste Voreinstellung. Die passenden Empfehlungen finden Sie in den ausführlichen Einzeltests. Anschließend folgt ein Praxistest, bei dem jedes Modell direkt gegen andere Fernseher antritt. Als Bildquellen dienen TV-Programme, Blu-ray- und UHD-Blu-ray-Discs sowie Streaming-Dienste. Zusätzlich kommen spezielle Testsequenzen zum Einsatz, mit denen sich unter anderem Bewegungsschärfe, Zwischenbildberechnung und typische Bildfehler beurteilen lassen.
Auch die Klangqualität fließt in die Endnote ein. Dafür vergleichen die Tester die Fernseher mit Konkurrenzmodellen und nutzen unterschiedlichste Inhalte – von Nachrichtensendungen über Spielfilme bis hin zu Musikstücken. Besitzt ein Fernseher eine automatische Klangeinmessung, erfolgt die Bewertung erst nach der entsprechenden Kalibrierung.

Redakteur Richard W. Schaber prüft die Positionierung der seitlich platzierten Lautsprecher.
Foto: COMPUTER Bild
Neben der Bild- und Tonqualität bewertet COMPUTER BILD die Anschlussausstattung. Entscheidend sind Anzahl, Art und Leistungsfähigkeit der Schnittstellen. Besonderes Augenmerk gilt den HDMI-Buchsen und der Frage, welche davon 4K-Auflösung mit mindestens 120 Hertz aktuelle Spielkonsolen oder Gaming-PCs unterstützen.

Der Hisense 65UR9DS besitzt drei HDMI-Eingänge, einen USB-C-Anschluss mit DP-Funktion, Empfangsteile für Satellit, Kabel und Antenne, zweifach USB-A, einen optischen Digitalausgang und WLAN sowie einen Schacht für ein CI+-Modul.
Foto: COMPUTER Bild
Zur Ausstattung gehören zahlreiche Funktionen, die den Alltag erleichtern. COMPUTER BILD prüft unter anderem, ob sich Fernsehsendungen auf einer USB-Festplatte aufzeichnen lassen, Timeshift zum Anhalten und Zurückspulen des laufenden Programms verfügbar ist und ob während einer Aufnahme ein anderes Programm angesehen werden kann. Ebenfalls getestet wird, welche Foto-, Video- und Audioformate der Fernseher von USB-Sticks oder Festplatten wiedergibt, beispielsweise private Filmarchive, Smartphone-Videos oder TV-Aufnahmen anderer Geräte.
Ein weiterer wichtiger Prüfpunkt ist die Bedienbarkeit. Dafür bewertet COMPUTER BILD gedruckte und digitale Bedienungsanleitungen ebenso wie die Fernbedienung und die Struktur der Bildschirmmenüs. Außerdem prüfen die Tester die Qualität der Sprachsteuerung sowie den Aufbau der Smart-TV-Oberfläche mit ihren Apps und Zusatzfunktionen.
ist die Weiterentwicklung der bekannten
Mini-LED-Technik. Während herkömmliche Mini-LED-Fernseher mit einer weißen oder einer blauen Hintergrundbeleuchtung arbeiten und Farben erst mithilfe von Quantum Dots oder Farbfiltern erzeugen, kommen bei der RGB-Mini-LED-Technik erstmals rote, grüne und blaue Mini-LEDs direkt in der Hintergrundbeleuchtung zum Einsatz. Dadurch entfällt ein Teil der Farbfilter, was die Farbreinheit verbessert und gleichzeitig die Effizienz steigert. Die Technik verspricht kräftigere Farben, einen größeren Farbraum und eine höhere Helligkeit als klassische LCD-Fernseher.
An der grundsätzlichen Funktionsweise eines LCD-Fernsehers ändert sich allerdings nichts. Auch ein RGB-Mini-LED-TV besitzt weiterhin ein LCD-Panel, das das Licht der Hintergrundbeleuchtung steuert. Die Mini-LEDs lassen sich in viele einzeln dimmbare Zonen aufteilen, wodurch helle und dunkle Bildbereiche präziser voneinander trennbar sind. Das sorgt für einen höheren Kontrast und weniger störende Lichthöfe ("Blooming") als bei herkömmlichen LED-Fernsehern. RGB-Mini-LED gilt deshalb als eine der vielversprechendsten Weiterentwicklungen der LCD-Technik.
Samsung und LG sprechen bei ihren Oberklasse-LCDs nicht von RGB-Mini-LED, sondern von
Micro-RGB. Der Grund: Die südkoreanischen Hersteller verfolgen einen etwas anderen technischen Ansatz. Das Prinzip ist identisch mit RGB-Mini-LED, allerdings sind die LEDs noch kleiner, daher auch die Bezeichnung
Micro-RGB. Das soll Samsung und LG zufolge eine besonders feine Steuerung der Lichtquelle ermöglichen. Marketing und Technik unterscheiden sich hier zwar leicht von anderen Herstellern, das Grundprinzip bleibt jedoch gleich: Der Fernseher erzeugt das Licht bereits in den drei Grundfarben und muss es nicht erst aufwendig filtern.
Den Begriff Micro-RGB sollten Interessierte nicht mit
Micro-LEDverwechseln. Ein Micro-RGB-Fernseher bleibt ein LCD-Fernseher mit Hintergrundbeleuchtung, während bei einem Micro-LED-Display jeder einzelne Bildpunkt selbst leuchtet – ähnlich wie bei OLED, aber ohne dessen typische Nachteile. Die Micro-RGB-Technik schließt damit die Lücke zwischen klassischen Mini-LED-Fernsehern und deutlich teureren Micro-LED-Displays. Ziel ist es, die Vorteile der neuen RGB-Hintergrundbeleuchtung in einer deutlich günstigeren Geräteklasse verfügbar zu machen.
Eine UHD-Auflösung von 3840x2160 Pixeln gehört heute selbst bei günstigen Fernsehern zum Standard. Damit die hohe Schärfe auch in schnellen Szenen erhalten bleibt, spielt die Bildwiederholrate eine entscheidende Rolle. Viele Einstiegs-TVs arbeiten lediglich mit 50 beziehungsweise 60 Hertz. Dieser Wert gibt an, wie oft der Fernseher pro Sekunde ein neues Bild darstellt. Für Nachrichten oder Spielfilme genügt das meist, bei rasanten Sportübertragungen oder schnellen Kameraschwenks kann die Darstellung jedoch an Schärfe verlieren.
Gut erkennen lässt sich das etwa bei einem langen Pass im Fußball: Zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bildern legt der Ball eine große Strecke zurück, wodurch Bewegungen unschärfer wirken.
Fernseher mit 100 Hertzgleichen diesen Effekt aus, indem sie zusätzliche
Zwischenbilderberechnen. Das Ergebnis sind sichtbar flüssigere Bewegungsabläufe. Im Test besitzen alle RGB-Mini-LED-Fernseher ein 100-Hertz-Panel oder mehr. Das überrascht kaum, denn die TVs im Test gehören allesamt zur LCD-Spitzenklasse und sind entsprechend ausgestattet.

