In der Schweiz baut ein Biber etwas zu eifrig an seinem Damm. Da dadurch die Hochwassergefahr steigt, greift die Gemeinde zu einer ungewöhnlichen Lösung: einem Elektrodach.
In der Schweiz baut ein Biber etwas zu eifrig an seinem Damm. Da dadurch die Hochwassergefahr steigt, greift die Gemeinde zu einer ungewöhnlichen Lösung: einem Elektrodach.
Sechs Biber leben in und um die Schweizer Gemeinde Sarmenstorf im Aargau. Eine friedliche Koexistenz, bis einer der pelzigen Nager in seinem architektonischen Ehrgeiz übertreiben musste. So sehen das laut „Aargauer Zeitung” zumindest der Biberbeauftragte Albert Karer und die Gemeinde. Denn je höher sein Damm wird, desto höher wird auch das Risiko für Hochwasser und Überschwemmungen. Die Lösung der Behörden: Ein Elektrozaun als Dach.
Bisher hätte er die Maßnahme gut akzeptiert, so Karer. Er habe wohl gemerkt, dass der Damm gar nicht höher sein muss. Schon früher hatte die Gemeinde mit dem Biber gehadert, als er seinen Damm unter einer Brücke errichtete. Ebenfalls aus Gründen des Hochwasserschutzes musste das Bauwerk einige Meter den Fluss hoch verlagert werden: „Wir hatten hier Glück, der Biber war vorher schon recht kooperativ”, resümiert Karer.
Frei bauen dürfen die Nager in Sarmenstorf ohnehin nicht: Rote Bereiche sind komplett tabu, grüne Spots ungefährlich, an gelben Standorten (wie diesem) muss gewährleistet werden, dass die umliegende Infrastruktur oder Menschen nicht gefährdet werden. „Das ist beispielsweise etwas weiter (im Fluss, Anm. d. Red. ) oben der Fall, wo die Keller einer Firma tiefer liegen als der Wasserpegel. Wenn sie dort stauen, könnte das Wasser die gesamten Elektroanlagen lahmlegen.”
Eine langfristige Lösung sei mit den tierischen Architekten aber sowieso nicht möglich, so Karer. Sie besitzen zwei bis drei Bruthöhlen, mehrere Flucht- oder Schlafbauten, die Gemeinde rechnet deshalb auch in Zukunft mit biberbezogener-Arbeit.
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Während Biber in der Schweiz also für „Schwierigkeiten” sorgen, haben die fleißigen Nagetiere im Norden Londons ein jahrzehntelanges Hochwasserproblem gelöst. Schon seit den 1970er-Jahren hatte der Stadtteil Ealing regelmäßig mit Überschwemmungen zu kämpfen. Weil teure und aufwendige Maßnahmen, wie das Begradigen und Betonieren des lokalen Kanals, laut „Independent“ kaum Besserung brachten, griff die Bezirksverwaltung schließlich zu einem ungewöhnlichen, tierischen Helfer: dem Biber.
Fünf Biber bauten mindestens fünf Dämme – und schon war 2024 das erste Jahr seit rund einem halben Jahrhundert, in dem Ealing komplett vom Hochwasser verschont blieb. Seniz Mustafa, die Biberbeauftragte des Bezirks, erklärt das Erfolgsgeheimnis:
Durch den gebremsten Flusslauf verwandelte sich der Park „Paradise Fields“ in eine Art natürlichen Schwamm. Dieser kann riesige Wassermengen speichern, sodass nichts mehr über die Ufer tritt. Ein riesiger Gewinn für die Anwohner, deren Wohnungen, Straßen und U-Bahn-Stationen seitdem trocken bleiben.
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