Erhält der Fernseher ein 50-Hertz-Signal – etwa beim klassischen TV-Programm –, fügt ein 100-Hertz-Modell zwischen zwei Originalbildern jeweils ein berechnetes Zwischenbild ein. Bei Kinofilmen mit 24 Bildern pro Sekunde berechnet der Fernseher dagegen drei zusätzliche Bilder, um Bewegungen flüssiger darzustellen.
Foto: COMPUTER BILD
Im Test überzeugte der
LG MRGB96mit einer außergewöhnlich großen BT.2020-Farbraumabdeckung von 91,82 Prozent. Gepaart mit der hohe Maximalhelligkeit und dem starken Kontrast ist er fast so gut wie der Testsieger Sony Bravia 9 II. Besonders beeindruckend: Bei Filmen und Serien bewegt sich der Schwarzwert auf einem Niveau, das mit bloßem Auge kaum noch von OLED zu unterscheiden ist.
LG Electronics
9.999,00 EUR
Erst beim Gaming zeigt die LCD-Technik durch das angegraute HDR-Bild leichte Schwächen. An der Ausstattung gibt es indes nichts zu meckern, denn alle vier HDMI-Anschlüsse unterstützen Bildraten bis 165 Hertz. Der größte Nachteil bleibt der Preis von 6.299 Euro fürs 65-Zoll-Modell, während der 100-Zöller mit satten 10.000 Euro zu Buche schlägt.

Beim LG MRGB96 glättet die Einstellung "Natürlich" Inhalte stärker als die "Filmische Bewegung", erkauft sich das aber mit vereinzelten Bildartefakten.
Foto: COMPUTER BILD
Der
Samsung R95Hübernimmt 2026 die Spitzenposition unter den LCD-Fernsehern des Herstellers. Seine Micro-RGB-Technik sorgt für einen Schwarzwert, der aus normaler Sitzposition kaum noch von OLED zu unterscheiden ist. Lediglich aus seitlichen Blickwinkeln fällt der Kontrast etwas stärker ab als beim Vorgängermodell
Samsung QN90F.
Samsung
4.295,00 EUR
Dafür punktet der Fernseher mit einem wirksam entspiegelten, matten Display, das auch in hellen Räumen überzeugt. Und der R95H erreicht eine enorme Spitzenhelligkeit und stellte mit seiner BT.2020-Farbraumabdeckung (92,42 Prozent!) einen neuen Rekord im COMPUTER BILD-Testlabor auf. Einzige echte Kritikpunkte bleiben der Verzicht auf Dolby Vision und DTS. Der Preis fürs 65-Zoll-Modell beträgt stolze 4.355 Euro.

Die Rückseite des Samsung R95H bietet Aussparungen und Kabelführungen für eine saubere Wandmontage.
Foto: COMPUTER BILD
Der
Sony Bravia 7 IIknüpft nahtlos an die Stärken seines erfolgreichen Vorgängers
Sony Bravia 7an. Im Test überzeugte der Bravia K-XR75M2 mit hoher SDR-Helligkeit, natürlicher Farbdarstellung und einem Kontrast, der erstaunlich nah an OLED heranreicht. Besonders gelungen sind erneut die Bildverarbeitung, das präzise Local Dimming und die gleichmäßige Ausleuchtung.
Sony
2.499,00 EUR
Dazu kommt: Bei der maximalen HDR-Helligkeit liegt der neue RGB-Mini-LED-Fernseher in etwa gleichauf mit dem sehr guten Vorgänger. Unverändert bleibt die Gaming-Ausstattung mit zwei HDMI-2.1-Anschlüssen. Preis: 2.499 Euro für den 65-Zöller.

Zum Bravia 7 II liefert Sony zwei Fernbedienungen mit. Die kompaktere Version verzichtet auf eine Zehnertastatur, besitzt dafür beleuchtete Tasten und einen integrierten Akku.
Foto: COMPUTER BILD
Während LG, Samsung, Sony und TCL bei ihren RGB-Mini-LED-Fernsehern auf rote, grüne und blaue Mini-LEDs setzen, geht Hisense beim Flaggschiff 116UXS (Kostenpunkt: 20.000 Euro!) einen Schritt weiter. Der Hersteller ergänzt die
RGB-Hintergrundbeleuchtungum eine vierte Lichtfarbe: Cyan. Diese zusätzliche LED soll insbesondere Himmel, Wasser und Türkistöne natürlicher darstellen und Farbverläufe feiner auflösen. Laut Hisense steigt dadurch die Farbraumabdeckung auf bis zu 110 Prozent des BT.2020-Standards – ein Spitzenwert im TV-Markt. Die neue RGB-Mini-LED-evo-Technik verspricht weniger schädliches blaues Licht und damit ein angenehmeres Seherlebnis.
Mit einem Preis von zum Testzeitpunkt 1.458 Euro fürs 55-Zoll-Modell bietet der
Samsung R85Heinen vergleichsweise günstigen Einstieg in die Micro-RGB-Technik. Im Test punktete der Fernseher mit einer überzeugenden Farbdarstellung und starkem Kontrast, während er bei der Maximalhelligkeit nicht ganz mit dem Spitzenmodell R95H mithalten konnte.
Samsung
1.389,00 EUR
Dafür arbeitet die Bewegungsglättung auf erfreulich hohem Niveau. Hinzu kommt ein Glossy Panel, das den hohen Kontrast auch bei Lichteinfall gewährleistet.

Dreifarbig statt weiß: Das Backlight des Samsung R85H erzeugt Licht direkt in Rot, Grün und Blau.
Foto: COMPUTER BILD
Welche Ausstattung bei einem RGB-Mini-LED-TV sinnvoll ist, hängt in erster Linie davon ab, wie der User den
Fernsehernutzt. Zur Standardausstattung gehören Empfangsteile für Kabel-, Satelliten- und Antennenfernsehen. Wer hauptsächlich streamt, sollte auf ein Smart-TV-System mit möglichst großer App-Auswahl achten. Besonders gut aufgestellt sind hier aktuelle Fernseher von Samsung, LG und Modelle mit Google TV, etwa von Sony und TCL. Für Spiele-Konsolen, Blu-ray-Player oder Streaming-Boxen empfehlen sich mindestens drei HDMI-Anschlüsse – der Hisense im Test hat zusätzlich einen USB-C-Anschluss mit DisplayPort-Funktion.
Bis auf die beiden Sonys im Test bieten alle Fernseher vier HDMI-2.1-Buchsen, die 4K-Auflösung mit 120 Hertz oder mehr unterstützen – ideal für
PlayStation 5und Xbox Series X. Über den HDMI-eARC-Anschluss lassen sich zudem
Soundbarsoder AV-Receiver mit hochauflösenden Tonformaten verbinden. USB-Anschlüsse dienen zum Abspielen von Fotos, Videos und Musik sowie – je nach Modell – für TV-Aufnahmen. Wer während einer Aufnahme ein anderes Programm sehen möchte, sollte auf einen Twin-Tuner achten. Ebenfalls praktisch ist Bluetooth, um kabellos Kopfhörer, Lautsprecher oder Tastaturen mit dem Fernseher zu verbinden.
RGB-Mini-LED und Micro-RGB markieren die bislang größte Weiterentwicklung der LCD-Technik seit Einführung der Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. Im COMPUTER BILD-Test überzeugen die neuen Fernseher mit enormer HDR-Helligkeit, kräftigeren Farben und einem Schwarzwert, der OLED bei Frontalansicht erstaunlich nahekommt. Den Gesamtsieg sichert sich der Sony Bravia 9 II dank seiner überragenden Bildqualität, exzellenten Bildverarbeitung und einer Bewegungsdarstellung auf Referenzniveau. Wer möglichst günstig in die neue Technik einsteigen möchte, findet im Hisense UR9DS den verdienten Preis-Tipp: Er kombiniert starke Bildqualität mit innovativen Extras wie Dolby Vision 2 Max und USB-C samt DisplayPort und zeigt, dass RGB-Mini-LED nicht nur etwas für Gutbetuchte sein muss. Klar ist aber auch: Die Technik steht noch am Anfang ihrer Entwicklung. Mit sinkenden Preisen und weiteren Modellgenerationen dürfte RGB-Mini-LED in den kommenden Jahren zu einer der spannendsten Alternativen zu OLED werden.
Mini-LED setzt meist auf blaue Leuchtdioden, deren Licht über Quantum Dots in verschiedene Farben umgewandelt wird. Bei RGB-Mini-LED erzeugen winzige LEDs Rot, Grün und Blau dagegen direkt – ganz ohne Farbkonvertierung.
Unsere Labor-Messungen an RGB-Mini-LED-Fernsehern wie dem Samsung R95H und dem Hisense UR9DS ergaben eine BT.2020-Farbraumabdeckung von über 90 Prozent. Damit bleiben die Geräte zwar leicht unter den Herstellerangaben, erreichen aber den bislang größten Farbraum, den COMPUTER BILD jemals gemessen hat. Zum Vergleich: Klassische Mini-LED- und OLED-Fernseher kommen in der Regel auf etwa 70 bis 85 Prozent des BT.2020-Farbraums.
Im Unterschied zu herkömmlichen LED-Fernsehern erzeugen RGB-Mini-LED-Modelle die Grundfarben direkt im Backlight. Klassische LCD-TVs müssen das Licht dagegen zunächst durch Farbfilter schicken. Das ermöglicht RGB-LEDs eine präzisere Farbdarstellung, höhere Helligkeit und ein klareres Bild.
Mit Micro-RGB entwickelt sich die Mini-LED-Technik weiter. Anstelle weißer oder blauer Leuchtdioden arbeiten hier mikroskopisch kleine RGB-LEDs, die Licht direkt in den Grundfarben erzeugen. In Kombination mit dem LCD-Panel und Tausenden Dimming-Zonen verspricht die Technik kräftigere Farben und höhere Spitzenhelligkeiten als herkömmliche LED-TVs.
Micro-RGB und RGB-Mini-LED bauen beide auf der LCD-Technik mit LED-Hintergrundbeleuchtung auf. Der wichtigste Unterschied liegt in der Größe der Leuchtdioden: Bei Micro-RGB fallen die roten, grünen und blauen LEDs nochmals kleiner aus als bei RGB-Mini-LED. Dadurch soll sich das Backlight noch präziser steuern lassen – im Test sind uns aber ehrlicherweise keine Unterschiede beim Bild aufgefallen. Beide Verfahren erzeugen die Grundfarben direkt im Backlight und verzichten auf herkömmliche Farbfilter. Das ermöglicht besonders hohe Helligkeiten und eine sehr natürliche Farbdarstellung.
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